Stressiger Aufbau und gute Stimmung

Bad Rappenau - Es scheint spät geworden zu sein. Der eine oder andere liegt am Mittwochvormittag noch im Schlafsack – zwischen alten Sesseln, Pritschen und Decken. Doch der harte Kern arbeitet schon, schließlich muss bis morgen alles für das Römersee-Open-Air aufgebaut werden. Neben Musik wird ein vielfältiges Programm geboten. Lesungen, entspannen bei Kaffee, Tee oder einer Wasserpfeife. „Eintritt frei – Zelten frei – Gedanken frei“ ist das Motto.

Von Melanie Kräuter

Christian Häringer und Ylva Stützer ziehen an dem geliehenen Bühnengerüst das Dach nach oben. Die Stadt baut heute das Bühnenpodest auf.Foto: Melanie Kräuter
Bad Rappenau - Es scheint spät geworden zu sein. Der eine oder andere liegt am Mittwochvormittag noch im Schlafsack – zwischen alten Sesseln, Pritschen und Decken. Doch der harte Kern arbeitet schon, schließlich muss bis morgen alles für das Römersee-Open-Air aufgebaut werden. Es gibt noch viel zu tun: Strom verlegen, den Neonwald gestalten, Parkplätze abstecken, Küchenzelt einrichten, Lichterketten aufhängen, Schwedenfeuer vorbereiten. Seit Samstag sind die zehn Organisatoren am Aufbauen, fünf bis zehn Leute helfen ihnen dabei.

Unterstützung

Doch so ein Open-Air lässt sich nicht in einer Woche auf die Beine stellen. „Nach dem Festival ist vor dem Festival“, sagt Sebastian Frey, Vorsitzender des Römersee-Kulturvereins. Ist das eine vorbei, wird das nächste geplant. Sponsorensuche, Bandsuche, Terminsuche. Und Gespräche mit der Stadt. Die hilft dem im Jahr 2000 gegründeten Verein zur Erhaltung des Römersee-Open-Airs unter anderem mit der großen Bühne. „Es ist wichtig, dass man Leute hat, die einen unterstützen“, sagt Frey.

Die Bands für die Auftritte finden sich relativ einfach. Allein 150 schriftliche und 200 Bewerbungen per Mail sind eingegangen. „Wir sprechen Bands, die wir live sehen, auch direkt an“, erzählt Ylva Stützer. Das Festival ist über die Grenzen von Bad Rappenau bekannt. Die Bands spielen ohne Gage, nur ihre Unkosten werden erstattet. „Manche finden die Stimmung so gut, dass sie freitags kommen, obwohl sie erst samstags auftreten“, erzählt Christian Häringer. Und die 25-jährige Ylva Stützer ergänzt: „Manche Bands, die mal hier gespielt haben, kommen auch einfach nur als Zuschauer.“

Um das größte Zelt aufzubauen, in dem eine zweite Bühne steht, haben zwölf Leute zwei Stunden gebraucht. Bühne Nummer zwei stand in vier Stunden. „Es ist sehr viel Stress. Aber es motiviert einen, wenn es gut läuft“, erzählt Frey. Vom Festival selbst bekommen die Planer am Ende gar nicht viel mit, sie sind eingespannt an Getränke- und Essensständen oder hinter der Bühne. Trotzdem lohnt sich die Arbeit. „Man kriegt die Stimmung von den Leuten mit. Das ist ein tolles Gefühl“, findet Ylva Stützer.

Neben Musik wird ein vielfältiges Programm geboten. Lesungen, entspannen bei Kaffee, Tee oder einer Wasserpfeife. „Eintritt frei – Zelten frei – Gedanken frei“ ist das Motto. „Wenn das Wetter mitspielt, rechnet es sich“, sagt Frey. „Viele kommen auch nur für ein paar Stunden.“ 800 bis 1000 Leute pro Tag seien gut. „Aber es ist immer ein Risiko dabei.“

Offene Bühne

Beim 27. Römersee- Open-Air gibt es am Samstag zwischen 15 und 18 Uhr erstmalig eine offene Bühne. „Jeder hat die Möglichkeit, etwas zu präsentieren“, erklärt der 25-jährige Vereinsvorsitzende. Tanzen, jonglieren, singen, einen Sketch zeigen. Die Zielgruppe ist vier bis 99 Jahre, die meisten Besucher sind zwischen 16 und 30 und kommen wegen der Musik. Das Kinderprogramm oder der Brunch am Samstag ziehe Familien an. Unangenehme Zwischenfälle gab es noch nicht. „Es ist jedes Mal eine friedliche und harmonische Stimmung.“

25 Bands spielen am Freitag und Samstag, 22. und 23. August, beim Römersee-Open-Air. Das Festival beginnt am Freitag um 17 Uhr und Samstag um 12 Uhr. Weitere Informationen im Internet unter www.roemersee.de

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