Junger Pianist nimmt es mit den großen Tastenzauberern auf

Bad Rappenau - Sie wollten ihn einfach nicht von der Bühne lassen: Mit immer wieder aufbrandendem Applaus quittierten die Gäste im Wasserschloss das Konzert von Dan Popek.

Von Christine Weller

Junger Pianist nimmt es mit den großen Tastenzauberern auf
Dan Popek mit seinem Vater Martin im Rappenauer Wasserschloss.Foto: Weller

Bad Rappenau - Sie wollten ihn einfach nicht von der Bühne lassen: Mit immer wieder aufbrandendem Applaus quittierten die Gäste im Wasserschloss das Konzert von Dan Popek. Der junge Pianist verblüffte mit einer Technik, die den Eindruck vermittelte, zwei Pianisten würden die Tasten drücken.

Selbstbewusst

Tatsächlich vierhändig gespielt hatte der erst 14-jährige Dan davor zusammen seinem Vater, dem brillanten Pianisten und Musiklehrer Martin Popek. Beide hatten zu einem gemeinsamen "besonderen Abend mit Jazz, Boogie Woogie und mehr" eingeladen. Dan bestritt aber den größten Teil des Konzerts allein und übernahm auch die Moderation. Selbstbewusst erzählte der junge Mann von seiner Familie, die im Rappenauer Ortsteil Wollenberg wohnt. Die Popeks haben tschechische und rumänische Wurzeln. Dan spielt seit seinem sechsten Lebensjahr Klavier.

Dem Boogie Woogie hat er sich seit rund zwei Jahren verschrieben. "Meine großen Vorbilder sind Joja Wendt, Axel Zwingenberger, Paata Demurishvili, Thomas Scheytt und Oscar Perterson", erzählte der Musiker. Mit ihnen habe er bereits gemeinsam auf der Bühne musiziert. Den Beweis, dass er es mit diesen Tastenzauberern aufnehmen kann, trat er sofort an. Spieltechnisch stellt der Boogie Woogie mit den rollenden Bässen der linken Hand melodische Off-Beat-Figuren der rechten Hand entgegen, die von Trillern und Tremoli durchsetzt sind. Das Pedal des Klaviers wird nicht benutzt. Eine hohe Anforderung für jeden Pianisten.

Rasant

In rasantem Tempo, bei gleichzeitig traumwandlerischer Sicherheit, jagte Dan über die Tasten, den linken Fuß als Schlagzeug einsetzend. Doch nicht genug: "Ich versuche jetzt, die Kraft von drei Pianisten hineinzulegen, das hat es im Wasserschloss noch nicht gegeben". Und tatsächlich, dem jungen Mann gelang die Illusion, er übertraf sich selbst. Dann ein spielerischer Gag: "Stellen Sie sich vor, ein Eskimo sieht ein Piano stehen und beginnt mit seinen Fellhandschuhen zu spielen". Schmunzelnd setzte er nur die Fäuste ein, spielte etwas einfacher in der Tonfolge und dennoch makellos. Zwischendurch griff auch Martin Popek in die Tasten, Dan besetzte das Schlagzeug. Auch hier war seine Virtuosität kaum zu übertreffen. Brillante Vorführungen folgten Schlag auf Schlag. Gegen Schluss noch eine Hommage an die Veranstalter: Ein selbst komponierter Blues "In the Water Castle". Verträumt, berührend, schön.