Besucher trotzen beim Blacksheep-Auftakt dem Regen

Bad Rappenau  Auch der einsetzende Regen konnte die gute Stimmung zum Auftakt des 5. Blacksheep-Festivals nicht trüben. Mit mehr als 1000 Besuchern gab es einen Rekord für den Starttag und auch musikalisch gleich viel Abwechslung.

Von Andreas Sommer

Trotz des Regens waren FRONTM3N und die beiden anderen Acts des Auftakttages bestens gelaunt. Foto: Ralf Seidel  

Das war der bestbesuchte Donnerstag, den es beim Blacksheep-Festival in Bad Rappenau-Bonfeld je gab: Mehr als 1000 Besucher erlebten gestern Abend einen fulminanten Auftakt der 5. Auflage des Musikfestes. Der Regen, der gegen 21.20 Uhr kurz vor dem Finale des Auftritts der Band of Heathens einsetzte, tat der guten Stimmung jedoch kaum Abbruch. Als die letzten Töne der Zugabe von Frontm3n, „Dreadlock Holiday“ von 10cc, kurz vor Mitternacht verklungen waren, regnete es immer noch.

Begonnen hatte der Abend um 18.30 Uhr - alle drei Acts spielten auf der erstmals bestuhlten Kornspeicherbühne - mit der aus dem hessischen Hadamar gebürtigen Hanne Kah und ihrer Band. Die gelernte Logopädin verfügt über eine einschmeichelnd-klare Stimme, die sie mit dreiköpfiger Begleitband und elektrifiziertem Singer/Songwriter-Pop der mal elegischen, mal sonnigen Art wunderbar zur Geltung bringt. Hanne Kah, bekennender Hermann- Hesse-Fan, bewegt sich zwischen reinem Folk und purem Rock´n´Roll, findet schnell einen guten Draht zum Publikum und empfiehlt sich für weitere Taten in Bonfeld.

 

 

Mal Rock'n'Roll, mal Soul

Einen erstklassigen Auftritt legt anschließend The Band of Heathens aus Austin/Texas hin. Das Quintett um die beiden Masterminds Ed Jurdy und Gordy Quist, beim Untergruppenbacher Label Blue Rose Records unter Vertrag, startet seinen handwerklich perfekten und absolut entspannten, lässigen Auftritt mit „Sugar Queen“ . Stilistisch bewegen sich die fünf Amerikaner sehr variantenreich zwischen Rock´n´Roll, Country, Folk, Blues und Soul in dämpfiger Südstaatenatmosphäre. Ihre ausufernden Improvisationen sind nie langweilig, ihr Songmaterial zeichnet sich durch hohe Qualität aus und die soulige Stimme von Jurdy ist ein schöner Kontrast zu Quists Organ mit Country-Färbung.

Ein Festival im Regen kann sich nichts Besseres wünschen als die gute Laune der Frontm3n - das sind Peter Howarth von den Hollies, Pete Lincoln von The Sweet und Mick Wilson von 10cc. Ein Konzert der drei redseligen älteren Herren muss man sich so vorstellen: das Radio einschalten und einen Sender mit den Hits der 70er Jahre finden. „,Ballroom Blitz“, „Fox On The Run“, „He Ain´t Heavy, He´s My Brother“, „Love Is Like Oxygen“, “Long Cool Woman“ , “The Air That I Breathe“ und unzählige andere entzücken das in Regenponchos verpackte Publikum. Seinen Auftritt garniert das Trio mit britischem Humor, der manchmal nur haarscharf am Klamauk vorbeischrammt.

 

Tickets für Samstag und Sonntag

Heute, Freitag, spielen ab 18.30 Uhr sechs Bands auf drei Bühnen: Gitze & Band, Django 3000, The Levellers, Zervas & Pepper, Stefanie Heinzmann und Gotthard unplugged. Es gibt noch ausreichend Karten. Nur noch Restkarten sind für den Samstag verfügbar mit neun Bands auf drei Bühnen ab 15 Uhr: Sean Koch, Shorty, Marc Broussard, Keywest, Brother Dege, Passenger, Mrs Greenbird, Wishbone Ash und Mighty Oaks. Karten gibt es an der Abendkasse. Weitere Infos: www.blacksheep-kultur.de