Bündnis für Toleranz positioniert sich

Sinsheim - Ruhig sind am Samstag der Aufmarsch der Freien Nationalisten Kraichgau mit dem NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel als Gastredner und die Gegendemonstration des bürgerlichen Lagers verlaufen.

Von unserer Mitarbeiterin Nicole Theuer
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Die Demonstranten sparen auf Plakaten nicht mit klaren Worten.Foto: Theuer

Sinsheim - Ruhig sind am Samstag der Aufmarsch der Freien Nationalisten Kraichgau mit dem NPD-Bundesvorsitzenden Holger Apfel als Gastredner und die Gegendemonstration des bürgerlichen Lagers verlaufen. "Für uns war die Veranstaltung ein großer Teilerfolg", fasste ein Sprecher des Bündnisses für Toleranz Sinsheim, zusammen.

Rund 400 Protestler machten den ungebetenen Gästen unter anderem klar: "Kein ruhiges Hinterland, Nazi-Strukturen aufdecken und angreifen". An der Mahnwache der Nationalisten nahmen etwa 80 Rechtsradikalen teil.

Lärm

Die Gegendemonstranten waren mit Trillerpfeifen, Fahrradklingeln, Rätschen und sonstigen Krachmachern ausgestattet. Auf Plakaten machten sie ihrem Unmut über die genehmigte Mahnwache der Freien Nationalisten Kraichgau Luft und ließen die Gegenseite nicht zu Wort kommen. "Kein Bock auf Nazis", "Kein Platz für Nazis", "Stop Faschismus" oder "Nazis find ich doof" stand da zu lesen.

"Da sich das bürgerliche Lager nicht an den ihm zugestandenen Versammlungsort gehalten hat, sahen wir uns gezwungen, gegen den Lärm einzuschreiten und die Demonstranten in Richtung Elsenzbrücke zurückzudrängen", erklärte Dieter Klumpp, Pressesprecher der Polizeidirektion Heidelberg, am Sonntag. "Wären die Bürgerlichen an ihrem Platz geblieben, hätten sie so viel Lärm machen können, wie sie wollen."

Aktionen

Sinn und Zweck der Aktion sei es aber gewesen, nah an den Rechten dran zu sein, hielt das Bündnis für Toleranz dagegen. "Wir hatten die Nazis teilweise richtig eingekesselt, und das war gut." Mit "dem zugewiesenen Platz für die Rechten" sei man nicht glücklich gewesen: "Es hätte viel weiträumiger abgesperrt gehört, die Baustelle mit herumliegenden Baumaterialien war nicht glücklich."

Nicht einverstanden zeigten sich die Aktivisten mit dem Polizeieinsatz. "Es war seitens der Polizei eine offene und unnötige Provokation, an der Kreuzung zur Friedrichstraße berittene Polizisten einzusetzen", lautet die Kritik des Bündnisses.

Auch mit dem Verhalten einiger Gegendemonstranten zeigte sich das Bündnis nicht einverstanden. Etwa 50 Linksautonome hatten sich unter die friedliche Schar gemischt. "Das kann man nicht kontrollieren, der Aufruf zum Gegenprotest verbreitet sich und wir können nicht kontrollieren, wer dem Aufruf folgt." Fünf Gewahrsamsnahmen gab es am Rande der Veranstaltung.

"Drei Personen haben gegen das Vermummungsverbot verstoßen, es gab eine Beleidigung der Polizeikräfte und eine gefährliche Körperverletzung", fasste Dieter Klumpp den Einsatz zusammen. "Nachdem wir die Personalien festgestellt hatten, wurden die betreffenden Personen wieder auf freien Fuß gesetzt."

Sollte es sich um eine gezielte Körperverletzung eines Beamten handeln, distanziere man sich davon, so der Bündnissprecher: "Wir sind absolut gegen Gewalt. Die Aktionen müssen gewaltfrei bleiben.