75-Jahre Jubiläum

Was Wasser alles kann: Beim Lesersommer das Kneippen lernen

Heilbronn  Zwei Kneipp-Experten lassen die Lesersommer-Gewinner die Grundlagen der kneippschen Lehre selbst erleben. "Das Kneippen richtig lernen" lautete das Thema der Aktion an der Kneipp-Anlage im Heilbronner Wertwiesenpark.Viele Tipps für Anwendungen daheim gab es inklusive.

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Dieser Kaffee kommt reichlich spät am Tag: Um kurz nach 17 Uhr baden die Gewinner der Lesersommer-Aktion "Das Kneippen richtig lernen" ihre Unterarme im Armbecken der Kneipp-Anlage im Heilbronner Wertwiesenpark. "Das, was Sie gerade tun, ist der kneippsche Kaffee", erklärt Irmgard Muhler, die Vorsitzende des Kneipp-Vereins Heilbronn.

Erfrischung pur ist das. Das 16 Grad kalte Wasser belebt. Nicht gerade das Richtige um diese Uhrzeit, aber wer das Kneippen richtig lernen will, nimmt das in Kauf. Der nächste Hinweis: "Das Wasser bitte nur abstreifen, nicht abtrocknen." So wirkt die Anwendung durch das Verdunsten nach. Regina Frankenreiter-Straub freut sich riesig, dass sie mit dabei sein darf: "Ich habe die kneippsche Lehre einmal bei einer Anwendung in einem Hotel kennengelernt. So entspannt war ich noch nie." Jetzt will sie wissen, wie sie sich selbst etwas Gutes tun kann.

Das erklären Irmgard Muhler und ihr Vorstandkollege, Krankenpfleger und Heilpraktiker Lars Kochenburger, gerne. Erstmal aber ohne Wasser: Zwischen den Anwendungen sollen eigentlich mindestens zwei Stunden Pause liegen. Der Körper muss den Reiz durch das kalte Wasser verarbeiten. Bevor die Gruppe also im Storchengang durch das Wassertretbecken stakst, zeigen die Kneippianer, was sich daheim alles machen lässt: Morgens einen Gesichtsguss, der die Haut durchblutet. Irmgard Muhler kann gar nicht mehr ohne. "Das erfrischt so ungemein." Ihre Prognose: "Je öfter Sie die Anwendungen machen, umso besser vertragen Sie Wärme und Kälte." Der Körper gewöhnt sich an die Temperaturunterschiede. Wie gut eine Waschung mit einem dünnen Waschlappen tut, verdeutlicht Lars Kochenburger auch durch seine Erfahrung als Krankenpfleger in einem Seniorenheim. Doch immer gilt die Devise: Nur so lange im kalten Wasser verweilen, wie es gut tut.

Den meisten reicht eine Runde durch das Wassertretbecken. Jetzt hat der Körper wieder zu tun: Durch das kalte Wasser ziehen sich die Gefäße zusammen. Beim Storchengang ist ein Bein immer an der Luft: Die Venen dehnen sich wieder aus. Die Pumpwirkung setzt ein. Kochenburger: "Das Wasser reguliert und fördert die Selbstheilungskräfte. Mal sorgt es dafür, dass der Blutdruck steigt, mal senkt es ihn." Motiviert gehen die Teilnehmer nach zwei Stunden auseinander. Klara und Johann Hofer nehmen sich vor, bald wieder zur Kneipp-Anlage zu kommen. "Wir wohnen nicht weit weg." Das ist genau richtig, unterstützt Muhler das Ziel der Heilbronner: "Regelmäßigkeit ist wichtig."


Katja Bernecker

Katja Bernecker

Editorin

Katja Bernecker arbeitet seit 1999 bei der Heilbronner Stimme. Sie betreut das Bürgerportal meine.stimme und die Vereinsseiten für den Stadt- und Landkreis Heilbronn.

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