75-Jahre Jubiläum

Viel Arbeit steckt hinter der Online-Matinee zum Stimme-Jubiläum

Heilbronn  Mit Schnelltest und Abstand: Die Dreharbeiten für die Online-Jubiläumsfeier der Heilbronner Stimme haben wenige Tage vor dem Geburtstag stattgefunden - und zwar im Heilbronner Schießhaus, wo vor 75 Jahren die Historie der Stimme offiziell begann.

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Die Heilbronner Stimme besteht seit 75 Jahren. Am 28. März 1946 haben Vertreter der US-Militärregierung an Hermann Schwerdtfeger und Paul Distelbarth die Lizenz für die Zeitung überreicht - im historischen Schießhaus unweit des Hauptbahnhofs. Und genau dort, im großen Saal mit seiner Schloss-Atmosphäre, finden fast auf den Tag genau ein Dreivierteljahrhundert später die Geburtstagsfeiern statt. Es ist ein besonderer Anlass, und es ist ein besonderes Fest - gefeiert wird per Online-Matinee. Die Dreharbeiten dazu finden Tage vor dem eigentlichen Jubiläumstag statt.

Videoteam sucht die besten Einstellungen und die besten Momente heraus

Gut eine Stunde dauert das Online-Fest, in Szene gesetzt haben die Kollegen der Stimme-Videoproduktion allerdings das Fünffache an Material. Mindestens. Daraus suchten sie die besten Einstellungen und die besten Momente heraus, um eine ansprechende und kurzweilige Sendung zu präsentieren.

Verleger Tilmann Distelbarth hätte das Jubiläum gern mit Publikum gefeiert.

Die Stimme wird 75. Das hätte etwas Großes werden können, mit zahlreichen Gästen und in würdiger Ausgabe. "Leider hat uns Corona auch bei der Jubiläumsfeier einen Strich durch die Planungen gemacht", bedauert Stimme-Verleger Tilmann Distelbarth. "Gerne hätten wir mit Publikum in großem Rahmen unser Jubiläum gefeiert. Vor diesem Hintergrund bin ich richtig stolz, dass wir aus der Situation das Beste gemacht haben und alle Leserinnen und Leser an unserer unterhaltsamen und wertigen Online-Matinee zum Jubiläum teilnehmen können."

Schnelltests und Abstand: Beides gehört zum Dreh

Hygienekonzept und gegenseitige Rücksichtnahme prägen die Dreharbeiten. Jeder macht einen Corona-Schnelltest zum Tagesstart, und jeder trägt abseits der eigentlichen Drehmomente seine Maske. All das ist rund um die Aufnahmen eine Selbstverständlichkeit. Und natürlich gehört der richtige Abstand dazu, damit während des Drehs der Gesichtsschutz abgenommen werden kann.

Nur: Vor der Aufzeichnung, als Tische, die große, goldene "75" in der Mitte, der Blumenschmuck im Hintergrund stehen und das Licht installiert ist, stellt sich die Frage, ob die vorgesehene Distanz zwischen den Interviewpartnern tatsächlich die vorgeschriebenen zweieinhalb Meter sind. Chefredakteur Uwe Ralf Heer greift zum "alten Schiedsrichtermaß", wie er es nennt. Heer macht vier große Schritte und sagt sicher: "Das sind vier Meter."

Für den Chefredakteur ist wichtig, dass man die Bedeutung des Tags dokumentiert

Auch dem Chefredakteur ist wichtig, dass das Jubiläum begangen wird. "Einen Geburtstag feiert man dann, wenn der Geburtstag ist. Wir hätten sehr gerne eine große Feier mit Lesern, Kunden und Mitarbeitern gemacht. Das geht leider nicht." Wichtig sei trotzdem gewesen, dass man die Bedeutung dieses Tages dokumentiere und mit einem farbenfrohen Festakt feiere, den alle anschauen können.

Viel Arbeit steckt hinter der Online-Matinee

Chefredakteur Uwe Ralf Heer führt durch die Online-Matinee.

Heer sagt: "Das ist gerade auch für den Blick in die Zukunft sehr wichtig." Das Zeitungsjubiläum wird begangen, irgendwie. Das war schnell klar, deshalb ist Hauptorganisatorin Tina Bierlin-Bauer bei der Organisation über eine lange Zeit zweigleisig vorgegangen. Sie plante sowohl ein Präsenz- als auch ein Online-Format, "bei dem wir etwas Neues wagen". Sie hebt hervor: "Uns war klar, dass ein Jubiläum stattfindet."

Die Gesprächspartner achten auf Details

Irgendwann zeichnete sich dann allerdings ab, dass ein Präsenztermin nicht stattfinden kann und alles auf ein virtuelles Fest hinausläuft. Dieser kleine Festakt wird zwar aufgezeichnet, trotzdem achten beim Dreh im Schießhaus die Gesprächspartner auf kleine Details. Verleger Distelbarth überlegt, ob er eher lässig am Tisch lehnen oder lieber aufrecht stehen soll.

Viel Arbeit steckt hinter der Online-Matinee

Ist seit den 50er-Jahren Austrägerin der Hohenloher Zeitung: Marianne Petraschka.

Marianna Petraschka, die seit 1957 im hohenlohischen Neuenstein die Zeitung austrägt, erkundigt sich nach ihrem Blazer: geöffnet oder geschlossen? Offen, empfiehlt Chefredakteur Uwe Ralf Heer. "Dann sieht man Ihre Halskette besser." Das ist die Stärke der Online-Matinee, in der neben dem prominenten Gast Dr. Eckart von Hirschhausen mit Tilmann Distelbarth und Alesia Ladenburger auch zwei Mitglieder der Verleger-Familie zu Wort kommen.

Die Mitarbeiter Nils Buchmann, Ursula Deker und Jürgen Vollak unterhalten sich genauso mit Chefredakteur Heer wie die mittlerweile 84 Jahre alte Marianne Petraschka. "Wenn man gern aufsteht, macht man das", sagt sie. Die Zeitung am Morgen hält sie fit. "Ich sehe es als Sport an."

Der Oberbürgermeister kommt mit einem historischen Geschenk

Die Matinee an historischem Ort wird zum besonderen Geburtstagsfest, an dem Sekt - Anstoßen auf Distanz - und Geschenke nicht fehlen dürfen. Heilbronns Oberbürgermeister Harry Mergel gehört ebenfalls zu den Gesprächspartnern, und der bringt das Tagebuch von Emil Beutinger mit, der bei der Lizenzvergabe nach dem Zweiten Weltkrieg Oberbürgermeister war. Die Veranstaltung im Schießhaus erwähnte der einstige Rathauschef in seinem Büchlein, allerdings war er offenbar sehr unzufrieden damit, wie mit seinem Grußwort umgegangen wurde.

Viel Arbeit steckt hinter der Online-Matinee

Unterhalten sich mit Chefredakteur Uwe Ralf Heer über die Heilbronner Stimme: Mitarbeiter Ursula Deker und Nils Buchmann. Die Aufzeichnung im Schießhaus verantworten Manuel Maier (rechts) und Marcel Remmele (im Hintergrund) von der Abteilung Videoproduktion. Fotos: Andreas Veigel

Drei Kameras, Mikros, mehrere Scheinwerfer: Bei der Online-Matinee passt alles. Die Beleuchtung sei sicherlich eine der Schwierigkeiten gewesen, denn schließlich solle alles gut aussehen, meint Manuel Maier von der Videoproduktion. Die sicherlich größte Herausforderung aber war der Abstand. "Zwei Meter 50", sagt der Stimme-Mitarbeiter und zeigt auf Tische, "und das überall."

Die Aufnahmen gehen weiter, die nächsten Gesprächspartner warten - mehrere Sekunden lang herrscht Stille. "Ihr könnt loslegen", erinnert Manuel Maier alle daran, dass die Kameras laufen. Das Ergebnis der vielen Arbeit ist 75 Jahre nach der Lizenzvergabe zu sehen.

 
 

Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

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