75-Jahre Jubiläum

Sprungbrett zu den Bundesliga-Profis

Hoffenheim  Zwölf Leser erhalten Einblicke ins Leistungszentrum der TSG Hoffenheim. Trainer Rapp und U19-Profi Lässig stellen sich Fragen.

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U19-Trainer Marcel Rapp und Pressesprecher Jan Zurheide erzählten aus dem Alltag des Leistungszentrums. Nur wenige Spieler werden später Profi.

Foto: Christoph Kraft

Aus der Hoffenheimer Jugend haben schon einige Talente den Sprung zu den Profis geschafft. Mittlerweile haben es Niklas Süle zu den Bayern oder Nadiem Amiri zu Leverkusen geschafft. Wie es hinter den Kulissen des Leistungszentrums - wo U17- und U19-Talente trainieren - aussieht, haben zwölf Leser sich bei der 53. Aktion des Lesersommers in Hoffenheim angeschaut. Praktikant Benedikt Eicker führte durch die Räume des Zentrums. Eicker studiert Management und Leadership in Heidelberg und hat sich die TSG als Praxisstation ausgesucht. Vorbei an Trainerbüros ging es dann am Dienstag hinab zum Eisbad, der Sauna und dem Physiotherapeuten, wo sich ein Teilnehmer einen schnellen Tipp gegen ein Wehwehchen für zu Hause abholte.

Auch Schule bleibt wichtig

Ein paar Treppen nach oben traf die Gruppe dann auf Schulbücher und Whiteboard. "Schule gehört dazu", sagte später U19-Trainer Marcel Rapp. Drei Pädagogen hat der Bundesligist im Leistungszentrum, die zum einen Nachhilfe geben, aber auch bei persönlichen Themen ansprechbar sind. "Die Jungs unterschreiben mit 16 Jahren zum Teil Verträge", erklärt Eiker. Dazu komme der Druck, denn jedes Jahr wird neu entschieden, ob ein Spieler gut genug für den Nachwuchs der Hoffenheimer ist.

Von der U12 bis zur U19 trainieren die jungen Talente in ihrer Altersklasse. Eine U18 gibt es nicht, die U19 umfasst deshalb zwei Jahrgänge. "Spieler zu Profis zu machen", das ist der Job von Marcel Rapp. Der 42-Jährige hat selbst bei Karlsruhe, Oberhausen und den Stuttgarter Kickers in der zweiten Bundesliga gespielt, seit vier Jahren trainiert er die U19. Der Alltag der aufstrebenden Spieler setze sich individuell "wie ein Mosaik" aus Schule, Nachhilfe und (Kraft-)Training zusammen. Mittlerweile sei die Formel "Mehr Training ist gleich bessere Leistung" nicht mehr richtig. "Wenn die Jungs heute etwas zusätzlich machen, ist das kontraproduktiv. Sie sollen das, was wir anbieten, intensiv machen", meint Rapp. Nicht nur Training, auch die Bereiche Athletik und Psychologie sind im Leistungszentrum abgedeckt, dazu sorgen mehrere Köche für die passende Ernährung. Wie bildet sich ein Teamgeist, wenn die Mitspieler doch Konkurrenten sind, will ein Leser aus Pfedelbach wissen. Es sei eben für alle gut, wenn die Mannschaft gewinne, meint Rapp, davon profitierten alle. Den Spielern sei bewusst, dass "nicht alle, die hierherkommen, Süle werden".

Die "TSG-Familie" Lässig

Ein Spieler der U19, Valentin Lässig, stellte sich den Fragen. Er sei aus einer "TSG-Familie", meinte Pressesprecher Jan Zurheide. "Sein Problem ist, dass sein Bruder mein Lieblingsspieler ist", sagte Rapp lachend zu ihm. Emilian Lässig spielt aktuell beim FCA Walldorf in der Regionalliga. Vater Andreas leitet die Jugendabteilung in Hoffenheim. Seit der U12 ist Valentin Lässig Teil der Nachwuchsförderung, nach einem Kreuzbandriss hat er sich zurückgekämpft. Der Sport mache Spaß, dafür könne er "auf einiges verzichten", und meint damit so manche Party. Die Balance zwischen Schule und Fußball gelinge ihm gut: "Auf dem Platz vergisst man den Stress."

 

Kraft

Christoph Kraft

Volontär

Christoph Kraft arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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