75-Jahre Jubiläum

Nach dem Lachyoga zwicken die Mundwinkel

Region  Viel Spaß haben die Teilnehmer beim Lachyoga im Rahmen des XXL-Lesersommers von stimme.de.

Email

Die Neckarsulmerin Yasmin Eisenblätter ist glücklich, und das Gefühl teilt sie beim Lachyoga gern mit anderen.

Foto: Mario Berger

Erwachsene lachen zu wenig. Recht hat damit Yasmin Eisenblätter, die Lachyoga beim XXL-Lesersommer der Heilbronner Stimme leitet. Der Mangel ist sogar zu spüren. Nach einer Stunde mit ständigem Lachen und Grinsen zwicken die Muskeln rund um den Mundwinkel; offenbar haben sie im Alltag zu wenig zu tun. Ganz entspannt fühlt sich das Gesicht erst an, wenn man tatsächlich weitergrinst. Das ist es vermutlich, was die Neckarsulmerin so sehr an den Übungen schätzt. "Es wirkt nach", sagt Yasmin Eisenblätter. "Man fühlt sich sehr gut." Das Glücksgefühl, ist sie überzeugt, hält ein, zwei Tage an.

Es gibt die klare Aufforderung zum Lächeln

Das betont sie auch mit einem Plakat. "Lächle!", lautet darauf die klare Aufforderung. "Glücklich steht Dir so gut." Seit 2017 leitet sie solche Kurse. Schon bei der Ausbildung dazu merkte sie, dass es passt: "Wenn ich so glücklich bin, lasse ich das auch andere spüren."

Links klatschen, rechts klatschen, Hände in die Höhe reißen und dabei laut lachen. Daumen hoch, lächeln. Ausatmen, vorbeugen und lachen. Es gibt viele Varianten, gute Laune zu haben. Die Teilnehmer stellen sich sogar unter eine imaginäre Lachbrause und erfrischen sich damit. Das faszinierende an der Gruppe ist, dass die glücklichen Teilnehmer einander mit dem Lächeln anstecken - selbst im Online-Format. Immer wieder geht das künstliche Grinsen in natürliches Glucksen und Lachen über. Das wissen auch die Teilnehmerinnen und der Teilnehmer zu schätzen. "Obwohl ich niemanden gekannt habe, hat sich ein Zugehörigkeitsgefühl eingestellt", erzählt Sibylle Dietel.

Nach dem Lachyoga ist eine Teilnehmerin tiefenentspannt

Tiefenentspannt fühlt sich Carmen Bender nach dem einstündigen Seminar. Das erreiche sie sonst nie. Die Lachbrause werde sie regelmäßig anwenden, und auch Lachpillen werde sie bereithalten. Diese Medizin wirkt, obwohl Döschen und Arzneimittel nur in der Vorstellung existieren. Doch auch hier gilt: Kaum bewegen sich die Finger mit den Pillen in Richtung Mund, beginnt das Grinsen.

Erst einmal das Lachen einstellen: Den Tipp gibt Yasmin Eisenblätter, und schon schiebt sie mit den Zeigefingern die Mundwinkel nach oben. So solle man morgens in den Tag starten, den Partner anlächeln. Mit einem Lächeln schalte man den Verstand aus, erklärt sie. Vergessen sind die Sorgen, denn das Gehirn sagt sich: "Ich habe gute Laune."

Es sind Kleinigkeiten, um zu guter Laune zu kommen und sie zu behalten. Da bewegt sich die Gruppe mit schwimmenden Armbewegungen als Katzenfisch-Schwarm durch die Räume. "Hai", ruft jemand, die Teilnehmer erstarren und plustern die Backen auf - bis zur Entwarnung "Hai weg", und die Gruppe schwimmt wieder locker umher. Das lässt sich auf alles anwenden, das stresst, weiß Yasmin Eisenblätter - etwa Chefs, sagt sie.

Alles, was zum Glücklichsein benötigt wird, haben die Teilnehmer dabei. Die geöffnete Hand wird zum Taschenspiegel, in den man immer wieder sehr gern blickt und mit dem freien Zeigefinger draufzeigt. "So sehen Sieger aus."

 

Simon Gajer

Simon Gajer

Autor

Simon Gajer kam im Jahr 2000 erstmals zur Heilbronner Stimme. Nach seinem Volontariat und einem Jahr als freier Journalist in den USA ist er seit Herbst 2003 zurück in der Region: Zurzeit sucht er nach spannenden Themen im nördlichen Landkreis Heilbronn, vor allem aus den Städten Neckarsulm, Möckmühl und Neudenau.

Kommentar hinzufügen