75-Jahre Jubiläum

Kreative Geburtstagswünsche der Meine.Stimme-Community

Region  Heimatreporter des Bürgerportals Meine.Stimme mit Geschichten und Geschenken für die Heilbronner Stimme. Von der Bastelarbeit bis zur Erinnerung eines ehemaligen Azubis ist alles dabei.

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Erinnerungen, Erlebnisse und Glückwünsche rund um die Stimme hatte das Team des Bürgerportals Meine.Stimme zum Auftakt des Jubiläumsjahrs der Heilbronner Stimme gesucht - und die Heimatreporter, so werden die User des Portals genannt, haben viele schöne Worte, emotionale Geschichten und interessante Fotos geliefert. Die Heimatreporterin Gudrun Schickert - die fast gleich alt wie die Stimme ist - hat sogar stundenlang dafür gebastelt. Diese Seite stellt einige der berührenden und interessanten Beiträge und Fotos vor. Alle Texte und Fotos sind auf dem Bürgerportal Meine.Stimme zu finden.

Alle Heimatreporter-Beiträge zum HSt-Jubiläum: www.meine.stimme.de

Erinnerung und ein Stück Zeitgeschichte

Heimatreporter Michael Harmsen denkt gerne an seine Gautschfeier im Jahr 1947 bei der Heilbronner Stimme zurück: Neben dem Bad im Wasserbottich gehörte ein schrecklicher Trank zum Ritual eines ausgelernten Drucker- und Schriftsetzerlehrlings.

Unscharf, aber dennoch interessant und lustig: Michael Harmsen wird gegautscht.

Foto: privat

Meine persönliche Erinnerung an die Heilbronner Stimme ist die Gautschfeier der Drucker- und Schriftsetzerlehrlinge am 20. September 1974. Mit Hochgenuss haben mich die Gesellen der Druckerei und Setzerei in den bis obenhin mit Wasser gefüllten Bottich geschmissen. Widerstand war zwecklos und hatte nur zur Folge, noch länger unter Wasser gedrückt zu werden. Stattgefunden hat das Ganze im Hinterhof der Stimme, an der Rampe. Das war die äußere Reinigung. Zur inneren Reinigung mussten die "Gautschlinge" bei der anschließenden Feier noch ein großes Glas "Ratzeputz" auf ex trinken und dann auch noch eine Zigarre rauchen. Das war scheußlich.

Damit waren wir, "Die Jünger der schwarzen Kunst", in den edlen Stand der Gesellen aufgenommen. Der Gautschbrief war zu dieser Zeit ähnlich wichtig wie das Lehrzeugnis und wurde bei der Einstellung in einem neuen Betrieb unter Umständen kontrolliert.

Die Betriebsmitteilung Nr. 31 von 1974 hat bis heute in den Tiefen meines Archivs überlebt. Die Haare waren damals etwas länger und voller, der Bauch noch flacher. Interessant sind die technischen Neuerungen, die auf Seite 6 und 7 beschrieben sind. Zwei neue Fotosetzmaschinen Linotron 303 und die Magnetband-Erfassungsgeräte stellten zu dieser Zeit eine technische Revolution und den endgültigen Abschied vom Bleisatz dar. Der PC trat dann einige Jahre später seinen Siegeszug an und verdrängte auch diese Technik. Ein kleines Stückchen lokale Zeitgeschichte und eine schöne Erinnerung, als Geburtstagsgeschenk für die Stimme. Michael Harmsen

Beitrag auf Meine.Stimme

meine.stimme.de/gautschen


Explosionsbox gebastelt

Heimatreporterin Gudrun Schickert hat in stundenlanger Arbeit etwas ganz Besonderes geschaffen: Beim Öffnen der Box entfalten sich Gedichte und Bilder zur Stimme.

Explosionsbox gebastelt

Soeben habe ich das letzte Kärtchen in Handschrift mit einem kleinen Gratulationsgedicht beschrieben und nun ist die Explosionsbox für das 75-jährige Jubiläum der Heilbronner Stimme ganz fertig. Mehrere Tage habe ich an der Grundform der Explosionsbox gewerkelt, geschnitten, bestempelt, geformt und die mir zugemailten Fotos teilweise verkleinert, ausgedruckt, beschnitten und auf der Box aufgeklebt.

Dann musste noch der Deckel passend für die Box gebastelt werden und die Gestaltung dafür entworfen, wieder verworfen und wieder neu gestaltet werden. Alleine einen Nachmittag habe ich die Geschichte der Heilbronner Stimme nach der von Frau Lechner mir zugesandten Chronik in Gedichtform umgesetzt und für eines der Seitenfächer auf ein ziehharmonikaartig gefaltetes Papier per Hand aufgeschrieben und gestaltet.

Vieles wurde mit Stempeln bedruckt und mit Stanzformen ausgestanzt, aber sehr viel habe ich auch von Hand gezeichnet und von Hand ausgeschnitten. Es war sehr viel Arbeit, aber es hat mir Spaß gemacht und ich hoffe sehr, dass sich der Verlag über die Explosionsbox freuen wird. Gudrun Schickert

Gedichte und viele Fotos der Explosionsbox

meine.stimme.de/box


Mit der Stimme (auf dem Kopf) lesen gelernt

Heimatreporterin Moni Bordt berichtet aus ihrer Kindheit: Die Zeitung gehörte zum morgendlichen Ritual.

Mit der Stimme (auf dem Kopf) lesen gelernt: Erinnerungen an den Frühstückstisch im Elternhaus

Mit einer Fotokugel hat Heimatreporterin Moni Bordt die Stimme fotografiert.

Foto: privat

Meine geliebte Frühstückslektüre hat Geburtstag: Dazu gratuliere ich ganz herzlich. Mit dir habe ich lesen gelernt! Schon meine Eltern haben dich abonniert und so gab es jeden Morgen eine kleine Leselektion zusammen mit Mama. Wir saßen uns am Frühstückstisch gegenüber, sie las die Zeitung – und ich? Ich las die Berichte verkehrt herum. Deshalb bist du heute in meinem Geburtstagsbild so abgebildet, wie ich dich als Kind kennengelernt und wahrgenommen habe.

Heute lese ich dich natürlich "richtig herum" – obwohl: auf dem Kopf Lesen habe ich nie verlernt... Moni Bordt

Beitrag auf Meine.Stimme

meine.stimme.de/lesen


Wie das Stimme-Lesen gepaart mit ein bisschen Ungehorsam Leben retten kann

Heimatreporter Wolfgang Kynast erzählt seine bewegende Geschichte: Weil er in einen Stimme-Artikel vertieft war, war er zur Stelle, als seine kleine Schwester aufgehört hat zu atmen.

Wie das Stimme-Lesen gepaart mit ein bisschen Ungehorsam Leben retten kann

Wolfgang Kynast beschreibt sein emotionales Erlebnis.

Foto: privat

Ich muss etwa acht oder neun Jahre alt gewesen sein, also vermutlich war es 1959, als sich die Geschichte ereignete, die ich hier zum Stimme-Jubiläum erzählen möchte.

Nach dem Mittagessen begann ich wie immer die Stimme zu lesen, meine Mutter ging zum Geschirrspülen in die Küche, damals natürlich noch von Hand. Vorher hatte sie mir noch aufgetragen, ein paar Kleinigkeiten beim Lädchen in der Nähe zu kaufen. Das war noch ein richtiger Tante-Emma-Laden und zum Milch Kaufen ging man mit der Milchkanne. Hinter mir im Kinderbettchen schlief meine kleine Schwester, etwa zwei Jahre alt.

Nach kurzer Zeit kam meine Mutter noch mal rein: "Du sollst doch einkaufen gehen." Ich, altersgemäß: "Gleich, erst lese ich diesen Artikel fertig." Kluge Mütter sparen sich da unnötigen Stress. Mutter also wieder in die Küche, ich weitergelesen. Bis mir auffiel, dass hinter mir kein Atemgeräusch mehr zu hören war. Nachgeschaut – tatsächlich, meine Schwester atmete nicht.

Ich rannte laut rufend über den langen Flur: "Sie schnaufd ned, sie schnaufd ned!" Mutter rannte ins Wohnzimmer, nahm meine Schwester auf den Arm und klopfte ihr auf den Rücken. Nichts. "Schnell, ruf den Doktor." Telefon hatten wir damals noch nicht, genauso wenig wie einen Fernseher. Ich also zwei Treppen runter, bei unseren Vermietern, der Metzgerei Lustig, Sturm geklingelt. Frau Lustig wählte für mich und ich schilderte der Sprechstundenhilfe panisch das Problem: "Mei Schweschder schnaufd net!" "Der Doktor kommt."

In meiner Panik rannte ich dann in die nicht weit entfernte Praxis von Dr. Krumpe, um dort die Dringlichkeit nochmals zu unterstreichen. Der Doktor setzte sich auch gleich ins Auto und ich rannte zurück zu unserer Wohnung, wo ich gleichzeitig mit ihm ankam. Dort gab es Entwarnung: Meine Schwester hatte nach mehrminütigem Schütteln und Rückenklopfen wieder geatmet.

Seitdem weiß ich, dass Zeitunglesen in Verbindung mit etwas Ungehorsam Leben retten kann. Vielen Dank dafür im Namen der ganzen Familie, liebe Stimme und herzliche Glückwünsche zum 75. Geburtstag. Mögen es noch viele weitere große Jubiläen werden. Wolfgang Kynast

Beitrag auf Meine.Stimme

meine.stimme.de/schwester


Katja Bernecker

Katja Bernecker

Editorin

Katja Bernecker arbeitet seit 1999 bei der Heilbronner Stimme. Sie betreut das Bürgerportal meine.stimme und die Vereinsseiten für den Stadt- und Landkreis Heilbronn.

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