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Google muss nicht alles wissen: Stimme-Leser lernen, wie sie ihre Daten im Netz besser schützen

Region  Ob Impfpass oder Personalausweis: Immer mehr wichtige Dokumente werden künftig auf dem Handy abrufbar sein. Aber das Internet, vor allem Google, muss nicht alles über einen wissen. Wie das geht, haben zehn Stimme-Leser am Freitagvormittag von Dozent Hans Jobst erfahren.

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Hans Jobst während der Lesersommer-Aktion Sicherheit im Internet.

Foto: Veigel

Wer im Internet unterwegs ist, der hinterlässt mit jeder Suche oder mit jedem Klick Spuren. Die wiederum macht sich Google zunutze, indem es diese Daten sammelt und ein Nutzungsprofil anlegt. Auch wenn die Suchmaschine weltweit einen Marktanteil von 90 Prozent aller mobilen Anfragen ausmacht, muss Google nicht alles von einem wissen. Es gibt Wege, bereits gesammelte Informationen wieder zu löschen. Wie das geht, erklärt Hans Jobst zehn Stimme-Lesern am Freitag in einer Zoom-Konferenz.

Hin und wieder digital ausmisten

"Jeder, der das Internet nutzt, muss eine digitale Medienkompetenz entwickeln", macht der Dozent der Volkshochschule Eppingen zu Beginn der dreistündigen Veranstaltung deutlich. Ganz pauschal gesagt, gilt: "Je weniger Informationen im Netz von einem zu finden sind, desto weniger Angriffspunkte gibt es." Er empfiehlt, von Zeit zu Zeit digital auszumisten und Apps, die man nicht mehr braucht, von seinem Smartphone oder Tablet zu löschen. Wichtig sei auch, die Zugriffsrechte einer App zu verwalten.

Damit der Nachrichtendienst Whatsapp beispielsweise ordnungsgemäß funktionieren kann, muss er auf die Kontakte zugreifen dürfen, nicht aber zwangsläufig auf den Standort. Anders sieht das bei einer Wetter-App aus. Hier könne es sinnvoll sein, den Standort-Zugriff zu erlauben, weil der Ort sonst manuell eingegeben werden muss.

Eine App, die Zugriff aufs Mikrofon hat, kann "Sie Tag und Nacht abhören"

Eine sehr sensible Sache sei das Mikrofon. Eine App, die Zugriff darauf hat, "kann Sie Tag und Nacht abhören", mahnt er. Seriöse Anbieter würden sich aber an die Spielregeln halten und das Mikrofon nur bei der Benutzung der App einschalten. Eine wichtige Rolle spielt Hans Jobst zufolge auch die Zwei-Faktor-Authentifizierung. In der Vergangenheit mag ein Passwort gereicht haben. Heutzutage aber sei es sinnvoll, sich zusätzlich übers Handy einen sechsstelligen Code schicken zu lassen, als eine doppelte Absicherung gegenüber Kriminellen, die sich Zugang zu einem Konto auf Amazon oder dergleichen verschaffen wollen.

Impfpass und Personalausweis auf dem Handy

Bei aller Vorsicht, die im Internet geboten ist, darf Hans Jobst zufolge nicht unterschätzt werden, dass das Handy ein immer wertvolleres Kommunikationsmittel wird. Als prominentes Beispiel nennt er neben dem Corona-Impfpass auch den Personalausweis, der künftig nicht mehr nur noch im Geldbeutel, sondern auch digital auf dem Handy zu finden sein wird.

Leserin Margarete Seiz erzählt am Ende der Zoom-Konferenz, dass sie zwar ein Einsteiger auf diesem Gebiet sei, aber jetzt richtig heiß darauf ist, dranzubleiben und mehr zum Thema Sicherheit im Internet zu erfahren. Zu Beginn ihrer Rente habe sie von ihrer Chefin ein Tablet geschenkt bekommen, das sie jetzt besser zu nutzen weiß.

 

Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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