75-Jahre Jubiläum

Entspannte Alpaka-Wanderung in Hollenbach

Mulfingen  Beim XXL-Lesersommer erleben zehn Teilnehmer Alpakas hautnah. Bei der Wanderung durch Wald und Flur in Hollenbach müssen sich die Paare aus Mensch und Tier aber erst aneinander gewöhnen.

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Die Leser unterwegs mit den Alpakas von Familie Albrecht: Im Hintergrund zu sehen ist der Mulfinger Ortsteil Hollenbach.

Fotos: Tamara Ludwig

Elias ist der Chef, Cosimo der Chiller, Geronimo eher ängstlich und Diabolo, na ja, bei ihm sei der Name Programm - das sagt man ihm zumindest nach. Doch auch der kleine braune Teufel, der allenfalls etwas widerspenstig, bisweilen etwas ungezogen ist, erobert schnell die Herzen der Teilnehmer beim XXL-Lesersommer der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung/Kraichgau Stimme. "Alpakas hautnah erleben" bedeutet eben auch, sich auf die jeweiligen Charaktere hinter dem flauschigen Äußeren einzustellen.

Sich miteinander wohlfühlen

Dass nicht jedes Alpaka zu jedem Menschen gleich gut passt, das erklärt Heike Albrecht vom Alpakahof in Hollenbach den zehn Teilnehmern am vergangenen Samstag. Passt es nicht, wird auch mal getauscht, und das sei absolut okay. Schließlich sollen sich die Paare aus Mensch und Tier miteinander wohlfühlen - dann steht einer entspannten Wanderung bei strahlendem Sonnenschein nichts mehr im Weg.

 

Fast nichts, denn anfangs holpert es zwischen den Wanderpaaren noch etwas. Während der menschliche Part gerne eifrig losmarschieren würde, bleibt das eine oder andere Alpaka einfach stehen. Da braucht es Überzeugungsarbeit, die Unterstützung von Alpaka-Fachfrau Heike Albrecht und ihrer Tochter Merle sowie die Kooperation von Leittier Blacky, damit sich die Herde fortbewegt. Doch auch Blacky scheint es nicht eilig zu haben. Macht nix, schließlich soll das Wandern mit Alpakas ja entspannend und entschleunigend wirken.

Der Gechillte ist nicht immer gechillt

Mit der Zeit finden die Tiere und ihre Begleiter immer besser zusammen, ein Laufrhythmus entsteht. "Er hat mir jetzt zweimal die Hand abgeleckt, das deute ich als positives Zeichen", scherzt Holger Hartmann aus Mulfingen über seinen flauschigen Wanderpartner Cosimo. Cosimo - der Gechillte - läuft meist am Ende der Herde.

Entspannte Alpaka-Wanderung in Hollenbach

Sabrina Nägele (vorne) mit "Vielfraß" Flick, der genau vor einem Jahr am Morgen des Lesersommer-Events geboren ist.

Hat er jedoch das Gefühl, abgehängt zu werden, legt er urplötzlich einen Zwischensprint ein. Und Hartmann? Der ist aufmerksam und hält problemlos Schritt. Das ist gut so, denn die Alpakas nutzen kleine Unaufmerksamkeiten ihrer menschlichen Begleiter gerne aus, meist jedoch, um stehenzubleiben oder am Wegesrand zu grasen.

Der gerade einjährige, rotbraune Flick - vergangenes Jahr just am Morgen des Lesersommer-Events geboren - entpuppt sich als besonders gefräßig. Seine Begleiterin Sabrina Nägele aus Ingelfingen nimmt es gelassen. "Der ist wie ich", sagt sie schulterzuckend und lacht.

Flick schafft es immer wieder, sich kaum merklich, ohne dabei stehenzubleiben, Grashalme vom Boden abzureißen und genüsslich zu zerkauen. Gras to go also. Dabei gibt es bei einer ausgiebigen Pause auf einer schönen, schattigen Lichtung Zeit genug, sich den Bauch zu füllen. Für die Leser ist das wiederum die Gelegenheit, ein paar Erinnerungsfotos zu schießen.

Temporeicher Schlussspurt und Abschiedsschmerz

Nach der Stärkung legen die Tiere an Tempo zu, was weniger am Futter als am nahenden Zuhause liegt. "Auf dem Rückweg sind sie immer schneller", sagt Heike Albrecht. Zurück auf dem Alpakahof ist Abschiedsschmerz zu spüren. Stand die Gruppe vor der Wanderung noch mit gebührendem Sicherheitsabstand vor dem Gehege, sind alle nun ganz nah an der Absperrung, um letzte Fotos zu schießen und den Alpakas noch ein kleines bisschen länger nah zu sein.

Entspannte Alpaka-Wanderung in Hollenbach

Vorsichtig lässt sich das Alpaka von Carmen Brennenstuhl (rechts) füttern − ein Vertrauensbeweis.

"Das war schon etwas Besonderes", sagt etwa Nicole Wockenfuß aus Neckarsulm über die Erfahrung. Auch Holger Hartmann findet, dass die Teilnahme sich gelohnt hat: "Man versteht schon, dass das auch für therapeutische Zwecke eingesetzt wird. Es war eher ein Abtasten als ein sich Durchsetzen, ein Geben und Nehmen", lautet sein Fazit.

Der Alpakahof Albrecht

"Wir waren aus Versehen in Nürnberg im Tierpark", sagt Martin Albrecht und grinst. Dort habe alles begonnen, denn seine Frau Heike verliebte sich in Alpakas. 2015 ziehen die ersten vier Tiere auf dem Bauernhof der Familie in Mulfingen-Hollenbach ein. Inzwischen sind es 18 Alpakas. Nachdem Heike Albrecht zahlreiche Qualifikationen zur Haltung und zu tiergestützten Aktivitäten absolviert hat, konzentriert sie sich beruflich nun vollständig auf die Angebote mit den Alpakas.

 

Tamara Ludwig

Tamara Ludwig

Autorin

Tamara Ludwig ist seit 2014 Redakteurin der Hohenloher Zeitung. Dabei hat sie vor allem die Ereignisse und Kommunen im Altkreis Künzelsau im Blick.

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