75-Jahre Jubiläum

Einfache Übungen sorgen für einen gelassenen Alltag

Leingarten  Gesundheitstrainerin Erika Mundinger gibt bei der zwölften XXL-Lesersommer-Aktion Tipps für die Kunst der kleinen Pause.

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Erika Mundinger zeigt eine aktivierende Qigong-Übung.

Foto: Andreas Veigel

In Zeiten des vielen Sitzens, der Digitalisierung und des Homeoffices kommt sie öfters zu kurz: die Pause. Folgen sind etwa Schulter- und Nackenverspannungen und ermüdete Augen auf körperlicher und Gereiztheit auf geistiger Ebene. Arbeitsqualität und Kreativität lassen nach.

In einem zweistündigen Workshop zeigte Erika Mundinger am Freitagnachmittag zwölf Stimme-Lesern ganz einfache Übungen für die Balance zwischen An- und Entspannung im Alltag. Seit über 20 Jahren ist die Leingartenerin Gesundheitstrainerin und Stressmanagerin. Die 63-Jährige gibt Kurse in der Volkshochschule und im Sportverein Leingarten sowie Einzelcoachings. Jahrelang hatte sie ihren behinderten Sohn gepflegt und dadurch neben diverser Trainerausbildungen einen intensiven Bezug zum Thema Bewegung und Körperwahrnehmung gewonnen.

Der Wert der kleinen Pausen

Um innere Kräfte zu aktivieren, habe die Pause, also "die Zeit, in der man etwas unterbricht," einen großen Wert, betont die Körpertraining-Expertin. Dabei seien "kleine Pausen besser als große".

Alles sei im Rhythmus: Tag und Nacht, die Jahreszeiten, unser Herz, und auch wir Menschen bräuchten ihn im alltäglichen Leben. Als Taktgeber des Tages bezeichnet Mundinger Pausen. Wie für Leistungssportler sei es für den ganz gewöhnlichen Alltag im Büro und daheim elementar, sich nach der Anstrengung zu regenerieren, wie neben über 2000 Jahren alten asiatischen Weisheiten auch die moderne Wissenschaft immer wieder aufzeige.

"Machen Sie sich bewusst, was Ihre Gewohnheiten sind, wie Sie Ihren Körper gerade bewohnen, wann und wie Sie Pausen machen." Ein Stau könne als wertvolle Pause genutzt werden oder das Warten in der Schlange.

Übungen sollten leicht in den Alltag integrierbar sein

Erika Mundinger kommt schnell nach der Einführung in Sinn und Nutzen von Pausen zum praktischen Teil des Workshops.

Sie zeigt eine Reihe von Übungen, die wir immer und überall machen und als Gewohnheit etablieren können, daheim, an der Haltestelle, im Büro: Wie die berühmte Venenpumpe, bei der die Fersen hoch und runter bewegt werden. Oder "die Atemblume in die sechs Himmelsrichtungen" aus der Praxis des Qigong, einer chinesischen Meditations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist. In der "Atemblume" werden mit leicht gebeugten Knien die ausgestreckten Arme von oben nach unten, seitlich und nach vorne gekreist: "Eine wunderbare einfache Übung, die durch fließende Bewegungen den ganzen Körper aktiviert und lockert und gleichzeitig Atem und Geist beruhigt", findet die Stressmanagerin.

E-L-A: Langsam einatmen, lächeln, ausatmen

Zum Schluss zeigt Erika Mundinger die für sie wichtigste Übung überhaupt - "E-L-A": Langsam einatmen, lächeln, ausatmen. "Wie die vorigen Übungen aktiviert besonders diese unser parasympathisches Nervensystem, das für Entspannung sorgt", erklärt die Gesundheitstrainerin. Neben Bewegungs- und Atemübungen seien natürlich auch andere kleine, analoge Auszeiten sinnvoll wie der Plausch mit den Kollegen oder dem Trinken einer Tasse Tee.

Nach dem Kurs voll alltagstauglichem Bewegungstraining ziehen die Teilnehmer ein positives Fazit. "Mir haben die Übungen für den Nacken am meisten gebracht", resümiert Beatrix Höfer, da sei sie am meisten verspannt. Und Marina Nef findet, dass sie die Übungen sehr gut in den Alltag, etwa an ihrem Büroarbeitsplatz, einbinden kann.


Bigna Fink

Bigna Fink

Volontärin

Bigna Fink volontierte von 2019 bis 2021 bei der Heilbronner Stimme. Seitdem ist sie als Redakteurin tätig - derzeit allerdings in Elternzeit.

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