75-Jahre Jubiläum

Stimme-Leserinnen backen gemeinsam eine feine Apfelrosentarte

Region  Stimme-Leserinnen backen live online eine Apfelrosentarte mit der Brackenheimer Tortendesignerin Steffi Biedermann.

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Die Corona-Pandemie lehrt, flexibel zu sein und nicht zu festgelegt bei der Planung von Ereignissen. Aber was soll schon schiefgehen bei einem Online-Event? Zum Beispiel dies: "Gestern Morgen ist mein Backofen kaputt gegangen", erzählt Steffi Biedermann, die Tortendesignerin aus Brackenheim, beim Stimme-Lesersommer-Event. Zusammen mit neun digital anwesenden Gästen backt sie am Mittwoch feine Apfelrosentartes - im Vorfeld kam da nochmal ordentlich Hektik auf. Der örtliche Elektrohändler hatte glücklicherweise ein Modell vorrätig, das höheren Ansprüchen genügt. So kann die dritte Aktion des XXL-Lesersommers in diesem Jahr steigen - eine Premiere für Steffi Biedermann, die zwar auf vielen Social Media-Kanälen zu finden ist und regelmäßig vor einigen 100.000 Zuschauern der SWR-Fernsehsendung "Kaffee oder Tee" Torten kreiert - aber einen Workshop live aus der heimischen Küche gab"s noch nie. Und es läuft wie am Schnürchen.

Zutaten und Utensilien liegen bereit für das anspruchsvolle Back-Projekt

"Die Apfelrosentarte ist ein bisschen anspruchsvoller", erklärt Steffi Biedermann den erwartungsfrohen Teilnehmerinnen, die sich pünktlich via Zoom zugeschaltet haben. "Wir wollen ja was lernen." Einen normalen Apfelkuchen kann schließlich jeder backen. Die Stimme-Leserinnen sind gut vorbereitet: Anhand der Liste, die ihnen rechtzeitig zuging, haben sie alle Zutaten besorgt und abgewogen sowie die benötigten Utensilien bereitgestellt.

Kalte Butter muss es sein, damit der Teig nicht klebt

Zügig geht es an den Mürbeteig, alle Zutaten kommen in eine Schüssel. "Ich muss den Teig mit den Händen fühlen", sagt die Tortendesignerin und greift herzhaft hinein. Ist das Ei auch schon drin? Aber ja. Und: "Kalte Butter muss es sein." Margarine taugt für einen Mürbeteig nicht, weil sie zu viel Wasser enthält, verrät die Expertin, ehe sie Erste Hilfe leistet. "Mein Teig klebt", klagt Stimme-Leserin Martina Fuchs - mit ein bisschen zusätzlichem Mehl ist das Problem schnell behoben.

Die Crème ist ganz schön knifflig

Während der Teig, in Folie gewickelt, im Kühlschrank ruht, wird der Backofen schon mal vorgeheizt. Jetzt kommt der wirklich knifflige Part: die Crème Patissière. Die Mischung aus Eigelb, Zucker, Speisestärke und Vanillepaste muss mit Milch und Sahne im Wasserbad erhitzt und fest geschlagen werden - "das gibt Muckis in den Armen", scherzt Biedermann. Um Bakterien abzutöten, werden Milch und Sahne zunächst in einem separaten Topf gekocht, ehe sie, ein wenig abgekühlt, "schlückchenweise" der Eigelbmasse zugegeben werden. "Seid vorsichtig - das Eigelb darf nicht gerinnen", warnt Steffi Biedermann die begeisterten Teilnehmerinnen.

In den Küchen ist es jetzt ganz still, alle schaffen hochkonzentriert. "Bei mir ist es schon fest", meldet Claudia Buchinger als Erste, wohingegen Miriam Mühlbeyer noch Zweifel hegt hinsichtlich der Konsistenz. In der größten Not könnte man auch mit einem weiteren Eigelb von vorne anfangen, um die Masse zu binden, erklärt Biedermann. Zu viel Stärke schadet dagegen dem Geschmack.

Der Teig wird nun kurz durchgeknetet und ausgerollt - "einmal hoch und einmal runter, dann wird es gleichmäßig" - ehe er in die gebutterte Form kommt. Mit der Gabel piekst Steffi Biedermann Löcher hinein, damit im Ofen keine Blasen entstehen. Das Blind- und Vorbacken ist wichtig, damit der Boden später, wenn die Crème draufkommt, nicht matschig wird.

Apfelscheiben in Saft und Butter einweichen

In der Zwischenzeit schneiden die Teilnehmerinnen die Äpfel. "Wir lassen die Schale dran, damit es wirklich Rosen werden", sagt Biedermann. Die Scheiben lässt sie in einem warmen Sud aus Apfel- und Zitronensaft, Zucker und Butter einweichen, ehe sie mit flinken Fingern kunstvolle kleine Rosen daraus formt.

Am Ende wird der fertig gebackene Boden mit der Crème Patissière bestrichen und die Röschen darauf angerichtet. Die Kuchen sehen fantastisch aus - und alle Stimme-Leserinnen strahlen um die Wette. "Deswegen habe ich mitgemacht, damit ich mal was Neues lerne", freut sich Helga Teifel. Und Mariana Kerl ergänzt: "Das hat echt Spaß gemacht."


Dilchert

Renate Dilchert

Autorin

Renate Dilchert ist seit 1993 bei der Heilbronner Stimme und arbeitet als Redakteurin im Ressort Leben und Freizeit.

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