75-Jahre Jubiläum

Ein bisschen mehr Sams sein

Untergruppenbach  Ensemble und Intendantin hautnah: Zehn Kinder und ihre Begleiter bekamen beim XXL-Lesersommer Einblicke hinter die Kulissen der Burgfestspiele Stettenfels.

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Was kann das Sams? "Wünsche erfüllen", ruft Ivy Kirschner (8) aus Zaberfeld. Wer weiß, vielleicht hatte ja das dicke, rothaarige Wesen mit der Rüsselnase auch beim XXL-Lesersommer unserer Zeitung seine Finger mit im Spiel: Zehn Kinder und ihre erwachsenen Begleiter durften am Freitag bei den Burgfestspielen Stettenfels hinter die Kulissen des Stückes "Das Sams. Eine Woche voller Samstage" schauen.

Für das Ensemble eines Freilichttheaters mindestens ebenso wichtig wie für das Publikum ist das Wetter. Deshalb ist ihre "Wetteraussicht", wie Intendantin und Regisseurin Ursula Simon eine ganz bestimmte Stelle an der Burgmauer nennt, auch einer der ersten Haltepunkte ihrer einstündigen Führung. An diesem Nachmittag sind dort keine Regenwolken in Sicht. Und keiner muss sich zum Schutz vor Blitz und Donner in den Burgkeller retten.

Wunschpunkte mit Klettverschluss

Für 27 Grad und Sonnenschein muss das Sams nicht einmal einen Wunschpunkt opfern. Die sind in Untergruppenbach übrigens nicht - wie Lukas Dollinger (7) aus Heilbronn vermutet - ins Gesicht, sondern ans Kostüm von Darstellerin Susanne Winzig geklebt und fliegen bei jedem erfüllten Wunsch von Papa Taschenbier durch die Luft. Soviel verrät Ursula Simon schon vor der Aufführung.

Das Bühnenbild steht bereits: Vieles davon wird bei den Burgfestspielen mehrfach verwendet. Das Bett war auch beim Stück "Die Päpstin" mit von der Partie. Die große Uhr hat die Regisseurin ebenfalls aus dem Fundus - "das ist, wo man was findet" - geholt. Und die Bühne ist drehbar: Die Küche für die Abendvorstellung "Honig im Kopf" befindet sich auf der Rückseite. Hinter der Wand von Frau Rotkohls (Tanja Kammerer) Wohnung sind die Requisiten versteckt: Perücke, Telefon, Plastikhühnchen. Am Schrank, durch den später der Eisbär kommt, hängt schon das Fell. Das ist übrigens die liebste der drei Rollen von Schauspieler Günther Hörl, der auch Studienrat Groll und Herrn Taschenbiers Chef spielt.

Liebenswert frech

Susanne Winzig liebt an ihrer Rolle, "dass das Sams so liebenswert frech ist". Frank Buchali alias Herr Taschenbier wünscht sich, dass wir alle nach Corona wieder "viel mehr so werden wie das Sams. Dass wir freier sind, lachen, keine Angst haben". Nicht so überkorrekt und schüchtern wie Herr Taschenbier es anfangs ist. "Das Sams tut Herrn Taschenbier gut, so wie ihr Kinder uns Erwachsenen gut tut", erklärt Ursula Simon. Das deutlich zu machen, sei auch die Intention von Autor Paul Maar gewesen, der schon zehn Sams-Bücher geschrieben hat.

Joshua Schweizer (8) aus Leingarten hat das Stück bereits gesehen. Trotzdem freuen er und seine Oma Sabine Schukraft sich, dabei zu sein: Hinter die Bühne zu schauen, war ein Erlebnis, sind sie sich einig. "Die Einblicke in ein paar Geheimnisse und um die Burg herum", haben Anja Klutz aus Heilbronn-Biberach und ihre Tochter Rebecca (13) genossen. Am Samstag war der letzte Spieltag. Aber wer das Sams kennt, der weiß ja, es kommt wieder: "Wenn am Sonntag die Sonne scheint, am Montag Herr Mohn zu Besuch kommt...."


Claudia Kostner

Claudia Kostner

Autorin

Claudia Kostner ist seit 1996 Redakteurin der Heilbronner Stimme. Der gebürtigen Heilbronnerin liegt die Region am Herzen. Sie berichtet hauptsächlich aus Zabergäu und Leintal, aber auch über die Volkshochschule Unterland.

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