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Damit das Internet nicht zum Tatort wird: Stimme-Leser lernen, wie sie Risiken umgehen

Region  Im Rahmen des XXL-Lesersommers erfahren Leser unserer Zeitung von Hans Jobst, Dozent der Volkshochschule Eppingen, wie sie Risiken im Netz erkennen und minimieren können.

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So viele Möglichkeiten das Internet auch bietet, so viele Risiken birgt es: Wer im Netz unterwegs ist, sollte vorsichtig mit seinen Daten sein.

Foto: weerapat1003/stock.adobe.com

Ob Identitätsdiebstahl über E-Mail, eine Schadsoftware, die den PC überfällt oder unseriöse Websites: Das Internet birgt viele Risiken und kann schnell zum Tatort werden. Aber so weit muss es nicht kommen. Wie man sicher im Netz unterwegs ist, erklärt Hans Jobst, Dozent der Volkshochschule Eppingen, sieben Stimme-Lesern am Montagabend in einer Zoom-Konferenz.

Eine kurze Frage in die Runde, wie fit die Teilnehmer im Umgang mit dem Internet sind, zeigt: Die Bandbreite ist groß. Vom erfahrenen ITler bis zum gelegentlichen Internetnutzer ist alles dabei. Wer im Netz unterwegs ist, hat verschiedene digitale Identitäten, erklärt Hans Jobst. Während man sich im realen Leben mit dem Personalausweis oder dem Führerschein ausweist, sei das im Netz zum Beispiel der Nutzername, die Email-Adresse oder ein Passwort.

Starke Passwörter sind wichtig

Jobst empfiehlt bei der Vergabe eines Passworts eine zwölfstellige Kombination aus Groß- und Kleinbuchstaben sowie Zahlen und Sonderzeichen zu wählen. Außerdem rät er, seine Passwörter an einem geschützten Ort zu notieren, nicht auf einem Zettel neben dem PC oder in der Brieftasche. Sein Passwort sollte man dem Dozent zufolge auch nicht im Browser ablegen. "Wenn ein Dienst anbietet, es zu speichern, sollte man verneinen."

Aber nicht nur ein sicheres Passwort ist wichtig, sondern vor allem der eigene Menschenverstand, wie der Dozent mehrere Male betont. "Der Mensch ist immer noch die größte Schwachstelle. Ein gesundes Misstrauen ist sinnvoll."

Zwei-Faktor-Authentifizierung wird empfohlen

Außerdem sollten Apps, die man nicht braucht, deinstalliert und vom Handy geschmissen werden, weil sie eine unnötige Angriffsfläche bieten würden. Software-Updates sollten regelmäßig installiert und Antivirenprogramme auf dem neuesten Stand gehalten werden. "Die Zwei-Faktor-Authentifizierung kann ich wärmstens empfehlen", sagt Jobst mit Blick auf die zusätzliche Sicherheitsmaßnahme zum Schutz eines Kontos. Zusätzlich zum Passwort muss beim Login zum Beispiel ein Pin-Code eingegeben werden, der auf das Handy geschickt wird.

PC von Virus befallen

Wie präsent das Thema der rund dreistündigen Veranstaltung ist, zeigt die Anekdote von Andreas Arnold. Der Stimme-Leser erzählt, dass seine Bekannte auf der Suche nach einer Aushilfskraft für ihre Metzgerei gewesen sei. Als eine Bewerbung in ihrem Mail-Postfach landete, sei das Bild ganz verpixelt gewesen. "Da hätten bei mir schon alle Alarmglocken geläutet", so der ehemalige ITler.

Seine Bekannte aber habe auf das Foto geklickt und ihren PC mit einem Virus infiziert. Der Forderung nach Lösegeld sei sie nicht nachgegangen. "Ich habe ihr geholfen, ihre Dokumente wiederherzustellen", erklärt Arnold.

 

Lisa Könnecke

Lisa Könnecke

Volontärin

Lisa Könnecke arbeitet seit Februar 2020 als Volontärin bei der Heilbronner Stimme.

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