75-Jahre Jubiläum

Chefredakteur gibt tiefe Einblicke in die Arbeit der Redaktion

Heilbronn  Uwe Ralf Heer kommt online mit Leserinnen und Lesern ins Gespräch. Dabei gibt es jede Menge Lob, Kritik und Anregungen für die tägliche Arbeit.

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Viele Fragen und angeregte Diskussionen: Chefredakteur Uwe Ralf Heer beim Online-Meeting mit Leserinnen und Lesern der Heilbronner Stimme.

Foto: Andreas Veigel

Um kurz vor 17 Uhr füllt sich am Dienstagabend der Bildschirm. Immer mehr Leserinnen und Leser schalten sich via Zoom online zu, um mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer ins Gespräch zu kommen. "Der Austausch mit unseren Leserinnen und Lesern ist uns sehr wichtig", sagt Heer. "Lob, Kritik und Anregungen helfen uns, unsere Produkte zu verbessern." Gespannt lauschen die Teilnehmer den einleitenden Worten Heers, der auf die vergangenen eineinhalb Jahre zurückblickt. Denn auch für das Medienunternehmen war und ist die Corona-Pandemie eine riesige Herausforderung, um täglich alle Kanäle - gedruckt und online - zu bestücken.

Umfänge sind in der Krise nicht reduziert worden

Werner Wally knüpft gleich daran an und will wissen, wie die Heilbronner Stimme durch die Krise gekommen ist. Schließlich würden sich die Menschen ja schon seit Jahren immer mehr übers Internet informieren. "Das Nutzungsverhalten hat sich in der Tat verändert", erklärt Heer. "Wir sind aber mit einer gedruckten Auflage von rund 75 000 Exemplaren im Vergleich mit anderen Häusern sehr stabil unterwegs. Zudem erreichen wir durch unsere digitalen Angebote mehr Menschen als jemals zuvor."

Per Zoom-Meeting haben sich Leserinnen und Leser zuschalten können. Screenshot: HSt

Natürlich seien in der Pandemie auch die Verluste im Anzeigengeschäft groß gewesen. Während andere Zeitungen ihre Umfänge reduziert hätten, produziere die Stimme aber weiterhin 28, 32 und mehr Seiten täglich, so Heer. Hier und da wünscht sich Wally eine noch kritischere Berichterstattung, insgesamt gibt er seiner Tageszeitung aber größtenteils gute Noten.

Zahl der Leserbriefe hat deutlich zugenommen

Karl Bonath schätzt das E-Paper, also das digitale Abbild der Tageszeitung: "Das ist schon toll, wenn man die Stimme auch im Urlaub dabei hat." Was er sich mehr wünschen würde, sind Pressestimmen, also Auszüge von Artikeln aus anderen Zeitungen. Chefredakteur Heer verweist darauf, dass man derzeit stattdessen Leserbriefen mehr Platz gebe. "Vor der Pandemie haben wir täglich etwa 20 Leserbriefe erhalten, nun sind es 60 oder mehr", so Heer. "Dementsprechend räumen wir den Meinungen der Leserinnen und Leser mehr Platz ein."

Jedes Redaktionsmitglied darf frei kommentieren

Großes Lob gibt es von Jürgen Kleinert für die Wahlforen, die die Stimme regelmäßig veranstaltet. "Da kann man sich wunderbar eine Meinung bilden", so Kleinert, der nachhakt, ob jeder Redakteur denn so kommentieren dürfe, wie er mag. "Das ist zu 100 Prozent so", bekräftigt Chefredakteur Heer. "Bei uns in der Redaktion darf jeder der rund 100 Redakteurinnen und Redakteure frei kommentieren. Das gehört zu unserem Selbstverständnis."

Immer topaktuell online dank der Reporter-Einheit

Marion Rathgeber-Roth hebt hervor, dass sie die intensive und umfassende Recherche zu vielen Themen sehr schätze. Das würde in der Form nicht jede Zeitung bieten. "Besonders wichtig ist, dass wir überregionale Themen nicht einfach abdrucken, sondern beleuchten, was es für die Region bedeutet", so Heer. "Das hat man vergangene Woche sehr gut am Beispiel Corona-Testzentren gesehen." Rathgeber-Roth zeigt sich verblüfft, wie schnell Ereignisse in der Region wie zum Beispiel das Hochwasser in Biberach und Neckarsulm kurze Zeit später bereits online stehen. Heer verweist auf die vierköpfige Reporter-Einheit, die quasi rund um die Uhr im Einsatz sei: "Es ist und bleibt so: Wer erfahren will, was in der Region los ist, erfährt es von der Stimme."


Alexander Schnell

Alexander Schnell

Ressortleiter Leben und Freizeit

Alexander Schnell leitet seit 1. Juni 2006 das Ressort Leben und Freizeit und ist damit für alle Sonderveröffentlichungen des Medienunternehmens zuständig. Dazu gehören unter anderem auch das Wochenendmagazin Freizeit und die Autostimme. Ein Spezialgebiet des gebürtigen Heilbronners sind alle Themen rund ums Auto und Mobilität. Darüber hinaus ist Schnell Mitglied der Chefredaktion.

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