R. Stahl kämpft mit Verschiebungen auf dem Energiemarkt

Waldenburg  Das Geschäft des Explosionsschutzspezialisten R. Stahl mit Öl und Gas stockt, Alternativen wie die Kernkraft rücken in Fokus.

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Besser, aber noch nicht gut entwickelt sich das Geschäft beim Explosionsschutz-Spezialisten R. Stahl im laufenden Geschäftsjahr. Bei der Analystenkonferenz zum dritten Quartal gab der Vorstandsvorsitzende Matthias Hallmann Einblicke, welche Verschiebungen derzeit auf den Märkten zu beobachten sind - mit klaren Auswirkungen auch auf das Geschäft der Waldenburger.

Kohle statt Erneuerbare

So werde zunehmend deutlich, dass die Nachfrage nach Energie vorerst nicht mit den Erneuerbaren gedeckt werden könne. Gleichzeitig würde kein großer Energiekonzern jetzt in neue Gas- oder Öl-Projekte investieren. "Es findet stattdessen eine Verschiebung vom Öl zur Kohle statt, was wir definitiv nicht wollen", sagte Hallmann.

Potenzial für neue Geschäfte gebe es bei der Atomkraft. Es gehe um Multimilliarden-Euro-Projekte auch in Europa, etwa in Großbritannien, bei denen R. Stahl zum Zuge kommen könne. In den nächsten ein bis zwei Jahren entscheide sich, wie es da weitergeht.

E-Mobilität benötigt den Explosionsschutz

So hat R. Stahl mit sehr unterschiedlichen Entwicklungen zu tun. Auch die Chemiebranche ist, bedingt durch den Trend zur E-Mobilität und die Nutzung und Entwicklung von Batterien, ein Wachstumsfeld.

Gleichzeitig machen weiter Versorgungsengpässe und Preissteigerungen zu schaffen. Zweimal mussten die Waldenburger die Preise in diesem Jahr schon erhöhen, eine dritte Runde ist geplant.

Drittes Quartal nicht ganz zufriedenstellend

Der Umsatz erhöhte sich im dritten Quartal um 4,3 Prozent auf 62 Millionen Euro. Die Erwartungen wurden damit allerdings nicht ganz erfüllt. Das operative Ergebnis (Ebitda vor vor Sondereinflüssen) stieg um 2,3 Prozent auf 5,1 Millionen Euro. Höhere Personalkosten und geringere sonstige betriebliche Erträge machen dem Unternehmen zu schaffen. Das Konzernergebnis verbesserte sich um 0,5 Millionen Euro ? auf minus 0,1 Millionen. Der Aktienkurs fiel wieder unter die 20-Euro-Marke und damit auf das Niveau von vor einem Jahr.

 


Christian Gleichauf

Christian Gleichauf

Chefkorrespondent Wirtschaft

Christian Gleichauf schreibt über Menschen, Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklungen in der Region Heilbronn-Franken. Seit dem Jahr 2000 ist der gebürtige Südbadener bei der Heilbronner Stimme.

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