R. Stahl bewegt sich schneller weg von Öl und Gas

Waldenburg  Der Explosionsschutzspezialist setzt nun verstärkt auf Zukunftsmärkte wie Flüssiggas und Wasserstoff. Bei der Hauptversammlung gab es eine lange Fragerunde.

Email

Bei der zweiten virtuell abgehaltenen Hauptversammlung der R. Stahl AG zeigte sich Vorstandschef Mathias Hallmann weiterhin zuversichtlich, auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Er rechnet mit einen organischen Wachstum von zwei bis fünf Prozent auf 254 bis 260 Millionen Euro Umsatz in diesem Jahr. "Wir sehen uns deutlich gestärkt aus der Krise kommen", sagte Hallmann auch mit Blick auf die Konkurrenz.

Hallmann will auch am Image arbeiten

Der Explosionsschutzspezialist will sich nun verstärkt auf Zukunftsmärkte wie Flüssiggas, Wasserstoff und synthetische Kraftstoffe sowie Biotechnologie fokussieren.

Vor einem Jahr hatte Hallmann noch erklärt, das Thema Wasserstoff sei in den Medien überbewertet. Jetzt betonte er: "Diesen Wandel müssen wir auch in der Außendarstellung erreichen. Bis heute werden wir vom Markt noch sehr stark als öl- und gasorientiert wahrgenommen."

Keine Dividende vor 2023

Auf eine Dividende müssen die Aktionäre, die 2016 zum letzten Mal bedacht wurden, weiterhin verzichten. Vor 2023 könne er eine Zahlung ausschließen, so Hallmann.

Der Aktienkurs bewegt sich seit einigen Monaten in einem Bereich zwischen knapp 24 und 27 Euro, nachdem er zu Beginn der Pandemie von rund 33 Euro auf bis zu 15 Euro abgestürzt ist.

Was ist mit dem Aktienpaket der RAG Stiftung?

Bei einem Vorgang bleibt vieles im Unklaren. So hatte die RAG Stiftung 2020 ihr Aktienpaket von 14,25 Prozent den Familienaktionären der R. Stahl AG zum Kauf angeboten. Die nahmen das Angebot nicht an. Das Vorerwerbsrecht der Familienaktionäre ist nun jedoch weiter bis Ende 2024 festgeschrieben.

Alle Fragen zu diesem Thema, wann Vorstand und Aufsichtsrat von den Details dieser Vereinbarungen erfahren haben, ließen sich nach Darstellung von Aufsichtsratschef Peter Leischner nicht mehr aufklären.

Linhards Abgang beschäftigt die Aktionäre

Überhaupt gab es sehr viele Fragen, die nicht allesamt sachdienlich waren. Das Interesse der Aktionäre galt unter anderem auch dem Rückzug von Finanzvorstand Jürgen Linhard im Frühjahr, für den damals wie bei der Hauptversammlung jetzt persönliche Gründe angegeben wurden.

So kam auch zur Sprache, dass weiterhin offen sei, ob Linhard noch Ansprüche auf weitere Entgeltleistungen hat, obwohl er doch aus eigenem Antrieb das Unternehmen verlassen hat. Warum, das wurde nicht erläutert.


Christian Gleichauf

Christian Gleichauf

Chefkorrespondent Wirtschaft

Christian Gleichauf schreibt über Menschen, Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklungen in der Region Heilbronn-Franken. Seit dem Jahr 2000 ist der gebürtige Südbadener bei der Heilbronner Stimme.

Kommentar hinzufügen