Klotzen, nicht kleckern: Würth nimmt neues Umschlaglager in Betrieb

Kupferzell  Das Logistikzentrum im Gewerbepark Hohenlohe in Kupferzell ist mit 73 Millionen Euro die größte Einzelinvestition in der Geschichte des Handelskonzerns. Die Waren werden von dort aus in ganz Deutschland und Europa verteilt.

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Mit Abstand konnten Pressevertreter das neue zentrale Außenlager von Würth begutachten.

Fotos: Ralf Seidel

In der Künzelsauer Würth-Gruppe glaubt man auch in diesen wirtschaftlich schwierigen Zeiten an künftiges Wachstum. Sichtbarer Ausdruck dieser Zuversicht ist das neue zentrale Umschlaglager im Gewerbepark Hohenlohe. Beim Presserundgang wurde deutlich: Hier wird geklotzt, nicht gekleckert.

Vision wird Wirklichkeit

"Aus der Vision ist Wirklichkeit geworden", freut sich Thomas Wahl, Geschäftsführer Logistik bei der Muttergesellschaft Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG). Die mit 73 Millionen Euro größte Einzelinvestition der Unternehmensgeschichte hat die Bezeichnung Meilenstein wahrlich verdient. Das zeigen schon die wichtigsten Zahlen zum neuen Logistikzentrum. Die Grundfläche beträgt rund 50 000 Quadratmeter - das entspricht sieben Fußballfeldern.

Das zentrale Außenlager, bei Würth ZAL abgekürzt, verfügt über 12 800 Palettenplätze, auf 10 000 Quadratmetern können große, sperrige Artikel wie etwa Schubkarren gelagert werden. Neun fahrerlose Transportsysteme transportieren die Waren in Körben durch die riesigen, zwölf Meter hohen Hallen. An 72 Andockstellen können Lkws be- und entladen werden. Und der Lastenaufzug schafft ein Gewicht bis zu 15 Tonnen.

Seit Mai läuft hier bereits der Betrieb mit derzeit 163 Mitarbeitern, in der Endausbaustufe 2024 sollen es 300 Beschäftigte im Zweischichtbetrieb sein. Im 342 Meter langen und 117 Meter breiten ZAL werden mehrere kleinere Außenlager und Versandstellen gebündelt, wovon sich Würth enorme Synergieeffekte verspricht. "Unser Ziel ist die Transportkonsolidierung", sagt Thomas Wahl. Weil im neuen Logistikzentrum Warenströme zusammengefasst werden, sinkt die Anzahl an Lieferungen. "Unsere Kunden erhalten weniger Pakete als zuvor, Lieferungen gehen schneller zum Kunden, es wird weniger Verpackungs- und Füllmaterial benötigt, es fallen weniger Fahr- und Transportwege und somit geringere Transportkosten an", erläutert Wahl die Vorteile des ZAL. Der Umweltaspekt ist ihm dabei besonders wichtig. "Es werden weniger Lkws unterwegs sein", verspricht er.

Die unzähligen Waren - von Besenstielen über Ölbindemittel bis hin zu Schläuchen und Lappen - werden von Kupferzell aus in ganz Deutschland und Europa verteilt. Rund 20 Prozent der Aufträge gehen aktuell ins europäische Ausland - entweder an Würth-Tochtergesellschaften oder an die Endkunden aus Handwerk, Bau und Industrie.

Leistungsfähige Logistik auch in Corona-Zeiten

Dass der Würth-Konzern im ersten Halbjahr 2019 trotz der Corona-Pandemie vergleichsweise gut abgeschnitten hat, führt Bernd Herrmann, Mitglied der Konzernführung, auch auf die gute Logistik des Unternehmens zurück. "Unsere Logistikzentren haben auch vor dem Hintergrund der aktuellen Situation ihre Leistungsfähigkeit und Krisensicherheit unter Beweis gestellt. Wir konnten die Bedarfe unsere Kunden jederzeit bedienen", sagte Herrmann, der wie Norbert Heckmann, Sprecher der AWKG-Geschäftsleitung, zum Pressetermin gekommen war.

Das Unternehmen

Die Adolf Würth GmbH & Co. KG (AWKG) aus Künzelsau ist ein führender Spezialist für Montage- und Befestigungsmaterial. Die Kunden kommen vor allem aus dem Handwerk, dem Bau und der Industrie. Sie ist das größte Einzelunternehmen und Keimzelle der weltweit tätigen Würth-Gruppe. Die AWKG beschäftigt deutschlandweit mehr als 7000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2019 einen Umsatz von 2,09 Milliarden Euro.

 

 

Jürgen Paul

Jürgen Paul

Teamleiter Autorenteam Politik/Wirtschaft Regional

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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