Elabo wird Teil der Bott-Gruppe

Gaildorf/Crailsheim  Erneuter Neuanfang ein Jahr nach der Insolvenz: Der Handwerksausrüster Bott aus Gaildorf übernimmt die Crailsheimer Firma Elabo. Nach der Pleite ihrer Muttergesellschaft gehörte sie zu einer Gruppe aus Bremen. Für Bott ist der Zukauf hochinteressant.

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Der Elabo-Firmensitz in Crailsheim wurde 1987 bezogen.

Foto: Bott

Der Fahrzeug- und Arbeitsplatzausstatter Bott hat zugekauft: Von der Bremer Zech-Gruppe hat er den Crailsheimer Arbeitsplatz-Ausrüster Elabo übernommen. Damit endet für die Beschäftigten des Elektronikunternehmens eine monatelange Zeit der Ungewissheit. Denn die bisherige Elabo-Muttergesellschaft Euromicron AG war Ende 2019 ins Insolvenzverfahren geschlittert und ihre 16 Firmen wurden kurz darauf vom Mischkonzern aus der Hansestadt übernommen - und gerieten dann mitten in die Corona-Krise.

Geschäftsfeld wird immer größer

"Durch die Übernahme sehen wir zusätzliche Chancen und Wachstumsmöglichkeiten in unserem Geschäftsfeld industrieller Arbeitsplatzlösungen", sagt Bott-Geschäftsführer Jan Willem Jongert. Elabo sei stark im Bereich der Elektrolabor-Arbeitsplätze, Montage- und Testanlagen, während Bott sich in den vergangenen Jahren immer mehr auf die Herstellung industrieller Montagearbeitsplätze konzentriert habe. Zweites Standbein der Gaildorfer ist der Einbau von Lager- und Transportsystemen für Handwerker-Fahrzeuge.

Elabo wurde 1972 in Kirchberg/Jagst gegründet. Ende der 70er Jahre wurde bereits in Crailsheim eine Fertigungshalle gemietet, 1987 folgte dann der Bau des heutigen Firmensitzes. Zur Euromicron-Gruppe kam Elabo 1995. Heute produziert das Unternehmen Arbeitsplatz- und Testsysteme sowie elektrische Mess- und Prüfgeräte. Am Stammsitz werden etwa 185 Mitarbeiter beschäftigt - trotz der Insolvenz der Muttergesellschaft und der Übernahme durch neue Eigner hat sich damit der Personalstand gegenüber den Vorjahren kaum verändert. Crailsheim soll nun als Kompetenzzentrum für digitale Transformation, vernetzte Arbeitswelten und automatisierte Testsysteme bestehen bleiben, heißt es in der Mitteilung der Bott-Gruppe. Die bisherigen Geschäftsführer Timo Henkelmann und Mark Dolezal bleiben im Amt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Erste größere Übernahme

Für Bott ist es die erste größere Übernahme in der Firmengeschichte. 1930 als mechanische Werkstätte in Gaildorf gegründet, hatte sich das Unternehmen seit 1981 auf Fahrzeugeinrichtungen und seit 1998 auf Arbeitsplatzsysteme spezialisiert. Während des Corona-Jahrs 2020 sank der Umsatz um sieben Prozent auf 134 Millionen Euro. Insgesamt werden heute 1150 Mitarbeiter beschäftigt, davon 425 am Stammsitz Gaildorf. Weitere Produktionsstandorte gibt es in Großbritannien und Ungarn, außerdem bestehen fünf Niederlassungen in Deutschland sowie weltweit Tochtergesellschaften und Lizenzpartnerschaften. In diesem Jahr sind weitere Auslandsgesellschaften sowie Investitionen in den Stammsitz geplant.

 


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für das Team Wirtschaft & Politik tätig.

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