EBM-Papst investiert 20 Millionen Euro in drei neue Gebäude

Mulfingen  Optimistisch plant EBM-Papst für die Zeit nach der Corona-Pandemie: Am Sitz der Unternehmenszentrale in Mulfingen investiert der Ventilatoren- und Motorenhersteller knapp 20 Millionen Euro in drei neue Gebäude.

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Wichtiger Teil der 20 Millionen Euro Investition wird die Vergrößerung der Elektronikentwicklung sein. Visualisierung: EBM-Papst

Es ist nicht die einfache Variante, die der Ventilatorenbauer EBM-Papst gewählt hat. Eines der fünf bestehenden Produktionsgebäude am Unternehmenssitz in Mulfingen wird überbaut. So werden 5000 Quadratmeter für Forschung und Entwicklung geschaffen. Dazu kommen zwei weitere Gebäude. Zusammen kostet das Vorhaben 20 Millionen Euro.

Investition schafft nicht automatisch neue Stellen

"Wir schaffen damit Platz für die Kompetenz", sagt Unternehmenssprecher Hauke Hannig. Die Elektronikentwicklung, mit der intelligente Ventilatorlösungen vorangetrieben werden, soll sich über der Produktionshalle entfalten können. Neue Stellen würden damit nicht automatisch geschaffen. Die Arbeitsplätze am Standort blieben stabil bei gut 3600 Mitarbeitern. Insgesamt beschäftigt EBM-Papst weltweit knapp 15 000 Mitarbeiter.

Kurze Wege statt Neubau auf der grünen Wiese

Mit der aufwendigen Überbauung hat sich das Unternehmen gegen einen Neubau auf der grünen Wiese entschieden. Das sei zwar ebenfalls in Betracht gezogen worden. Doch insbesondere wegen der kurzen Wege entschied man sich dafür, in die Höhe zu gehen.

Bei dem Neubau wird zudem auf eine moderne und zukunftsorientierte Arbeitsplatzgestaltung geachtet, um neuen Arbeitsformen wie dem agilen Arbeiten in flexiblen Projektteams gerecht zu werden. Im Erdgeschoss werden zudem vorhandene Sozialräume erneuert und erweitert.

"Zudem achten wir hier darauf, nicht alles zuzubauen", gibt Hannig als weitere Begründung für die Überbauung an. Das Bauprojekt selbst werde im Laufe der nächsten zwei Jahre mit lokalen Unternehmen umgesetzt - so wie das neue EMV-Labor, das erst vor wenigen Wochen in Betrieb gegangen ist. Zwölf Millionen Euro wurden dafür investiert.

Zwei weitere Gebäude in Hollenbach

Mit zwei weiteren geplanten Gebäuden bleibt EBM-Papst auf dem Boden. Im Bereich von Werk 4 in Hollenbach, drei Kilometer von der Zentrale entfernt, entsteht zum einen ein Neubau für den "Betriebsmittelbau" mit 3800 Quadratmeter zusätzlicher Fläche.

Damit soll die Herstellung von Maschinen und Werkzeugen zur Fertigung neuer Ventilatorinnovationen unterstützt werden. Des Weiteren soll eine Ventilator-Erprobungshalle auf 2600 Quadratmetern zur "Sicherung höchster Qualität" beitragen.

Insgesamt setzt EBM-Papst mit den Projekten sein strammes Programm fort. In den vergangenen fünf Jahren bewegte sich das jährliche Investitionsvolumen in Maschinen, Werkzeuge und Gebäude am Standort Mulfingen zwischen 50 und 92 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr waren hier 60 Millionen insgesamt vorgesehen.

Chef Brandl geht schon bald

"Wir stellen uns auf die Zeit nach Corona ein", sagt Stefan Brandl, der diese Weichen zwar noch gestellt hat, die Fertigstellung der Gebäude aber nicht mehr als Vorsitzender der Geschäftsführung von EBM-Papst erleben wird. Er verlässt das Unternehmen zum 30. Juni und wechselt zum bayerischen Automobilzulieferer Dräxlmaier. Mithilfe der Neubauten sei EBM-Papst in der Lage, der weltweit steigenden Nachfrage nach intelligenten Ventilatoren nachzukommen, so Brandl.

Sein designierter Nachfolger Thomas Wagner erklärt: "Die Investition ist für uns ein Signal für Aufbruch und Zukunft. Mit ihr wollen wir unsere führende Position auf dem Weltmarkt weiter ausbauen."

 


Christian Gleichauf

Christian Gleichauf

Chefkorrespondent Wirtschaft

Christian Gleichauf schreibt über Menschen, Unternehmen und wirtschaftliche Entwicklungen in der Region Heilbronn-Franken. Seit dem Jahr 2000 ist der gebürtige Südbadener bei der Heilbronner Stimme.

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