Würth wächst beim Umsatz auch im ersten Halbjahr

Künzelsau  Steigende Einkaufspreise lassen den Rohertrag bei Würth schrumpfen. Im zweiten Halbjahr soll auch der Gewinn des Handelskonzerns wieder steigen.

Von Manfred Stockburger
In Ludwigshafen-Maudach hat die Adolf Würth GmbH & Co KG Ende Juni die 500. Niederlassung in Deutschland eröffnet. Mit dabei waren Reinhold Würth (links) und AWKG-Chef Norbert Heckmann. Die Niederlassung ist rund um die Uhr geöffnet, Kunden können die Tür auch nachts mit der Würth-App öffnen. Tagsüber sind Mitarbeiter vor Ort. Foto: Würth

Beim Umsatz ist die Künzelsauer Würth-Gruppe auf Kurs. Um 5,2 Prozent ist das Geschäftsvolumen des Handelskonzerns in den ersten sechs Monaten gewachsen – auf 7,2 Milliarden Euro.

„Die Baukonjunktur ist nach wie vor robust“, sagt Konzernchef Robert Friedmann, der entsprechend auch in die zweite Jahreshälfte zuversichtlich blickt: Das Bauhandwerk zählt zu den wichtigsten Abnehmern der Schrauben, Werkzeuge und sonstigen Verbrauchsmaterialien, die die Hohenloher im Kerngeschäft vertreiben.

Zulauf in Spanien lässt Elektrogroßhandel rasant wachsen

Das prozentual größte Wachstum lieferte im ersten Halbjahr allerdings einer der Geschäftsbereiche ab, die nicht unter der Marke Würth firmieren: der Elektrogroßhandel. Begünstigt durch den Kauf eines italienischen Großhändlers verzeichnete diese Einheit ein Plus von 13,8 Prozent auf 879 Millionen Euro. Zusätzlich hat Würth den spanischen Anbieter Grupo Electro Stocks (GES) übernommen. Dieser Zukauf muss allerdings noch von den Kartellbehörden genehmigt werden.

Auch insgesamt sind die Geschäfte in Südeuropa überdurchschnittlich gut gelaufen. Dort legte der Umsatz über alle Sparten hinweg um 11,8 Prozent zu. Um Ausland insgesamt wuchs die Würth-Gruppe um überdurchschnittliche 6,3 Prozent auf 4,2 Milliarden Euro.

Etwas langsamer ging es dagegen in Deutschland voran. Hier stiegen die Umsätze im ersten Halbjahr um lediglich 3,6 Prozent auf 3,0 Milliarden Euro. Nicht das Mutterunternehmen Adolf Würth GmbH & Co. KG war dafür verantwortlich: Die AWKG weist ein Plus von 6,6 Prozent auf 1,035 Milliarden Euro aus. Auch fürs zweite Halbjahr rechnen die Verantwortlichen mit guten Geschäften: Das Unternehmen geht fest davon aus, die Zwei-Milliarden-Euro-Umsatzgrenze zu knacken, heißt es in Künzelsau. Im vergangenen Jahr war die AWKG ganz knapp unter diesem Wert gelandet.

Betriebsergebnis liegt 15 Prozent unter dem Vorjahreswert

Weniger zufrieden ist Konzernchef Robert Friedmann mit dem Betriebsergebnis der Würth-Gruppe: Es lag im ersten Halbjahr bezogen auf die Unternehmensgruppe mit 340 Millionen Euro um 15 Prozent unter dem Vorjahreswert von 400 Millionen Euro. „Die Rohertragsmarge ist unter Druck“, erklärt Friedmann das Minus. „Wir können die steigenden Einkaufspreise nicht eins zu eins an unsere Kunden am Markt weitergeben.“

Im zweiten Halbjahr soll das Betriebsergebnis aber schneller wachsen als der Umsatz: „Wir gehen davon aus, dass wir das Geschäftsjahr 2019 mit einem Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau abschließen werden.“ Also bei 870 Millionen Euro. „Die nach wie vor hohen Investitionen in den Ausbau unserer Geschäftsbereiche belasten das Ergebnis zusätzlich“, sagt Friedmann. „Sie legen allerdings gleichzeitig die Basis für unser zukünftiges Wachstum.“

Die Zahl der Mitarbeiter hat sich in den ersten sechs Monaten um knapp zehn Prozent auf 77.827 erhöht. 24.044 Würth’ler arbeiten in Deutschland, das sind 3,2 Prozent mehr als zu Jahresbeginn.

 

 

 


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