Würth setzt auf konstruktive Zusammenarbeit mit Betriebsrat

Künzelsau  Historische Betriebsversammlung bei Würth: Die Weichen für die Betriebsratswahl sind jetzt gestellt. Langjährige Mitarbeiter übernehmen Verantwortung.

Von Manfred Stockburger
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Familie Würth setzt auf konstruktive Zusammenarbeit Mit Betriebsrat

Mehr als 2000 Mitarbeiter aus der Zentrale in Künzelsau-Gaisbach und aus den Region kamen gestern zur Betriebsversammlung im Carmen-Würth-Forum.

Foto: dpa

Winfried Hägele, Gaby Egner und Gerlinde Wiedemann sind von gut 2000 Kollegen der Adolf Würth GmbH & Co KG bei einer Betriebsversammlung zum Wahlvorstand für die Betriebsratswahl bestimmt worden.

Langjährige Mitarbeiter übernehmen Verantwortung

Die drei Gewählten gehören der zweiten Initiative an, die Anfang Mai tatsächlich die Betriebsratswahl eingeleitet hat, nachdem eine erste Gruppe dies zwar mehrfach angekündigt, aber nie umgesetzt hatte. Das Trio ging als "langjährige und verantwortungsbewusste Mitarbeiter" ins Rennen. In ihren Händen liegt nun die Organisation der Betriebsratswahl, die mutmaßlich im September stattfinden wird - also nach den Sommerferien.

Winfried Hägele, der Vorsitzende des Wahlvorstands, ist in der Zentrale in Künzelsau-Gaisbach im Bereich Lager und Logistik tätig, dort, wo auch die IG Metall überlegt hatte, eine Betriebsratsgründung zu initiieren. Gaby Egner ist für das von Reinhold Würth persönlich initiierte Sozialinstitut tätig, das sich um das persönliche Wohlergehen der Mitarbeiter, besonders in weniger positiven Lebenssituationen, kümmert.

Gerlinde Wiedemann schließlich ist als Gruppenleiterin im Finanzressort tätig. Sie gilt als enge Vertraute der Unternehmerfamilie, die sich wie berichtet hinter die Betriebsratsgründung gestellt hatte. Fast vier Stunden dauerte die Betriebsversammlung, aber schon früh gab es "Beifall an den richtigen Stellen", wie es ein Teilnehmer formulierte.

Familie und Geschäftsführung befürworten die Betriebsratswahl

"Die Geschäftsleitung und die Familie Würth befürworten die Betriebsratswahl voll und ganz und stehen zu 100 Prozent dahinter", heißt es in einer nach der Versammlung veröffentlichten Stellungnahme des Unternehmens. "Nach dem die Geschäftsleitung bereits mehr als 36 Jahre erfolgreich mit dem Vertrauensrat zusammengearbeitet hat, ist sie sehr zuversichtlich, dass es auch mit dem zukünftigen Betriebsrat zu einer konstruktiven und zielorientierten Zusammenarbeit im Sinne aller Mitarbeiter kommen wird."

Erster Nachrücker im Wahlvorstand ist der Logistik-Mitarbeiter Jürgen Fischer von der "Wir bei Würth"- Liste, die von der IG Metall unterstützt wird. Für Uwe Bauer, den Ersten Bevollmächtigten der Schwäbisch Haller IG-Metall-Verwaltungsstelle ist die Wahl eines Wahlvorstands ein "historischer Moment". Er lobte die sehr sachliche professionelle Durchführung der Wahl, dabei sei auch die Fachkompetenz der Gewerkschaft anerkannt worden.

Ehemaliger Arbeitnehmervertreter leitet die Versammlung

Mehrere Wahlgänge waren nötig, bis die drei Mitglieder des Wahlausschusses und ihre zwei Stellvertreter bestimmt waren. Die Versammlungsleitung wurde Thomas Wagner übertragen, einem früheren Vorsitzenden des Würth-Vertrauensrats, der mittlerweile die Akademie Würth leitet und im Unternehmen hohen Respekt genießt.

Im Vorfeld der Versammlung im Carmen-Würth-Forum haben sich nicht nur die Initiatoren um den AfD-Funktionär Daniel Hurlebaus der Belegschaft als Kandidaten für den Betriebsrat präsentiert, sondern auch Mitglieder des Vertrauensrats und auch die IG Metall. Ob es zu einer Listenwahl kommt oder ob die voraussichtlich 35 Betriebsräte in einer Persönlichkeitswahl bestimmt werden, ist noch offen.

 

 


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