Würth-Mitarbeiter wählen erstmals Betriebsrat

Künzelsau  Historischer Tag bei Würth. Erstmals in der Geschichte des Handelsunternehmens wurde am Mittwoch in der Muttergesellschaft ein Betriebsrat gewählt.

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Würth-Mitarbeiter haben erstmals einen Betriebsrat gewählt. Foto: dpa

Die rund 7200 Mitarbeiter der Adolf Würth GmbH & Co. KG hatten dabei die Auswahl unter 190 Kandidaten auf 15 Wahllisten. Das Betriebsratsgremium bei Würth wird 35 Mitglieder umfassen. Ergebnisse soll es erst nach Auszählung am Donnerstagnachmittag geben, teilte der Konzern mit.

Weltweit arbeiten rund 77.000 Menschen für die Hohenloher, davon ein knappes Drittel in Deutschland. Am Würth-Stammsitz in Künzelsau-Gaisbach konnten rund 2600 Beschäftigte den Betriebsrat wählen.

Vertrauensrat wird abgelöst

Mit der Gründung eines Betriebsrats betritt das Handelsunternehmen Neuland. Bisher wurden die Interessen der Mitarbeiter in der Stammgesellschaft von einem sogenannten Vertrauensrat wahrgenommen. 

Dieses Gremium ist jedoch nicht nach dem Betriebsverfassungsgesetz konstituiert und verfügt auch nicht über die gesetzlich verbrieften Rechte eines Betriebsrats.

Aufregung im Vorfeld

Wie das Künzelsauer Unternehmen mitteilte, verlief die Betriebsratswahl wie geplant. Über die Wahlbeteiligung gab es noch keine Informationen.

Im Vorfeld der Wahl hatte es Aufregung gegeben, weil ein der AfD nahestehender Würth-Mitarbeiter die Initiative zur Gründung des Gremiums gestartet hatte. Danach hatten weitere Gruppierungen das Vorhaben vorangetrieben. Unter anderem hat die IG Metall 29 Kandidaten auf ihre Wahlliste gesetzt.

 


Jürgen Paul

Jürgen Paul

Stv. Leiter Politikredaktion

Jürgen Paul arbeitet seit 1998 bei der Heilbronner Stimme. Der gebürtige Pfälzer widmet sich der regionalen und überregionalen Wirtschaft, Schwerpunkte sind das Handwerk, die Bankenbranche, der Arbeitsmarkt und die Konjunktur.

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