Würth: Gruppe distanziert sich von Rechts

Künzelsau  Überraschung bei Würth: Die Initiative zur Gründung eines Betriebsrats bei der Künzelsauer Adolf Würth GmbH & Co. KG, die bislang Verbindungen in die rechte Szene immer bestritten hatte, distanziert sich von "jeglichem rechtsextremen Gedankengut".

Von Manfred Stockburger
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Eine Reihe von Mitarbeitern will bei Würth einen Betriebsrat gründen. Foto: dpa

 Einstimmig habe das Gremium einen Unvereinbarkeitsbeschluss mit dem "Zentrum Automobil" und der Partei "Ein Prozent" getroffen, heißt es in einer Erklärung der Initiative, die sie auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht hat. Tamer Ciftcioglu, der später zu der Initiative gestoßen war und nach eigenen Angaben SPD-Anhänger ist, hatte diese Erklärung in einem Video angekündigt.

Eine Distanzierung von der AfD, deren Schatzmeister im Kreisverband Ortenau, Daniel Hurlebaus, Gründer der Initiative ist, war allerdings nicht Teil des Beschlusses. Dass eine von ihm unterzeichnete E-Mail-Nachricht an die Würth-Mitarbeiter versteckte Links zum "Zentrum Automobil" enthielt, das auf diese Weise Zugriff auf Daten der Würth-Mitarbeiter erhalten konnte, ist der Grund für eine fristlose Kündigung, die Würth gegen Hurlebaus ausgesprochen hatte. Seine Verteidigungslinie vor dem Arbeitsgericht: Er habe die Mail nicht selbst versendet.

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Hintergrund der Distanzierung ist offenbar ein Video, in dem Hurlebaus das Ergebnis der Betriebsversammlung kommentiert. Auf der Facebook-Seite der Initiative gibt es zahlreiche Fragen nach der Herkunft des professionell angefertigten Videos. Mehrere Augenzeugen berichten jedoch, dass es von Simon Kaupert gedreht worden sei. Kaupert steht sowohl mit dem "Zentrum Automobil" als auch mit "Ein Prozent" in Verbindung. Diese Organisation bezeichnet sich als "patriotisches Bürgernetzwerk", das in der rechten Szene bestens vernetzt ist, regelmäßig Filme dreht und Spenden sammelt.

Jeglichen Verbindungen in diese Szene schwören die Initiatoren nun ab. "Wir freuen uns über den anstehenden Wahlkampf für die Betriebsratswahl", heißt es in der Erklärung. Eine Stimme-Anfrage, ob Hurlebaus an dem Unvereinbarkeitsbeschluss beteiligt war, blieb unbeantwortet.

 

 


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