Würth-Betriebsratswahl: Drei Listen am Ende weit vorne

Künzelsau  Die Wahl zum ersten Betriebsrat bei der Würth-Gruppe ist gelaufen, die Auszählung ist beendet. Ein Ergebnis wurde aber am Donnerstag noch nicht offiziell mitgeteilt – nur, dass die Wahlbeteiligung bei 65,4 Prozent lag.

Würth Künzelsau

 

Die genaue personelle Zusammensetzung des Gremiums werde wegen noch einzuhaltender Fristen und Formalien erst in einigen Tagen feststehen, hieß es am späten Nachmittag – voraussichtlich sei es gegen Ende Oktober so weit. Auch ein Datum für die konstituierende Sitzung mit der Wahl des Betriebsratsvorsitzenden stehe noch nicht fest.

Wie IG-Metall-Sekretär Arno Siebert mitteilte, entfielen auf die Liste „Vote“ die meisten Stimmen, etwa 22 Prozent. Mit rund 21 Prozent folgte die Liste „Herzblut“ um den bisherigen Vorsitzenden des Vertrauensrates, Andreas Lang. Die Liste der IG Metall kam mit etwa 16 Prozent der Stimmen auf Platz drei. „Wir sind mit dem Ergebnis zufrieden, es ist für uns ein achtbares Resultat“, sagte Siebert. „Das ist das, was wir reell erwarten konnten.“

Stimmung "relativ unaufgeregt"

Wahlberechtigt waren etwa 7500 Beschäftigte der Adolf Würth GmbH & Co. KG, der Keimzelle des Handelskonzerns. Sie teilen sich auf etwa 2700 Beschäftigte in Gaisbach, etwa 3000 Beschäftigte an den mehr als 500 Würth-Niederlassungen in ganz Deutschland und den Außendienst auf. Demnach haben etwa 5000 Mitarbeiter teilgenommen – die genaue Zahl wurde noch nicht veröffentlicht. 

Die Stimmung im Betrieb beschreibt Siebert als „wie immer bei Würth: sachliche Nüchternheit, relativ unaufgeregt“. Die Metaller-Gewerkschaft ist in Absprache mit den anderen Arbeitnehmervertretungen als betreuende Gewerkschaft für das Unternehmen bestimmt worden. Schließlich, erläutert Siebert, orientiere sich Würth beim Lohn- und Gehaltsgefüge am Metalltarif und weise eine Eigenproduktionsquote von 40 Prozent auf, stelle also für ein Handelsunternehmen relativ viele Waren selbst her. Die IG Metall hatte 2016 schon die Gründung des Betriebsrats bei Würth Elektronik in Niedernhall betreut.

15 Listen, 190 Kandidaten

Zur Wahl standen 15 Listen mit 190 Kandidaten aus allen Unternehmensbereichen. Auf mehreren Listen kandidierten auch Mitglieder des Vertrauensrats, der das Vorgängergremium des Betriebsrats ist und vor mehr als 36 Jahren gegründet worden war. Die Gewerkschaft hatte die Wahl seit mehr als einem Jahr auf Anfrage von Würth-Beschäftigten vorbereitet.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Betriebsrat und einen konstruktiven und zielorientierten Austausch im Sinne aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für den weiteren Erfolg der Adolf Würth GmbH & Co. KG“, erklärte Norbert Heckmann, Sprecher der Geschäftsleitung des Unternehmens. „Unser Dank gilt allen Kandidatinnen und Kandidaten sowie dem Wahlvorstand und allen, die zum reibungslosen Ablauf der Wahl beigetragen haben.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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