Spedition Rüdinger wächst rasant

Krautheim  Der Krautheimer Spediteur wächst vor allem mit Lagerlogistik: Ein Projekt in Waldenburg steht offenbar kurz vor dem Start. Dieses Jahr entstehen im Unternehmen 50 neue Arbeitsplätze.

Von Manfred Stockburger
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Lang-Lkws sind Roland Rüdinger eine Herzensangelegenheit.

Der Krautheimer Spediteur Rüdinger blickt auf ein sehr erfolgreiches Jahr zurück. Der Umsatz stieg um gut 20 Prozent auf 46,5 Millionen Euro, die Mitarbeiterzahl um 50 auf 450. Zum Gewinn sagt er nichts, doch Beschäftigte, die mindestens ein Jahr dabei sind, bekommen eine ergebnisabhängige Prämie von 1200 Euro - das Unternehmen bezahlte in den vergangenen Jahren zwischen 300 und 1200 Euro aus, hieß es.

Im laufenden Jahr erwartet das Unternehmen ein Umsatzplus von 15 bis 18 Prozent

Für 2019 rechnet Geschäftsführer Roland Rüdinger erneut mit einem Wachstum zwischen 15 und 18 Prozent - die Mitarbeiterzahl soll erneut um etwa 50 auf dann 500 gesteigert werden. Einerseits möchte er das durch den weiteren Ausbau des Lagerlogistik-Geschäfts erreichen - für den neuen Standort in Weikersheim kam just die erste Baugenehmigung. Überschwänglich lobt der Unternehmer die gute Zusammenarbeit mit dem dortigen Bürgermeister.

In Waldenburg kommt wohl bald die Genehmigung für das umstrittene Projekt

Aber auch für das in Waldenburg umstrittene Bauprojekt in der Nachbarschaft der Firma Nicotra-Gebhardt rechnet der Geschäftsführer demnächst mit einer Genehmigung: "Unsere Voraussetzungen sind jetzt erledigt", sagt Rüdinger, der kein Blatt vor den Mund nimmt, was seinen kommunalpolitischen Frust angeht: "Bürgermeister sind schleckig", sagt er. "Sie bekommen kein Grundstück mehr für Logistikprojekte." Die Nachfrage sei hoch, "doch entlang der gesamten A81 finden wir nichts mehr".

Außer am Stammsitz in Krautheim betreibt das Familienunternehmen aktuell Lagerlogistikstandorte im benachbarten Dörzbach sowie in Boxberg und in Osterburken. "Industrie ohne Logistik macht eine Bauchlandung", ist er überzeugt. Auch in der Region würden zunehmend angestellte Chefs die Leitung der angestammten Betriebe übernehmen, die in der Logistik vermehrt auf Dienstleister setzten.

Kritik an der Kreispolitik

Für die Gewinnung zusätzlicher Mitarbeiter am Standort in Krautheim - Rüdinger selbst kokettiert damit, das das der Ort sei, an dem sich Fuchs und Hase träfen - setzt der Unternehmer unter anderem auf die Regiobuslinie zwischen Künzelsau und Bad Mergentheim. Der fehlende öffentliche Personennahverkehr auf dem Land sei mit ein Grund für den Trend zur Urbanisierung, sagt der Chef einer Firma, deren Wurzeln im Omnibusgeschäft liegen. Bis heute setzt er rund zwei Millionen Euro in diesem Segment um. "Statt da zu investieren, bauen die Kreisräte lieber ein neues Landratsamt", schimpft er.

Auch bei seinem Lieblingsthema der Langlastwagen rechnet der Spediteur aus dem Jagsttal mit einer baldigen Teilgenehmigung durch das Verkehrsministerium. Im Feldversuch werden diese Gespanne für Fahrten zu Stückgut-Verteilzentren eingesetzt. "Wir brauchen keinen OB, der uns sagt, dass man mit dem Langlaster nicht in die Innenstadt fahren kann. Das weiß der Logistiker schon selber."

 


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