RAG-Stiftung will sich bei R. Stahl zurückziehen

Waldenburg/Essen  Das Engagement der RAG Stiftung bei R. Stahl hatte Ende 2014 überrascht. Bei einem Kurs von etwa 39 Euro hatten sich die Essener bei den Waldenburger eingekauft. Nun wollen sie ihre Aktien loswerden - auch für weniger Geld.

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Dem Explosionsschutz-Spezialisten R. Stahl könnte einer seiner Großaktionäre verloren gehen: Die RAG Stiftung will sich von ihren Anteilen, die sie über ihre Beteiligungsgesellschaft RSBG SE hält, trennen. Das geht aus einer Pflichtmitteilung hervor, die am Donnerstagfrüh veröffentlicht wurde – nachdem eine Frist abgelaufen war: Bis 11. März hatte demnach das Konsortium aus den Aktionären der Gründerfamilien Stahl und Zaiser Zeit, sich für die Übernahme der 14,25 Prozent am Unternehmen zu einem Preis von 35,10 Euro je Aktie zu entscheiden. Konkret geht es um 917 951 Anteilsscheine, womit die RAG Stiftung dann mehr als 32,2 Millionen Euro erlöst hätte. Nun darf die Stiftung aufgrund bestehender Vereinbarungen ihre Aktien in den kommenden sechs Monaten nicht unter diesem Preis Dritten zum Kauf anbieten.

Kurs ist in drei Wochen um ein Drittel eingebrochen

Im Zuge der Coronavirus-Krise ist auch der Kurs der R. Stahl-Aktie heftig abgestürzt. Innerhalb der vergangenen drei Wochen ging es von 33,20 auf 23,00 Euro runter. „Die RSBG SE plant nicht, zu dem aktuellen Kurs, der den Wert des Unternehmens nicht widerspiegelt, Aktien der R. Stahl AG zu veräußern“, teilte eine Sprecherin nun mit.

Die RAG Stiftung war Ende 2014 zunächst mit zehn Prozent eingestiegen und hatte ihren Anteil allmählich weiter aufgestockt. Die Mehrheit mit etwas mehr als 50 Prozent der Aktien ist nach wie vor im Familienkonsortium Stahl und Zaiser vereint.


Heiko Fritze

Heiko Fritze

Autor

Heiko Fritze arbeitet seit 2001 bei der Heilbronner Stimme. Er ist für die Redaktion Wirtschaft & Politik tätig.

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