IG Metall distanziert sich von rechter Initiative für Würth-Betriebsrat

Künzelsau  Die Auseinandersetzung um eine mögliche Betriebsratsgründung bei Würth wird immer skurriler. Nach seiner Entlassung bezichtigt der Initiator das Unternehmen des Diebstahls. Inzwischen hat sich die Schwäbisch Haller IG Metall deutlich zu den Vorgängen geäußert.

Von Manfred Stockburger
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Würth Künzelsau
Im Künzelsauer Stammhaus der Würth-Gruppe mit rund 7200 Beschäftigten gibt es bisher keinen Betriebsrat, aber einen nicht nach dem Betriebsverfassungsgesetz konstituierten Vertrauensrat. Foto: Archiv/HSt

Initiator Daniel Hurlebaus bezichtigt das Unternehmen nun des Diebstahls, weil es nach seiner Entlassung den Dienstwagen abschleppen ließ. Der Künzelsauer Polizei wirft er vor, dass sie seine diesbezügliche Anzeige nicht angenommen habe. Der Presse schickte er einen Mitschnitt eines Telefonats mit dem Polizeipräsidium. Der ihm versprochene Rückruf sei nie erfolgt, schreibt Hurlebaus, der für Donnerstag eine Pressekonferenz angekündigt hat. „Persönliche Gegenstände fehlen mit noch immer.“

Würth hatte die fristlose Kündigung wie berichtet mit Verstößen gegen den Datenschutz begründet. Ein für Dienstag geplanter Termin mit drei weiteren Mitgliedern der Initiative wurde zwar verschoben, soll am Donnerstag aber stattfinden, hieß es.

Erster Bevollmächtigter für Gründung eines Betriebsrats

Die Schwäbisch Haller IG Metall hat sich inzwischen deutlich zu den Vorgängen geäußert. Sie stelle sich entschieden gegen „rechte Bestrebungen, Betriebsratswahlen für politische Zwecke zu instrumentalisieren“, heißt es in einer Stellungnahme des Erste Bevollmächtigten Uwe Bauer.

Wie berichtet ist Daniel Hurlebaus in der AfD aktiv, E-Mails, die er an Würth-Mitarbeiter verschickt hat, deuten auf Verbindungen zur AfD-nahen Gruppierung Zentrum Automobil hin. „Deshalb grenzen wir uns klar und in aller Deutlichkeit von dieser Initiative ab“, erklärt Bauer. Die Gründung eines Betriebsrats befürwortet er gleichwohl. „Mitbestimmung, gute Arbeitsbedingungen und wirtschaftlicher Erfolg sind kein Widerspruch. Auch im Unternehmen Würth sollte es eine Arbeitnehmervertretung auf gesetzlicher Grundlage geben.“ 


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