EBM-Papst baut zweites Werk in den USA

Mulfingen  Mit dem 33-Millionen-Euro-Projekt im Bundesstaat Tennessee will der Ventilatorenhersteller die Basis für weiteres Wachstum legen. EBM-Papst setzt in den USA bisher rund 250 Millionen Euro pro Jahr um.

Von Manfred Stockburger
EBM-Papst baut zweites Werk in den USA

In Farmington betreibt EBM-Papst bereits ein Montagewerk.

Foto:EBM-Papst

Der Ventilatorenbauer EBM-Papst baut in den USA einen zweiten Standort auf. Schon ab September werden die Hohenloher in Johnson City im Westen des US-Bundesstaats Tennessee mit der Montage beginnen - in einem angemieteten Gebäude. Parallel werde das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren rund 33 Millionen Euro in ein neues Werk investieren, in dem dann bis zu 200 Mitarbeiter große Axialventilatoren montieren werden. Dafür hat EBM-Papst ein zwölf Hektar großes Grundstück erworben.

Neues Werk Teil der Internationalisierungsstrategie

"Mit unserem weiteren Standort in Johnson City erhöhen wir unsere Aktivitäten auf dem US-Markt ganz nach unserer Internationalisierungsstrategie local for local", sagt Stefan Brandl, der Vorsitzende der Geschäftsführung EBM-Papst-Gruppe.

Brandl gibt sich zuversichtlich, dass das Unternehmen damit seine Marktposition weiter ausbauen könne. Schon seit 1980 ist das Unternehmen in den USA mit einem Standort vertreten. Aktuell arbeiten in Farmington im Bundesstaat Connecticut rund 300 Mitarbeiter. Der US-Umsatz der Hohenloher lag zuletzt bei rund 250 Millionen Euro.

Regionalregierung bietet Grundsteuer-Nachlass an

Das neue Werk liegt knapp zwölf Autostunden südwestlich Farmington in einer Region, die für die deutsche Industrie kein Neuland ist: Wichtige Standorte Charlotte, Spartanburg und Chattanooga liegen alle in erreichbarer Entfernung. Die Regionalregierung hat die Hohenlohern zudem mit baureifem Land und Nachlässen bei der Grundsteuer gelockt: In den ersten drei Jahren entfällt sie komplett, danach wird sie über einen Zehnjahreszeitraum erhöht. Auch die Verfügbarkeit von Arbeitskräften habe bei der Standortentscheidung eine Rolle gespielt.

Die Internationalisierungsstrategie von EBM-Papst habe es schon vor Donald Trump gegeben, heißt in Mulfingen, einen direkten Zusammenhang mit dem Streit um Zölle gibt es demnach nicht - die Verhandlungen mit den Offiziellen der 60.000-Einwohner-Stadt Johnson City haben US-Medienberichten zufolge auch schon vor mehr als einem Jahr begonnen.

Potenzial für weiteres Wachstum in Nordamerika

Mark Shiring, der US-Chef der Mulfinger, betont indes vor allem das "große Potenzial für weiteres Wachstum mit energieeffiziente Ventilatorlösungen", das er in Nordamerika sieht. Deswegen sei der neue Standort in Johnson City eine hervorragende Ergänzung zur Zentrale in Farmington.

 

 


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