Rosenberg mit Rückenwind

Künzelsau - Platz für die nächste Wachstumsstufe schafft die Rosenberg Ventilatoren GmbH in Künzelsau: Die Fläche der Halle am südlichen Ende des Stadtteils Gaisbach wird mehr als verdoppelt - gestern war der Spatenstich.

Von Manfred Stockburger

Künzelsau - Platz für die nächste Wachstumsstufe schafft die Rosenberg Ventilatoren GmbH in Künzelsau: Die Fläche der Halle am südlichen Ende des Stadtteils Gaisbach wird mehr als verdoppelt − gestern war der Spatenstich. Unter anderem soll dort neben der Produktion der konventionellen Elektromotoren, die bisher den Schwerpunkt des Unternehmens bilden, auch die Fertigung der sogenannten EC-Motoren angesiedelt werden. Diese vom Mulfinger Wettbeweber EBM-Papst propagierte Technologie hat Rosenberg seit etwa fünf Jahren ebenfalls im Programm.

Für die sparsame EC-Technik schafft Geschäftsführer Karl Rosenberg zusätzlichen Platz − aber auch für weitere Laderampen und eine "strukturiertere Logistik". Das Werk Künzelsau mit seinen rund 340 Beschäftigten ist nämlich die Zentrale in dem komplexen Fertigungsnetzwerk, das Rosenberg in drei Jahrzehnten aufgebaut hat. Das Unternehmen setzt auf eine hohe Fertigungstiefe und betreibt Fabriken in Deutschland, Ungarn, Tschechin, Italien, Frankreich der Slowakei und in China.

Motorenfertigung

Herzstück ist aber die Motorenproduktion in Künzelsau, die vor der Erweiterung etwa 3000 Quadratmeter Fläche zur Verfügung hat. Seit 1990 baut das 1981 vom vom damaligen Ziehl-Abegg-Vertriebsleiter Rosenberg gegründete Unternehmen eigene Außenläufermotoren. Die meisten Maschinen stammen aus eigener Fertigung, sagt Rosenberg stolz − auch die Wickelautomaten, mit denen der Kupferdraht um die Motorenkerne gelegt wird. Für die Guss- und Stanzteile hat er erst im vergangenen Jahr in der Slowakei ein neues Werk aufgebaut. Weltweit beschäftigt die Gruppe derzeit 1400 Mitarbeiter.

"Wir sind nicht der lachende Dritte", sagt Rosenberg über den Preiskampf der Hohenloher Ventilatoren-Wettbewerber Ziehl-Abegg und EBM-Papst. Nicht über den Preis sucht sich Rosenberg seinen Markt, sondern über Flexibilität, Geschwindigkeit und in der Nische.

Zu den Höhepunkten der jüngeren Geschichte gehört der Bau des olympischen Schwimmstadions in Peking, das mit Rosenberg-Gebläsen ausgestattet ist. Der Chef ist ein alter Hase im Ventilatorengeschäft und wundert sich über manche Innovation der Hohenloher Wettbewerber. "Kunststoffflügel sind doch Schnee von gestern", sagt Karl Rosenberg.

Das Gaisbacher Unternehmen setzt dabei stark auf "veredelte Ventilatoren", also Klimageräte, mit denen er etwa 40 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet: Der Markt ist sehr groß, und es gibt viele Hersteller, sagt der Unternehmer, der in Sachen Zahlen ziemlich wortkarg ist. Zum Gruppenumsatz macht er keine Angaben: "Wir sind nicht konsolidiert." Die deutsche Kerngesellschaft erwirtschafte rund 60 Millionen Euro, gibt er an − die Exportquote liege bei 60 Prozent. "Wir haben den Stand von 2008 noch nicht wieder erreicht. Bei uns geht es ein bisschen langsamer."

Ägypten

Nicht nur in Künzelsau baut Rosenberg zurzeit, sondern auch in Ägypten. Am Rande der Hauptstadt Kairo entsteht eine Niederlassung, in der auch Ventilatoren für den lokalen Markt gefertigt werden sollen. "Das Land hat 80 Millionen Einwohner und es ist heiß. Das ist für uns ein guter Markt", erklärt Karl Rosenberg. Sein Mann vor Ort ist übrigens Kopte.

Ventilatoren Valley

Karl Rosenberg hat seine Ventilatorenfirma 1981 gegründet. Wie die Hohenloher Wettbewerber Gebhard und EBM-Papst ist auch seine Firma ein Abkömmling der Ziehl-Abegg AG, der Mutter des Ventilatoren Valley: Bevor er sich selbstständig gemacht hat, war er Vertriebsleiter bei den Künzelsauern. mfd