Mustang schneidert sich neue Struktur

Künzelsau - Mit klaren Strukturen wollen die Künzelsauer Modemacher von Mustang in die Zukunft galoppieren. Die durch die Historie bedingte komplexe Unternehmensstruktur hat Geschäftsführer Theo Birkemeyer radikal vereinfacht.

Von Manfred Stockburger

Mustang schneidert sich neue Struktur
Als "Marke der Mitte" will Mustang vor allem junge Kunden ansprechen. Passend dazu haben die Modemacher aus Hohenlohe jetzt eine Online-Filiale eröffnet.Foto: Mustang

Künzelsau - Mit klaren Strukturen wollen die Künzelsauer Modemacher von Mustang in die Zukunft galoppieren. Die durch die Historie bedingte komplexe Unternehmensstruktur hat Geschäftsführer Theo Birkemeyer radikal vereinfacht. Nach diversen juristischen Umbauarbeiten gibt es unterhalb der Mustang GmbH, in der die Zentralfunktionen angesiedelt sind, künftig die Einzelhandelsgesellschaft Mustang Store GmbH und den Großhändler Mustang Jeans GmbH.

Mit der neuen Firmenstruktur bilden die Hohenloher die Strategie ab, mit der sie in die Zukunft wollen: "Wir haben die beiden Bereiche getrennt, um beides professionell zu machen." Und um auch finanziell klare Verhältnisse zu schaffen: Wo wird wie viel Geld verdient? "Wir wollen ein sehr transparentes Bild haben über Erfolg und Misserfolg. Und auch klare Veranwortlichkeiten schaffen." Die Einzelhändler arbeiten von Frankfurt aus - dort sitzen etwa 30 Mitarbeiter. Großhandel und Holding werden von Künzelsau aus gesteuert.

Umsatzplus

2009 ist für Mustang kein Krisenjahr gewesen. "Das Ergebnis ist positiv." Absolute Zahlen nennt Birkemeyer zwar noch nicht - aber er gibt sich aufgeräumt. "Es gibt nicht viele Unternehmen, die dieses Jahr so relaxed in den Weihnachtsurlaub gehen können wie wir", sagt er. Das gesamte Zahlenwerk will er erst im Frühjahr vorlegen, und doch untermauert er seine Zufriedenheit mit einem Wachstumswert: Im Sofortgeschäft, bei dem die Hohenloher am nächsten dran sind am Kunden, habe der Umsatz im November um 27,4 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen.

Schwierig sei die Lage in Osteuropa. In Russland gibt es aber seit einigen Monaten eine eigene Tochterfirma, von der sich Birkemeyer eine Menge verspricht - und seit einigen Wochen in Moskau einen eigenen Mustang-Laden.

Rückenwind vom Markt gibt es nicht. "Es gibt keinen Trend mehr", konstatiert der Mode-Geschäftsführer. Das Verhalten der Kunden sei "sprunghaft" geworden. Und die Konzentrationswelle rollt unvermindert über den von Mustang belieferten Modeeinzelhandel. "Der Verdrängungswettbewerb geht weiter", weiß Birkemeyer. Als "Marke der Mitte" sei Mustang aber gut positioniert. "Wir haben es geschafft, die Marke über die eigenen Geschäfte neu zu beleben."

Spagat

Der Spagat zwischen den verschiedenen Vertriebsformen wird nicht einfacher. Mustang setzt auf einen Mix aus eigenen Filialen, selbstständigen Händlern - und Kaufhäusern: "Es wird auch in Zukunft Kaufhäuser geben", sagt Birkemeyer. "Die müssen ihre Sortimente überarbeiten. Für uns sind sie nach wie vor wichtige Partner."

Neu dazugekommen ist jetzt eine Filiale im Internet, auf der das gesamte Sortiment zum Verkauf steht. Dafür arbeiten die Hohenloher mit einem Online-Anbieter zusammen, der intern genauso behandelt wird, wie jede stationäre Mustang-Filiale. Für Birkemeyer ist die virtuelle Neueröffnung "die konsequente Fortführung der Retail-Strategie".

Mustang

Gegründet 1932, hat sich Mustang in den vergangenen Jahren als internationale Lifestyle-Marke aufgestellt. Die im Jahr 2008 eingeleitete Expansionsstrategie setzt sich ungebremst fort.