Ralf Arnold Geschäftsführer bei Ziehl-Abegg Automotive

Künzelsau - Das Künzelsauer Unternehmen Ziehl-Abegg startet in diesem Jahr mit dem Tochterunternehmen Ziehl-Abegg Automotive durch. Dort ist Ralf Arnold zum Geschäftsführer bestellt worden. Er verantwortet den Geschäftsbereich Antriebstechnik bei Ziehl-Abegg seit 1999 und ist seit 2004 Prokurist.

Künzelsau - Ziehl-Abegg startet in diesem Jahr mit dem Tochterunternehmen Ziehl-Abegg Automotive durch. Dort ist Ralf Arnold zum Geschäftsführer bestellt worden, wie das Künzelsauer Industrieunternehmen am Donnerstag mitteilte. Der gebürtige Künzelsauer verantwortet den Geschäftsbereich Antriebstechnik bei Ziehl-Abegg seit 1999 und ist seit 2004 Prokurist. Zuvor leitete er den Geschäftsbereich Regeltechnik.

Sein Grundwissen hatte er sich bei einer Ausbildung zum Fernmeldehandwerker und anschließend beim Studium der Nachrichtentechnik angeeignet. Ralf Arnold ist verheiratet und hat drei Kinder.

Elektroantrieb

Ziehl-Abegg beschäftigt sich seit 1998 mit der Entwicklung eines Elektroantriebs für Fahrzeuge. Grundlage war stets der vom Firmengründer Emil Ziehl entworfene Außenläufermotor, der komplett in der Radnabe sitzt, also weder Getriebe, Kardanwelle oder Differential benötigt. „Der Motor, den wir nun als ZAwheel auf den Markt bringen, entwickelt das Drehmoment genau dort, wo wir es benötigen: im Rad“, unterstreicht Arnold. Beim Bremsen wird nahezu verlustfrei Energie zurückgewonnen und der Akku wieder aufgeladen. Daher sei diese Lösung gerade für Nutzfahrzeuge wie Omnibusse oder Müllfahrzeuge, die oft anfahren und bremsen, ideal geeignet.

Ziehl-Abegg Automotive hat nun die Aufgabe, diesen Radnabenantrieb in den Markt zu bringen. „Während viele andere erst Ideen und Studien hatten, ist bei uns der erste Bus 2004 auf die Straße gekommen“, sagt Arnold. Seit 2008 laufen Omnibusse im Linienbetrieb. „Mittlerweile fahren 14 Busse mit unserem Antrieb in drei Ländern in Europa und Asien im Linienbetrieb“, unterstreicht der Künzelsauer die Praxistauglichkeit von ZAwheel.

„Mein Ziel ist es, Elektromobilität insbesondere in Nutzfahrzeugen voranzutreiben und uns im Automotive-Feld bekannt zu machen.“

Produktion in Hohenlohe

Dabei ist dem Ingenieur bewusst, dass dies nicht einfach ist. Denn die wesentlich effizientere Technologie der Künzelsauer unterscheidet sich deutlich von anderen Lösungen. „Daher müssen wir viel Aufklärungsarbeit leisten, um Funktion und Vorteile unsere Gesamtsystems zu erklären“, so Arnold.

Für die Produktion der Radnabenantriebe wird ab Herbst an der A6 im Gewerbepark Hohenlohe eine gute Basis geschaffen: dort baut Ziehl-Abegg für 20 Millionen Euro ein neues Werk für die Antriebssparte.


Hintergrund: Ziehl-Abegg

Ziehl-Abegg gehört nach eigenen Angaben zu den international führenden Unternehmen im Bereich der Luft- und Antriebstechnik mit darauf abgestimmter Regeltechnik. Das High-Tech-Unternehmen beschäftigt 1.700 Mitarbeiter in süddeutschen Produktionswerken. Weltweit arbeiten für das Unternehmen 3.100 Mitarbeiter. Diese verteilen sich global auf 8 Produktionsstätten sowie 7 Montage- und 29 Vertriebsstandorte. Die rund 30.000 Produkte werden in mehr als 100 Ländern verkauft. Der Umsatz lag 2011 bei 358 Mio. Euro. Zwei Drittel des Umsatzes werden im Export erzielt.

Emil Ziehl hat die Firma 1910 in Berlin als Hersteller von Elektromotoren gegründet. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Firmensitz nach Süddeutschland verlegt. Die Ziehl-Abegg AG ist nicht börsennotiert und befindet sich in Familienbesitz. red