Kooperation zum Patientenwohl

„Kein Mensch weiß, wie die Kliniklandschaft in zehn Jahren aussehen wird ohne die Holding. Die Holding gibt uns die Möglichkeit, diese Zukunft aktiv mitzugestalten“, fasst Siegfried Egenter den Vorteil der geplanten Zusammenarbeit mit den Heilbronner SLK-Kliniken zusammen

Von Barbara Griesinger

Kooperation zum Patientenwohl
Keine Sorge: Die Krankenhäuser bleiben in Öhringen und Künzelsau. Sie werden nicht in Richtung Heilbronn abtransportiert. (Montage: Kümmerle)
 Eine strategische Entscheidung nennt der Geschäftsführer der Hohenloher Krankenhaus GmbH (HK) die regionalen Gesundheitsholding Heilbronn-Franken, die zurzeit von Stadt- und Landkreis Heilbronn und dem Hohenlohekreis auf den Weg gebracht wird. Die Vorteile der Holding übersteigen die Synergieeffekte, die bei der Kooperation vor allem im hauswirtschaftlichen und personellen Bereich zu erwarten sind. „Sie ermöglicht, Konkurrenz zu überwinden und gemeinsam zum Wohle der Patienten und der Region die medizinische Versorgung an den Krankenhäusern zu sichern“, so Egenter.

Krankenhäuser stehen bereits heute längst unter dem Gebot der Wirtschaftlichkeit. Um den Patienten künftig hohen medizinischen Standard zu garantieren, dürfen sie aber auch nicht vom medizinischen Fortschritt abgekoppelt werden. Das verursacht nicht nur hohe Investitionen, sondern erfordert angesichts teurer Medizintechnik auch eine Mindestanzahl von Patienten. Denn die Kassen bezahlen immer mehr Klinikleistungen nur noch, wenn die Krankenhäuser bestimmte Mindestfallzahlen nachweisen können.

Vor allem kleine Häuser wird dies zunehmend vor Probleme stellen - nicht nur in Hohenlohe, auch in Heilbronn. Die Aufgabe der Holding wird es sein, ein regionales medizinisches Konzept zu entwickeln und Behandlungspfade zu etablieren. Das heißt, es werden sich im Zuständigkeitsbereich der Holding Kompetenzzentren mit unterschiedlichen Behandlungsschwerpunkten an den beteiligten Kliniken - auch an den kleineren Häusern - bilden.

Wie diese regionale Kliniklandschaft konkret aussehen wird, kann Egenter heute noch nicht sagen: „Das weiß noch niemand. Genau diese Planung wird eine der wesentlichen Aufgaben der Holding sein.“

Klar ist indes eines: „Der örtliche Versorgungsauftrag bleibt erhalten.“ Die Grund- wie auch die Akutversorgung in den Krankenhäusern im Hohenlohekreis wird vor Ort gewährleistet sein, auch wenn HK und SLK-Kliniken unter dem Dach der Gesundheitsholding kooperieren. „Sie ist überhaupt nicht in Frage gestellt. Herzinfarkt, Schlaganfall, akute Bauschbeschwerden, Unfälle werden weiterhin vor Ort versorgt“, betont Egenter, fügt aber hinzu: „Wo eine weiterführende Behandlung stattfindet, bleibt offen.“

Die Angst, dass kleinere Krankenhäuser wie Öhringen oder Künzelsau ganz von der Bildfläche verschwinden könnten, ist laut Egenter völlig unbegründet. Denn es gelte „das Prinzip des weißen Rauches“. Das heißt: Die Holding kann keine Entscheidungen treffen, die Konsequenzen im Wirkungsbereich eines der Partner hat, ohne dessen Zustimmung. Außerdem bedürfen alle Entscheidungen der Holding, die sich auf einen der Krankenhausträger direkt auswirken, auch dessen Zustimmung. Grundlegende Veränderungen in den HK-Standorten Künzelsau und Öhringen sind nicht möglich, ohne Okay aus Hohenlohe selbst.

Auswirkungen hat eine engere Kooperation zwischen HK- und SLK-Kliniken aber auch auf die Zusammenarbeit mit Kliniken, die nicht Mitglied der Holding sind - etwa die Zusammenarbeit mit dem Schwäbisch Haller Diak.

Eine klare Aussage macht Egenter zur Kooperation mit dem Diak in der Versorgung von Schlaganfall- oder Infarktpatienten. Sie bleibt erhalten. Bei reinen Supportleistungen wie der Zusammenarbeit mit der Mergentheimer Krankenhausapotheke oder dem Labor des Diak seien allerdings Veränderungen zu erwarten.


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