Holding gilt als einzig wahrer Weg in die Zukunft

Die Hohenloher Kreisräte waren sich einig: Es gibt keine Zukunft im Krankenhauswesen ohne Kooperation. Deshalb war gestern quer durch die Fraktionen ein Ja zur Gründung der Gesundheitsholding Heilbronn-Franken eine ausgemachte Sache

Von Barbara Griesinger

Holding gilt als einzig wahrer Weg in die Zukunft
Einstimmig sagten die Hohenloher Kreisräte Ja zur Holding. Nur wer in den Aufsichtsrat darf, darüber gab es gewisse Differenzen. (Foto: Peter Hohl)
Prinzipiell waren alle 35 Kreisräte für die Holding. Und einstimmig fiel der Kreistagsbeschluss in Kupferzell auch. Doch dann folgte eine gut 20-minütige Sitzungspause. Anschließend gab es für kurze Zeit drei Kreisräte weniger: Karl Wunderlich, Volker Lenz und Hans-Peter van Dorp waren gar nicht glücklich darüber, dass kein Kochertäler im Holding-Aufsichtsrat sitzen soll. Zumal Künzelsau Klinikstandort sei, so Bürgermeister Volker Lenz. Grünen-Kreisrätin Magda Reichardt warnte: „Es geht nicht um Künzelsau und Öhringen, es geht um die Region. Da muss man über Partei- und Ortsgrenzen wegsehen.“

Lenz und seine beiden Künzelsauer Kreistagskollegen wollten dies nicht. Um dem Gremium ein kompliziertes Abstimmungsprozedere zu ersparen, verließen sie den Raum - und im Nu waren drei Aufsichtsräte gewählt. „Hoffen wir, dass die Holding etwas weniger holprig die Arbeit aufnehmen wird“, kommentierte Landrat Helmut M. Jahn.

Ganz so holprig war es zuvor nicht. Denn alle Fraktionen waren sich einig: Die Holding ist der einzig sinnvolle Weg. Eine weiterhin völlig eigenständige Hohenloher Krankenhaus GmbH werde in Zukunft nur schwerlich schwarzen Zahlen schreiben könne, verwies Geschäftsführer Siegfried Egenter auf die Folgen der Gesundheitsreform. Auf 1,2 Millionen Euro beziffert er die Mehrbelastung allein für 2007. „Das kann auch das Hohenloher Krankenhaus nicht aus der Rippe schwitzen“, so Egenter.

Dass das Ziel der Holding, die Sicherstellung einer flächendeckenden medizinisch-stationären Versorgung, auch durch Bündelung der Klinikangebote erreicht werden soll, das war allen im Gremium klar. Auch, dass dies Veränderungen für die Standorte bedeuten werde.

Ebenso, dass die Holding nicht Heilbronn-zentriert ist - auch wenn der Hohenlohekreis der kleinere Partner in der Holding mit den Heilbronner SLK-Kliniken wird. Er hält entsprechend der Umsatz- und Eigenkapitalquote des Hohenloher Krankenhauses 25,6 Prozent der Geschäftsanteile an der Holding. Stadt- und Landkreis Heilbronn halten je 37,2 Prozent.

Angst, über den Tisch gezogen zu werden, müssen die Hohenloher nicht haben. Der Abstimmungsmodus sieht Einstimmigkeit bei Entscheidungen vor, die gravierende Auswirkungen auf einen Standort haben. Zusätzlich ist die Zustimmung des jeweiligen Krankenhausträgers notwendig. Diese Sicherung „ist auch eine Schwäche der Holding“, weiß Egenter. Falls diese deshalb nicht sinnvoll arbeiten könne, wäre ein Ausstieg möglich.

Klar war auch das Bekenntnis sämtlicher Fraktionen mit Blick auf Schwäbisch Hall: Die Tür zur Holding soll offen stehen. Eine Kooperation zum augenblicklichen Zeitpunkt sieht indes niemand. „Ich habe den Eindruck, dass die kommunalpolitischen Wogen in Schwäbisch Hall so hoch schlagen, dass es keine Chancen gibt für eine gemeinsame Krankenhaus-GmbH - egal wie der Haller Kreistag entscheidet“, fasste Jahn zusammen.

 


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