Historische Gärten, trutzige Türme

Eines der größten kulturellen Ereignisse Deutschlands steht unter dem Motto „Rasen, Rosen und Rabatten - Historische Gärten und Parks“ am 10. September an. Dabei lassen sich auch in Hohenlohe herausragende Kulturdenkmäler besichtigen, die sonst meist nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind

Von Philipp Schlittenhardt

Historische Gärten, trutzige Türme
Farbenpracht: Am Sonntag gibt es ab 15 Uhr eine Führung durch den barocken Garten des Öhringer Weygangmuseums. (Foto: Philipp Schlittenhardt)
Es öffnen am Sonntag nicht nur Parks und Gärten ihre Pforten. So dürfen beispielsweise Neugierige in Dörzbach einen Blick ins Renaissanceschloss Laibach werfen, das sonst das ganze Jahr verschlossen bleibt.

Das Schloss Eyb samt Garten lässt sich dagegen während einer Führung mit Arnulf Freiherr von Eyb erkunden, der selbst in dem ehemaligen Wasserschloss residiert.

Für Kirchenkunstliebhaber dürfte sich ein Besuch der Wallfahrtskapelle St. Wendel am Stein lohnen. Mit der Jakobuskirche und der Dreifaltigkeitskirche sowie der Pfarrkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit sind zudem zwei evangelische und ein katholisches Gotteshaus zu besichtigen.

 Auch für technisch Interessierte lohnt sich ein Ausflug nach Dörzbach: im Bahnbetriebswerk Jagsttalbahn lässt sich die Eisenbahntechnik an der Wende zum 20. Jahrhundert kennenlernen, während Besucher der historischen Ölmühle in die Feinheiten der handwerklichen Ölgewinnung eingeweiht werden. Die 200 Grabsteine des jüdischen Friedhofs schließlich zeugen von der einstigen jüdischen Gemeinde im Dörzbacher Teilort Hohenbach.

Historische Gärten, trutzige Türme
Erstmals sind die beiden Waldenburger Türme beim Tag des offenen Denkmals zu besichtigen. Vom hohen Lachners-turm aus hat man einen herrlichen Blick auf die Ebene und den kleineren Nachtwächterturm. (Fotos: Tscherwitschke)
Unter dem Dach des Wahrzeichens von Forchtenberg, dem Würzburger Tor, informiert eine Gedenkstätte über die Widerstandsbewegung „Weiße Rose“. Von dort aus startet auch eine Führung, die an dem Hans- und Sophie-Scholl- Rosenpfad entlangführt.

Der Geburtsort der Geschwister widmet seinen berühmten Kindern auch im mittelalterlichen Kern-Haus eine Ausstellung. Dieses beherbergt außerdem Zeugnisse der Stadtgeschichte und Arbeiten der Künstlerfamilie Kern. Das Heimatmuseum in der Ernsbacher Prachthofscheuer beschäftigt sich mit Weinanbau, Landwirtschaft und Handwerk.

Militärisch wird es in Krautheim: dort gewährt das Burgmuseum einen Einblick in die mittelalterliche Verteidigungsstellung. Modell und Schautafeln zeigen die Entwicklung der Stauferburg Krautheim mit der spätgotischen Burgkapelle.

Waldenburg nimmt zum ersten Mal am Tag des Denkmals teil: der Balkon Hohenlohes lockt mit Nachtwächterturm und Lachners-turm, von dem aus sich dem Besucher in 33 Meter Höhe ein Rundblick vom Odenwald bis zur Frankenhöhe bietet.

Wer sich für den Alltag einer bürgerlichen Familie im 19. Jahrhundert interessiert, ist in Öhringen richtig: die Innenräume eines Bürgerhauses in Originalausstattung lassen sich im Weygang-Museum besichtigen, in dem sich zudem eine historische Zinngießerei befindet. Um 15 Uhr gibt es eine Führung durch den barocken Garten. Handwerklich wird es auch in der Messerschleiferei. Das eingeschossige Massiv- und Fachwerkgebäude von 1906 liefert Einblicke in die traditionelle Arbeit des Messerschmieds. Im Pflaumerhaus lässt sich Manfred Pany beim Schmieden historischer Blankwaffen über die Schulter blicken. Bis ins kleinste Detail hat er Originale aus Antike, Mittelalter und Renaissance studiert und sich Fertigkeiten zu ihrer Rekonstruktion angeeignet.

 

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