Das Hohenloher Krankenhaus steht sehr gut da

Vor zehn Jahren wurde die Hohenloher Krankenhaus GmbH ins Leben gerufen - Geschäftsleitung zieht eine positive Bilanz

Von Barbara Griesinger

Das Hohenloher Krankenhaus steht sehr gut da
Die Öhringer Gebärwanne wollte keiner der Kreisräte ausprobieren. Doch stolz auf die florierende Geburtshilfe-Abteilung der Klinik sind sie alle.

Eine schwierige Phase mache das Krankenhauswesen allerorten durch, so Landrat Helmut M. Jahn. Für das Hohenloher Krankenhaus stehen die Zeichen indes nicht schlecht, denn bereits seit 1995 werden die beiden Hohenloher Kreiskrankenhäuser in Künzelsau und Öhringen in GmbH-Form als ein Hohenloher Krankenhaus mit zwei Klinikstandorten geführt. Rückblickend sei klar: "Der Kreistag hat immer die richtigen Entscheidungen getroffen, so dass wir jetzt gut dastehen", so der Landrat. Denn das Hohenloher Krankenhaus schreibt schwarze Zahlen, während manche Klinik im Land in der Krise steckt.

Die Entwicklung der HK kann sich sehen lassen. Die bedarfsgerechte und wohnortnahe medizinische Versorgung der Hohenloher ist gewährleistet. An den beiden Krankenhausstandorten wird ein breites medizinisches Angebot bereitgestellt mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Insgesamt stehen im klinischen Bereich 360 Betten bereit. Die Patientenzahl hat in den letzten zehn Jahren insgesamt gesehen um 4,4 Prozent zugenommen: von 11 958 Patienten (1995) auf 12 522 (2004).

Neben dem klassischen Krankenhausbereich gehört auch das Zentrum für Geriatrie zur Krankenhaus-GmbH. Es besteht aus einen geriatrischen Schwerpunkt in Künzelsau und der geriatrischen Rehaklinik in Öhringen mit 20 Plätzen.

Großen Zuwachs hat vor allem die Seniorenbetreuung der HK erfahren. Als die HK 1995 startete, gehörten nur das Öhringer und Krautheimer Altenheim zum GmbH-Komplex. Mittlerweile sind die Seniorenzentren Forchtenberg und Neuenstein hinzugekommen. Weitere sind in Dörzbach, Pfedelbach und Schöntal im Entstehen. Damit stehen dann 334 Vollzeit- und 45 Tagespflegeplätze wohnortnahe zur Verfügung.

Insgesamt hat die Krankenhaus GmbH in den vergangenen zehn Jahren 39 Millionen Euro in die Betriebsteile Krankenhaus, Rehaklinik und Altenpflege investiert. Damit war die HK GmbH "einer der investitionsfreudigsten Anteile des Hohenlohekreises", so Egenter. 15,6 Millionen Euro der Investitionen waren Fördermittel. Knapp 4,8 Millionen hat der Hohenlohekreis selbst ins HK gesteckt. 12 Millionen Euro an Eigenmitteln der HK sind in Investitionen geflossen.

Das Hohenloher Krankenhaus steht sehr gut da
Auch einen Blick in die Öhringer Krankhaus-Küche taten die Kreisräte bei ihrer Hohenloher Krankenhaus-Infotour.
Weitere 15,6 Millionen Euro an Fördermitteln sind bewilligt. Sie sollen in die Erweiterung des Künzelsauer Klinikstandorts fließen. Allerdings liegt die Planung auf Eis, bis die Klarheit über die weitere Zukunft des Hohenloher Krankenhauses besteht. Erst wenn klar ist, ob eine Zentralklinik zusammen mit dem Landkreis Schwäbisch Hall und dem Diak kommt oder nicht, wird über den Anbau entschieden.

Um die Eigenmittel zu den umfangreichen Investitionen erwirtschaften, war sparsames Haushalten, Wirtschaftlichkeit und eine "klare strategische Unternehmensentwicklung und -steuerung" angesagt. Entsprechend wurden Hierarchien und Zuständigkeiten verschlankt, Arbeitsabläufe optimiert und ein umfassendes Qualitätsmanagement eingeführt. "Das geht nicht ohne die Mitarbeiter", betont Egenter. Chefärzte und Pflegedienstleitung wurde in unternehmerische Führungsverantwortung genommen. Dennoch ging es nicht ohne Personalabbau. Von 503,3 Planstellen im Jahr 1995 sind noch 437,6 übrig. Ausgenommen ist von den Stelleneinsparungen auch die Pflege nicht mehr. Von 217,2 sind noch 177 Planstellen in diesem Bereich geblieben. Eine Verschlechterung sei damit für Patienten nicht verbunden, so Egenter. Denn gesunken sei auch der Pflegeaufwand. Der Grund: kürzere Verweildauer der Patienten und eine in den letzten Jahren leicht sinkende Fallzahlen. 2004 um 806 Patienten.

 


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