Beide Kandidaten sammelten Punkte

Karlheinz Börkel und Patrizia Filz beim HZ-Wahlforum

Von Wendelin Schmidt

So kamen beide am Dienstagabend nicht umhin, auf hartnäckige Fragen in der von HZ-Redaktionsleiter Uwe Ralf Heer und HZ-Redakteurin Barbara Griesinger moderierten Diskussion einzuräumen, dass sie nicht sagen können: Die Gebühren sind sicher. Während Börkel im Blick auf die bereits absehbare Erhöhung der Kreisumlage im nächsten Jahr keinerlei Versprechen auf gleich bleibende Gebühren abgeben wollte, sah Patrizia Filz zunächst Einsparungsmöglichkeiten im Haushalt und sagte, sie habe nicht vor, an der Gebührenschraube zu drehen. Falls die Einsparungen nicht ausreichten, dann müssten "als letzter Notnagel" aber vielleicht doch auch Gebühren angehoben werden.

Die beiden Kontrahenten gingen insgesamt recht nobel miteinander um, auch wenn Börkel immer wieder vom "schlechteren Haushalt in Hardthausen" sprach, wo Patrizia Filz noch als Hauptamtsleiterin fungiert, während diese unter anderem die Jugendarbeit in Schöntal für verbesserungswürdig hielt, den Standort für das geplante Altenheim nicht gut fand und optimistisch davon ausging, dass sie ab Juli die Gemeinde als Bürgermeisterin und Kreisrätin vertreten werde. Dafür meinte Börkel bei der Ergänzung unvollständiger Sätze, die ihm Uwe Ralf Heer in den Mund legte, dass es "schon genug Frauen als Bürgermeisterinnen" gebe.

In den meisten Fragen unterscheiden sich Börkel und Filz nur in Nuancen. So denken beide daran, verlängerte Öffnungszeiten in Kindergärten und Grundschulen zumindest probeweise anzubieten, obwohl ein Versuch in der Vergangenheit schon wegen zu geringer Kinderzahl und wegen fehlender Finanzen gescheitert war. An den fünf Kindergärten und den Grundschulen wollen beide aber festhalten.

Auch für die ältere Generation wollen sich beide Bewerber um das Amt des Bürgermeisters einsetzen. Während Börkel auf viele bewährte Aktivitäten wie Altennachmittage und Feiern in den Ortschaften und auf den geplanten Bau des Altenheims mit Betten auch für die Kurzzeitpflege verwies, sammelte Patrizia Filz offenbar Punkte mit ihrer Absicht, einen Seniorenrat einzurichten. Dieser solle als Plattform dienen, in der sich "auch schon 60- bis 65-Jährige einbringen können".

Zu Situation der Feuerwehren sagte Börkel, dass noch zwei Fahrzeuge zu beschaffen und drei Feuerwehrhäuser zu sanieren seien. Jedes Jahr solle ein Projekt in Angriff genommen werden. Patrizia Filz bemängelte die Planungskosten von 15 000 Euro und meinte, die Gemeinde könne mit ihren eigenen Leuten die Kosten für die einzelnen Projekte ermitteln, um dann festzulegen, "was wann kommt". Börkel wehrte sich: "Nach den Förderrichtlinien brauchen wir keine Skizzen, sondern eine fertige Planung und Kostenberechnung". Patrizia Filz: "Das weiß ich auch, aber es geht zunächst nur um die Reihenfolge, dann erst um die Planung für die Förderung".

Zum Thema Gewerbeansiedlung verwies Börkel auf Erfolge: "In meiner Zeit wurden acht Firmen angesiedelt, die Zahl der Arbeitsplätze ist gestiegen, wir haben 1,9 Millionen Gewerbesteuer. Für einen Erfolg halte ich auch die Ansiedlung des Einkaufsmarktes in Westernhausen". Patrizia Filz, die froh war, keiner politischen Partei anzugehören, will Entwicklungsmöglichkeiten in jedem Ortsteil und das Gewerbegebiet Bahrnholz in Oberkessach auch überregional vermarkten.