Zweiter Discounter war Todesstoß

Hohenlohe  Expansionsmanager von Penny erklärt, warum das Unternehmen keine Zukunft in Krautheim sieht und stattdessen in Dörzbach bauen will.

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Der Penny-Markt in Krautheim schließt im Dezember kommenden Jahres − egal, ob die Filiale in Dörzbach gebaut wird oder nicht.

Foto: Tamara Ludwig

Der geplante Umzug der Penny-Markt-Filiale von Krautheim nach Dörzbach hat einen Streit zwischen den Jagsttalgemeinden entfacht (siehe Artikel oben). Bei der Penny-Markt GmbH hat man diese Entwicklung nicht kommen sehen: "Es hat mich überrascht, schließlich wurde ja niemand vor den Kopf gestoßen; wir hatten im Vorfeld Gespräche", sagt Uli Baka, Expansionsmanager Region Südwest bei Penny, auf Nachfrage der Hohenloher Zeitung.

Dass man bei der Stadt Krautheim grundsätzlich nicht begeistert von der Schließung sei, könne er verstehen. "Wir sind schon ewig in Krautheim, seit 1989, und wollten eigentlich auch nicht weg", erläutert Baka. Die Gründe für diesen Meinungsumschwung benennt er ohne Umschweife: "Unser Todesstoß war, als die Stadt einen zweiten Discounter zugelassen hat." Gemeint ist die Lidl-Filiale am Ortseingang, von Gommersdorf kommend.

Standortvorteil von Lidl

Lidl habe einen erheblichen Standortvorteil gegenüber dem etwas versteckten Penny-Markt. "Der Markt ist doppelt so groß wie unserer und hat seine Zufahrt an der Hauptverkehrsstraße", fasst Baka zusammen. Die Folge: Die Umsätze seien stark zurückgegangen und der Markt somit nicht mehr zukunftsfähig.

Schon vor zehn Jahren habe man überlegt, zu schließen. Damals sei der Grundstückseigentümer dem Unternehmen bei der Miete entgegengekommen. Doch inzwischen sei klar: "Der Markt wird dort nicht überleben."

Keine passenden Flächen in Krautheim

Nachdem die Penny-Markt GmbH alle Optionen in Krautheim geprüft hatte und keine Flächen gefunden habe, die "für uns Sinn machen würden", sei man auf die Gemeinde Dörzbach zugegangen. Neben dem bestehenden Edeka-Markt sei es für Penny attraktiver als neben einem Discounter mit ähnlichem Warensortiment. Die Sorge der Bürgermeister Andreas Köhler und Robert Böhnel, Penny plane einen großflächigen Markt, ist laut Baka unbegründet: "800 Quadratmeter sind uns am liebsten, damit haben wir auch geplant", sagt er.

Dass diese Pläne zu scheitern drohen oder sich zumindest verzögern, ärgert Baka. "Wir schließen die Filiale in Krautheim im Dezember 2021", sagt er. Damit die Eröffnung in Dörzbach wie geplant im September/Oktober stattfinden kann, müsse im März, spätestens im April, mit dem Bau begonnen werden.

Der Bauantrag sei vorbereitet, der Mietvertrag unterschrieben, dann fehle nur noch die Genehmigung. Und was, wenn das Vorhaben doch scheitert? Dann werde man sich außerhalb des Jagsttals umsehen. In Krautheim zu bleiben, schließt er aus. "Wir gehen aber weiter fest davon aus, dass das klappt", betont Uli Baka.


Tamara Ludwig

Tamara Ludwig

Autorin

Tamara Ludwig ist seit 2014 Redakteurin der Hohenloher Zeitung. Dabei hat sie vor allem die Ereignisse und Kommunen im Altkreis Künzelsau im Blick.

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