Weitere Demo gegen den geplanten Netzwerk-Booster

Kupferzell  130 Menschen protestierten im Bahnpark gegen die in Kupferzell geplante Riesenbatterie. Zu hören gab es altgediente Argumente und bunte Bedrohungsszenarien - aber auch echte Neuigkeiten.

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Meinungsstark am Mikro: Birgit Kühnle von der Bürgerinitiative "Ein Herz für Hohenlohe" bei ihrer Rede im Kupferzeller Bahnpark.

Foto: Christian Nick

„Ich hätte den Platz gerne voll“: Dies hatte BI-Mitgründerin Birgit Kühnle bei der vorigen „Dienstagsdemo“ ins Publikum gerufen. Das freilich bleibt auch bei der jüngsten Protestkundgebung gegen die geplante Kupferzeller Riesenbatterie nur Wunschtraum der Projektgegner. Aber immerhin: Ein paar mehr Menschen als zuvor – da waren es knapp 120 – haben an diesem Abend den Weg in den Bahnpark gefunden: 130 Personen lautet nun die amtliche Polizei-Zählung.

Einer der Neuen ist Karl-Heinz Karle. Was er heute Abend erwartet? „Ich habe aus der Presse und von Kollegen viel gehört und will jetzt noch mehr Infos.“ Sein bisheriger Eindruck vom Mega-Projekt Booster? „Ich kann die Gefahren nicht realistisch einschätzen.“ Und die Proteste? Karle klar: „Vom Rattenfänger-Prinzip halte ich nichts.“

Trio rotiert am Mikro

„Argumente und Bedrohungsszenarien vermischen sich hier“, sagt Gemeinderat Jürgen Häckel (UWG) der HZ, ehe die Redner ans Pult treten. Nachdem die bisherigen Demos One-Woman-Shows am Mikro gewesen waren, hat sich Birgit Kühnle nun Verstärkung in Form ihrer Schwester Dr. Marion Kühnle und Mitstreiter Günther Müller mitgebracht, um meinungsstark auf „Ammenmärchen“ und „fiese Mittel“ des Übertragungsnetzbetreibers zu rekurrieren.

Müller: „Der Booster ist wie ein Zug: Man weiß nicht, ob und wann und wo er entgleist.“ Kollegin Birgit Kühnle fühlt sich „wie im Film“, klagt mit bitterer Ironie: „Während wir hier die Köpfe in den Sand stecken, plant Transnet ihr ,Leuchtturmprojekt’.“ 

„Die Anlagensicherheit wird nicht geprüft“, führt sie erneut ein Kernelement der Kritiker ins Feld. Ihre Schwester Dr. Marion Kühnle sagt: „Mit der nun vorgeschlagenen Technik wird der Kupferzeller Booster fünfmal so groß wie der von Tesla.“ Und sie verkündet auch noch eine Sache, die aufhorchen lässt: „Der Booster ist gar nicht im Bundesbedarfsplan.“ Diesem Aspekt wird sich die HZ in naher Zukunft in einem gesonderten Artikel widmen.

 


Christian Nick

Christian Nick

Autor

Christian Nick ist Redakteur bei der Heilbronner Stimme/Hohenloher Zeitung. Schwerpunktmäßig betreut er die Kommunen Kupferzell, Neuenstein und Waldenburg – schreibt aber auch über alles andere gerne.

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