Weinkönigin und Prinzessin tauschen ihre Kronen

Hohenlohe  Für die Hohenloher Weinhoheiten geht ihre Amtszeit mit einer weiteren Besonderheit in die Verlängerung. Weinkönigin und Prinzessin tauschen ihre Kronen und Titel. Beide hoffen, dass im Frühjahr wieder Veranstaltungen möglich sind.

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Sie werden den Hohenloher Wein ein Jahr länger repräsentieren: Mathea Weinstock (links) und Marleen Häfele.

Foto: Armin Rößler

"Wir sind das Weinhoheitenduo", sagen Mathea Weinstock und Marleen Häfele. Seit gut einem Jahr sind die beiden Hohenloher Weinhoheiten im Amt und im Gespräch wird schnell deutlich, dass es tatsächlich nicht wichtig ist, wer denn nun formell das Sagen hat. Auf dem Papier ist Mathea Weinstock die amtierende Weinkönigin, Marleen Häfele ihre Prinzessin. Das ändert sich am 14. August mit einer bislang einmaligen Aktion: Denn dann werden die Kronen und damit auch die Titel getauscht. "Wir machen alles durch, was noch niemand hatte", sagt Marleen lachend.

Viele Besonderheiten

Ihre Amtszeit hat schon mit einer absoluten Besonderheit begonnen: Nicht genug, dass sich die beiden für den Wahlabend ohne vorherige Absprache exakt das gleiche Dirndl ausgesucht hatten, die Wahl im Ingelfinger Fass und an der Criesbacher Kelter endete auch noch mit einem Patt. "Das ist vorher nie passiert", sagt Mathea I. "Damit hat niemand auch nur im Traum gerechnet", ergänzt Marleen. Dass schließlich gelost werden musste, fanden beide fair und hatten kein Problem mit der Entscheidung. "Wir haben dann auch alles gemeinsam gemacht", erklären sie.

Deshalb ist der nun anstehende Kronentausch irgendwo die logische Fortsetzung ihrer besonderen Amtszeit in einem besonderen Jahr: Die Corona-Pandemie fiel in die Phase, in der es für die Weinhoheiten ohnehin ein paar Wochen lang etwas ruhiger zugeht. "Dann wurde aus der Pause ein Dauerzustand", seufzt Marleen. Die Hoffnung, dass sich die Lage wieder normalisieren könnte, erfüllte sich nicht, irgendwann wurde überlegt, wie es denn weitergehen könnte. "Das wäre ja auch für unsere Nachfolgerinnen keine richtige Perspektive gewesen", meint Marleen. "Ich würde mir für sie vor allem wünschen, dass ihnen der Wahlabend in Erinnerung bleibt", sagt Mathea.

Deshalb hängen die beiden jetzt einfach noch ein Jahr dran und hoffen natürlich, dass sie dieses Mal wenigstens die zweite Hälfte der neuen Amtszeit genießen dürfen und im Frühjahr wieder Veranstaltungen in normalem Rahmen möglich sind. "Dann steigen wir da ein, wo wir aufgehört haben", sagt Marleen. Neben vielen Weinproben haben die beiden wegen Corona nämlich vor allem die Eröffnung des 25. Hohenloher Weindorfs in Öhringen verpasst.

Ein großes Dankeschön

"Das wäre schon eine Ehre, das zu eröffnen", findet Marleen. Und Mathea will auf keinen Fall den Abschiedsabend verpassen: "Es wäre schade, wenn wir keinen richtigen Abschluss hätten und keine Chance, Danke zu sagen." Ein großes Dankeschön gibt es schon jetzt: für das "super Betreuerteam", das sich in ganz vielen Belangen perfekt um die beiden gekümmert hat.

Auf die Frage, ob sie anschließend nach Höherem streben, sprich nach dem Amt der Württemberger Weinkönigin, gibt es klare Antworten. "Wir sind sehr mit Hohenlohe verwurzelt", sagt Mathea. "Wir machen das für unsere Heimat und uns", erklärt Marleen: "Unser Herz schlägt für Hohenlohe."


Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.

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