Warum in der Öhringer Klinik Besuche verboten bleiben

Hohenlohe  Während die Bewohner von Pflegeheimen oder die Menschen in Einrichtungen für Behinderte schon seit Tagen wieder externe Gäste empfangen dürfen, bleiben die Türen im Öhringer Krankenhaus bis auf Weiteres für Besucher zu.

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Im Eduard-Knoll-Zentrum werden längst Gäste hinter Plexiglas empfangen. Fotos: Archiv Reichert/privat

Nachdem die Landesregierung das Besuchsverbot in den Kliniken eigentlich gelockert hat - und seit Montag Patienten im Diak in Hall sowie im Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim unter strengen Auflagen wieder besucht werden können, müssen die Patienten im Öhringer Krankenhaus weiter warten: Denn sie dürfen kraft Anordnung des Landratsamtes Hohenlohekreis zunächst auch weiterhin keinen Besuch empfangen.

"Es ist eine Sicherheitsmaßnahme"

Die Hintergründe der verlängerten Besucher-Sperre beschreibt Ute Emig-Lange, Pressesprecherin der BBT-Gruppe, gegenüber unserer Zeitung folgendermaßen: "Es ist eine einvernehmliche Regelung zwischen uns als Träger und dem örtlichen Gesundheitsamt; eine Sicherheitsmaßnahme, weil wir in einer Hotspot-Region wie dem Hohenlohekreis auch weiterhin noch besondere Schutzmaßnahmen haben müssen."

Wie lange werden die Patienten im Hohenloher Krankenhaus wohl noch warten müssen: Geht es da um Tage oder um Wochen? "Das kann ich im Moment nicht sagen", so Emig-Lange. Man prüfe intensiv, welche Möglichkeiten es für zukünftige Regelungen gäbe. "Wir müssen auf Sicht fahren", sagt die BBT-Sprecherin. Und stellt auf Nachfrage klar, dass die verlängerte Sperre nichts mit dem entwickelten und der Behörde präsentierten Schutzkonzept der Klinik zu tun gehabt habe.

Besuche in Pflegeheimen sind wieder möglich

In den acht Senioren- und Pflegeheimen, welche die BBT-Gruppe im Hohenlohekreis betreibt, haben sich indes die Türen für Externe am Montag wieder geöffnet - unter strengen Auflagen: "Wir lassen einen Besucher pro Bewohner und Tag zu, vergeben nach telefonischer Anmeldung dann einen Termin", erklärt Emig-Lange.

Doch das elaborierte Sicherheitskonzept geht noch deutlich weiter: Die Gesamtzahl der Besucher ist limitiert, ebendiese sollen möglichst wenig durchs Haus geführt werden, in den Besucherzimmern sind hygienische Schutzmaßnahmen wie Plexiglasscheiben installiert. Auch ein Gesundheits-Check wird vorgenommen: Zwar verzichtet man aufs Fiebermessen, aber jeder Besucher wird per Fragebogen nach persönlichen Daten, Krankheitssymptomen und Kontakten zu Infizierten abgeklopft.

Wohnzentrum für Körperbehinderte ist seit zehn Tagen auf

Warum in der Öhringer Klinik Besuche verboten bleiben
In der Klinik bleiben die Patienten bis auf Weiteres isoliert.

Noch früher dran war man im Krautheimer Eduard-Knoll-Wohnzentrum: In der Einrichtung für Körperbehinderte durften die Menschen bereits Anfang vergangener Woche Besuch empfangen: "Die Bewohner sind natürlich sehr froh darüber, man merkt, dass großer Bedarf nach Kontakt besteht", berichtet Heimleiterin Nadine Wiese.

Der Grund für die frühe Öffnung? "Wir haben Rücksprache mit dem Gesundheitsamt gehalten und dort unser Konzept vorgestellt. Es gab keine Einwände", sagt Wiese. Landkreis-Sprecher Sascha Sprenger auf HZ-Nachfrage: "Rechtsgrundlage ist die Corona-Verordnung, nach der Behinderten-Einrichtungen gelockerte Regelungen im Umgang mit Besuch als beispielsweise Pflegeeinrichtungen für alte und pflegebedürftige Menschen haben."

Rund zehn Besucher seien bislang dagewesen, so Wiese. Vorgestern wurde das Limit auf nun zwei Besucher je Bewohner und maximal vier pro Tag erhöht. Auch in Krautheim gibt es indessen rigiden Infektionsschutz im Besucherzimmer.

 

 

 

Christian Nick

Christian Nick

Autor

Christian Nick ist seit 2018 Redakteur bei der Hohenloher Zeitung. Schwerpunktmäßig betreut er die Kommunen Kupferzell und Waldenburg - schreibt aber auch (über) alles andere gerne.

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