Soldaten helfen noch länger im Corona-Hotspot Hohenlohe

Hohenlohe  Innenminister Thomas Strobl besucht den Corona-Hotspot und spricht Landrat Matthias Neth Mut zu. Der Einsatz der Bundeswehr im Kreis und im gesamten Land wird bei dem Blitzbesuch von allen Seiten gelobt.

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Landrat Matthias Neth (M.) begrüßt Minister Thomas Strobl (Zweiter v. r.) und Thomas Silberhorn (r.), Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium.

Foto: Reichert

Der Hohenlohekreis ist wieder mal Corona-Hotspot - und nach Frühjahr 2020 erneut Spitzenreiter im Land bei den Inzidenzwerten. Nach einem massiven Ausbruch im Logistikzentrum der Firma Würth in Gaisbach schnellte die Zahl der Neuinfektionen binnen einer Woche explosionsartig nach oben.

Am Montag stattete Landesinnenminister Thomas Strobel der Corona-Einheit des Gesundheitsamts im ehemaligen Kliniktrakt in Künzelsau einen Blitzbesuch ab, um sich über die Lage zu informieren und Soldaten der Bundeswehr zu besuchen, die auch hier seit Wochen wertvolle Hilfen leisten, um Kontakte nachzuverfolgen, Bewohner und Beschäftigte in Pflegeheimen zu testen oder Impfzentren zu verstärken.

Minister ist zuversichtlich

Und der Minister sprach Landrat Matthias Neth Mut zu: "Sie haben das beim ersten Mal sensationell gut bewältigt, und ich bin ganz zuversichtlich, dass es Ihnen auch beim zweiten Mal wieder gelingen wird, die Herausforderung anzunehmen und am Ende des Tags gut zu lösen."

Landrat: Hervorragende Zusammenarbeit

Anders als im März und April 2020, kann der Kreis jetzt auf die Unterstützung der Bundeswehr zählen. "Das Zusammenwirken von zivilen Kräften und Soldaten klappt hervorragend, besser kann man es sich nicht wünschen", sagte Neth. "Die Bevölkerung ist sehr dankbar, dass die Bundeswehr da ist." Die Soldaten trügen hohe Verantwortung, etwa bei der Fallermittlung, wo nach dem Ausbruch bei Würth innerhalb einer Woche fast 500 Kontaktpersonen unter Quarantäne gestellt worden seien.

Zehn Reservisten der Regionalen Unterstützungs- und Sicherungskompanie des Landeskommandos aus Walldürn erledigen derzeit diesen Job. Sie lösten im Januar Soldaten des Logistikbataillons 461 der Nibelungen-Kaserne Walldürn ab, die seit Ende Oktober Kontakte nachverfolgten.

Einsatz wird fortgesetzt

Vier weitere Soldaten der Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim helfen derzeit bei der Testung in vier Pflegeheimen. Der Einsatz begann am 27. Januar mit insgesamt zehn Kräften in 14 Alteneinrichtungen und war zunächst auf drei Wochen begrenzt. So wie in ganz Baden-Württemberg.

"Wir werden das nun fortsetzen, so lange es notwendig ist, und haben dazu die Zahl der Soldaten im Land noch einmal aufgestockt", erklärte Thomas Silberhorn, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverteidigungsministerium. "Wir werden im Land in 700 Pflegeheimen präsent sein", ergänzte Oberst Thomas Köhring, der Kommandeur des Landeskommandos Baden-Württemberg. Rund 800 Soldaten stünden dafür zur Verfügung, rund 2000 seien es insgesamt, so Strobl. "Ihre Unterstützung in allen drei zentralen Bereichen ist sehr, sehr wichtig. Dies wird von der Bevölkerung sehr positiv aufgenommen", sagte der Minister.

Amtshilfe im Kreis soll verlängert werden

Auch im Hohenlohekreis soll die Amtshilfe der Bundeswehr nun verlängert werden: bei der Nachverfolgung von Kontakten ebenso wie beim Testen in Pflegeheimen. Der Einsatz von elf Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade im Kreisimpfzentrum Öhringen (KIZ) ist vorerst bis 26. März begrenzt. "Im Laufe der nächsten und übernächsten Woche erhalten wir auch Impfstoff von Astra Zeneca", sagte KIZ-Leiter Mike Weise. "Dann können wir den Betrieb entsprechend ausweiten."

Im besten Fall werden 21 Soldaten vor Ort sein. "Die Zusammenarbeit gestaltet sich ausgesprochen gut", so Weise. "Die Soldaten zeigen großes Engagement und sind sehr strukturiert. Ohne die Bundeswehr wäre die Arbeit im KIZ personell nicht leistbar."


Ralf Reichert

Ralf Reichert

Redaktionsleiter Hohenloher Zeitung

Ralf Reichert ist seit Oktober 2006 Redaktionsleiter der Hohenloher Zeitung. Die Region Hohenlohe ist seit jeher seine journalistische Heimat. Er kam vom Haller Tagblatt und stammt aus dem Taubertal. Bei der HZ kümmert er sich vor allem um die Kreisthemen.

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