Robert-Koch-Institut beendet Studie in Kupferzell

Kupferzell  Mithilfe der Studie in Kupferzell wollen die Forscher vom Robert-Koch-Institut Hinweise gewinnen, wie sich das Coronavirus verbreitet und welche Faktoren bei Betroffenen einen Rolle spielen. Mitte Juli soll es Ergebnisse geben.

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2215 Blutproben wurden zur Analyse nach Berlin geschickt. Dort wurde das Blut auf Antikörper getestet.

Foto: Archiv/Tscherwitschke

Professor Thomas Lampert und Dr. Claudia Santos-Hövener sind zufrieden. Die beiden Mitarbeiter vom Robert-Koch-Institut in Berlin hatten vor einigen Tagen noch die Sorge geäußert, dass nicht ausreichend viele Fragebögen zurückkommen, um eine repräsentative Aussage treffen zu können.

Doch nachdem die Hohenloher Zeitung vergangenen Samstag darauf hinwiesen hat, dass noch 700 Fragebögen fehlen, hätten sich doch noch ausreichend viele der getesteten Personen an der Online-Umfrage beteiligt, dass somit die Zielvorgabe von 2000 Probanden erreicht ist, teilte das Landratsamt am Donnerstag mit.

Hinweise auf die Verbreitung erhofft

2000 Menschen wollten die Experten vom RKI auf eine aktuelle oder frühere Corona-Infektion testen. Zudem sollte mit der Online-Befragung zu Bildung, zu Arbeitsplatz, zu Freizeitverhalten, zu Vorerkrankungen, zu Ernährung, sportlicher Betätigung, zu Gewohnheiten aber auch zur Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel und vielen anderen Dingen mehr Hinweise auf die Verbreitungsweise des Virus gefunden werden.

Kupferzell war deshalb von den Forschern gewählt worden, weil hier ein Hotspot entstanden ist, nachdem sich viele Menschen bei einem Kirchenkonzert in Eschental Anfang März angesteckt hatten. Für die Forscher ist das ein lokal gut eingrenzbares Infektionsgeschehen mit hoffentlich großer Aussagekraft. Anhand des Melderegisters der Gemeinde hatten die Forscher daraufhin Menschen ausgewählt und zur Teilnahme an der Studie eingeladen. Das soll Aussagen darüber ermöglichen,wie viele Menschen sich infiziert hatten und wie hoch die Dunkelziffer der bis dato unbekannten Infektionen ist. Mitte Juli sollen die Ergebnisse vorliegen.

Forscher loben Bereitschaft

Beim Besuch von Ministerpräsident Winfried Kretschmann am 19. Juni in Kupferzell hatte Studienleiterin Claudia Santos-Hövener die hohe Kooperationsbereitschaft der Kupferzeller gelobt. Nahezu drei Wochen lang war sie mit ihrem Team vor Ort und hatte 2244 Bürger, die sich an der ersten Phase beteiligten. Es wurden 2200 Rachenabstriche und 2215 Blutproben genommen.

Auch Landrat Matthias Neth hatte sich zuversichtlich geäußert, ausreichend viele Bürger von der Notwendigkeit der Fragebögen überzeugen zu können. Jederzeit könne es Neuerkrankungen geben. Umso wichtiger seien Erkenntnisse über die Verbreitung des Virus.


Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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