Nächtliche Ausgangsbeschränkung in Hohenlohe ab Mittwoch

Hohenlohe  Das Landratsamt Hohenlohekreis reagiert auf weiter hohe Zahlen und erlässt eine nächtliche Ausgangssperre. Tagesaktuelle Infektionszahlen gibt es am Montag (29.3.) wegen eines Übermittlungsfehlers nicht.

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Ab Mittwoch, 31. März, gilt wieder im gesamten Hohenlohekreis die nächtliche Ausgangsbeschränkung. Das Gesundheitsamt im Landratsamt Hohenlohekreis hat am Montag festgestellt, dass trotz aller bisher getroffenen Maßnahmen im Hohenlohekreis weiter die Gefahr groß ist, dass sich das Coronavirus weiter verbreitet.

Ausgang nur für Beruf

Das bedeutet, dass ab Mittwoch der Aufenthalt außerhalb der eigenen Wohnung in der Zeit von 21 bis 5 Uhr des Folgetags nur dann gestattet ist, wenn triftige Gründe vorliegen. Dazu gehört die Ausübung beruflicher und dienstlicher Tätigkeiten, oder aber man muss medizinische Leistungen in Anspruch nehmen. Die genaue Aufzählung der triftigen Gründe sind in Paragraf 20 der Corona-Verordnung geregelt.

Beschränkung, bis andere Maßnahmen greifen

Wie lange gelten die Ausgangsbeschränkungen? Sie gelten nicht mehr, sobald die Sieben-Tage-Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unter dem Wert von 100 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner liegt. Auch gelten die Ausgangsbeschränkungen dann nicht mehr, wenn das Gesundheitsamt feststellt, dass alle andere getroffenen Maßnahmen greifen. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag Sonntagabend bei 268,1.

"Leider hat sich das Infektionsgeschehen im Hohenlohekreis in den vergangenen Tagen weiter verschärft, so dass ergänzend zu den landesweiten Maßnahmen zusätzliche Regeln für den Hohenlohekreis gelten müssen, um die Verbreitung des Virus einzudämmen", erklärt Landrat Matthias Neth. Wegen eines Fehlers bei der Datenübertragung gibt es keine aktuellen Corona-Zahlen (Montag, 29.3.) vom Landesgesundheitsamt. Das teilte die zuständige Pressestelle gestern Abend mit.

Krankenhaus-Belegung

Übermittelt wurden die Zahlen vom Hohenloher Krankenhaus Öhringen. Hier werden aktuell zwölf positiv auf das Corona-Virus getestete Patienten behandelt, davon einer auf der Intensivstation. Vier weitere Patienten mit dem Verdacht auf eine Corona-Infektion werden auf der Isolierstation behandelt. Nicht bestätigt wurde vom Hohenloher Krankenhaus das Gerücht, dass drei Menschen nach der Impfung mit Astrazeneca wegen Thrombosen im Krankenhaus behandelt werden mussten. "Diese Gerüchte treffen nicht zu, weder was die Zahl noch die angebliche Diagnose Thrombose nach Impfung mit Astrazeneca betrifft", erklärt Krankenhaus-Sprecherin Ute Emig-Lange.

Tests in Hall

Auch ohne Tagesaktualität ist klar: Nach wie vor hoch ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Schwäbisch Hall. Dort haben sich am Wochenende insgesamt 1090 Bürger in den kommunalen Testzentren kostenlos testen lassen. Zwei fielen positiv aus und diese Infektionsketten konnten unterbrochen werden. In den vergangenen Wochen betrug der Anteil der positiven Testergebnisse an den Schnelltestzentren zwischen ein bis zwei Prozent, am Wochenende betrug dieser Anteil trotz der großen Zahl an Schnelltests lediglich knapp 0,2 Prozent. "Das lässt auf eine Trendwende in den nächsten Tagen hoffen", erklärte Halls OB Hermann-Josef Pelgrim, der auf Lockerungen hofft. Der Virusmarker für Hall lag Sonntag bei 477,7.

Keine Gottesdienste

Zwischenzeitlich gibt es eine Empfehlung des Dekanats Öhringen für die Kirchengemeinden des Kirchenbezirks Öhringen, an Karfreitag und Ostern die Gottesdienste nicht in Präsenzform zu feiern. Das Infektionsgeschehen sei dynamisch, die Sieben-Tage-Inzidenz zu hoch, sagt Dekanin Sabine Waldmann. Es tue allen sehr weh, dass wie vor einem Jahr die Präsenzgottesdienste wieder infrage gestellt seien. Aber man habe gelernt, die Botschaft durch alternative Angebote zu feiern.

Eine genaue Auflistung der Angebote wird in den nächsten Tagen folgen. Es gibt Teste, Gottesdienst-Übertragungen und Überraschungen für Familien.


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Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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