Museum Würth 2 in Künzelsau vorgestellt

Künzelsau  Besucher müssen sich noch bis Sonntag gedulden, um in dem neuen Erweiterungsbau des Carmen-Würth-Forum Werke von Max Beckmann, Anselm Kiefer, Pablo Picasso und Edvard Munch & Co. bewundern zu dürfen. Am Donnerstag ist das Museum Würth 2 bei einer Begehung vorgestellt worden.

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Ein kleiner Bagger arbeitet sich Zentimeter für Zentimeter den weich geformten Hügel in Gaisbach entlang. Landschaftsgärtner sind noch eifrig bei der Arbeit, damit aus der dominierenden Farbe Braun bald sattes Grün wird. Dazwischen stehen bereits zahlreiche, mal bescheidenere, mal edel im Sonnenlicht funkelnde Skulpturen, die den Weg zum neuen Carmen-Würth-Forum weisen.

Anders als draußen, ist innen keine Spur mehr davon, dass auch hier vor Kurzem noch Bauarbeiter emsig ihre Arbeit verrichteten. Der Anbau, der das neue Museum Würth 2, Cafeteria und Konferenzräume beherbergt, ist vollendet. Die Vision, die Reinhold Würth bereits 2005 auf einer Serviette skizziert habe, ist Realität - so erzählt es C. Sylvia Weber, Geschäftsbereichsleiterin Kunst und Kultur der Würth-Gruppe am Donnerstag bei einer Begehung. Ab Sonntag öffnet das Museum dann für die Besucher seine Türen.

150 Tonnen Kunst

Mit manchem Handwerker habe man sich arrangiert, mehr als 150 Tonnen Kunst habe man unfallfrei bewegt, berichtet Weber. Manches fand seinen Platz, anderes wanderte - nicht ganz ohne Schmerz - zurück ins Lager. Letztlich zieren nun 150 Werke der Moderne und Gegenwartskunst die Ausstellungsräume des neuen Museums auf einer Fläche von 1137 Quadratmetern. Unterteilt ist das Museum in eine Halle mit Tageslichtatmosphäre, ein lichtdurchflutetes Belvedere und das in schummrig-warmes Kunstlicht getauchte Kabinett im Untergeschoss. "Weitblick. Reinhold Würth und seine Kunst" heißt die Schau mit Kunstwerken unter anderem von Max Beckmann, Anselm Kiefer, Pablo Picasso und Edvard Munch.

Der von David Chipperfield Architects entworfene Erweiterungsbau für das Carmen-Würth-Forum ergänzt den Kammermusiksaal und den Großen Saal auf 5500 Quadratmetern Gesamtfläche. Baukosten: 39 Millionen Euro. Ein lichter Innenhof verbindet Museum und Konferenzbereich, wo elf kombinierbare Räume für bis zu 700 Personen untergebracht sind. Ein zweites - ursprünglich gar nicht vorgesehenes Foyer - sorgt dafür, dass der Reinhold-Würth-Saal nun einen zweiten Zugang hat.

 

Video-Botschaft vom Architekten

Erweitertes Carmen-Würth-Forum vorgestellt: Kunst ins rechte Licht gerückt

Wer im lichtdurchfluteten Belvedere auf den Bänken Platz nimmt, hat freie Sicht auf Skulpturengarten und Waldenburger Berge.

Foto: Ralf Seidel

Das Forum ist nun spürbar größer, von innen wie von außen. Es fügt sich aber weiterhin fließend und nahtlos in die Umgebung ein, ohne zu dominieren. "Jedes Bauteil verzahnte sich nach und nach mit der Landschaft", beschreibt auch Marcus Mathias, Projektleiter für die David Chipperfield Architects, seine Eindrücke aus der Bauphase, die im Januar 2019 mit Rückbau- und Erschließungsarbeiten begann. Die Landschaft bezeichnet Architekt Chipperfield in einer Videobotschaft gar als "spektakulär".

Bei solchen Worten dürfte das eine oder andere Hohenloher Herz höher schlagen. Wie auch beim Gang durch die lichten Räume des Forums, die immer wieder Blicke auf jene Landschaft ermöglichen. Mal warten dort knorrige Streuobstbäume, mal breiten sich Wiesen und Felder wie bunte Teppiche aus, mal schweift der Blick auf Berge mit der schmucken Silhouette Waldenburgs - oder eben auf die noch braunen Außenanlagen und den Skulpturengarten mit insgesamt 55 Ausstellungsstücken, der das Museum Würth 2 mit dem Museum Würth im Verwaltungsbau der Würth GmbH verbindet. Ein Weg, auf dem auch die architektonische Entwicklung der Firmengebäude erlebbar ist.

 

 

 

Tamara Ludwig

Tamara Ludwig

Autorin

Tamara Ludwig ist seit 2014 Redakteurin der Hohenloher Zeitung. Dabei hat sie vor allem die Ereignisse und Kommunen im Altkreis Künzelsau im Blick. 

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