Kultusministerin Susanne Eisenmann im Live-Chat mit Hohenloher Wählern

Hohenlohe  Etwa 80 Menschen verfolgen den Video-Chat von Arnulf von Eyb und CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann. Es ging um Fragen zu Schule, Corona, Wirtschaft und der Jagd.

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"Eisenmann will´s wissen." Unter diesem Motto stand der deutlich über 60 Minuten lange Chat von CDU-Spitzenkandidatin Susanne Eisenmann mit dem hiesigen Landtagsabgeordneten Arnulf von Eyb.

Foto: Yvonne Tscherwitschke

Klar ist: Bildungspolitik und der wacklige Start in den Fernunterricht nimmt viel Raum ein, wenn Hohenloher mit der aktuellen Kultusministerin Susanne Eisenmann chatten. Daneben bieten die über 60 Minuten Online-Chat aber auch Einblicke in ihre Motivation, warum sie Ministerpräsident Winfried Kretschmann in seinem Amt beerben will. Und das liegt nicht allein an der unterschiedlichen Auffassung zur Öffnung der Kitas und Schulen.

Im Chat machen Schnee und Eis keine Sorgen

Gern hätte der hiesige CDU-Landtagsabgeordnete Arnulf von Eyb Eisenmann bei einem Vort-Ort-Termin in Künzelsau, Weißbach oder Öhringen präsentiert. Ob dann allerdings angesichts von Schnee und Eis mehr Menschen zugehört hätten als bei dem Live-Chat? 80 Hohenloher hörten zu und stellten Fragen. So zum Beispiel Hermine Roth. Sie weiß: Eisenmann hat Germanistik studiert. Was sagt sie also zu Gender-Sternchen im Duden und Briefen? Eisenmann bekennt: "Ist nicht meine Welt. Ich sage liebe Schülerinnen und Schüler." Um die geht es Markus Busch. Der Bretzfelder Winzer bemängelt, dass Online-Unterricht an den einzelnen Schulen so unterschiedlich funktioniert.

Die Ministerin weiß es und empfiehlt: "Sprechen Sie mit den Schulleitern und den einzelnen Lehrern." Und warum dürfen die Schulstandorte nicht selber entscheiden, ob sie die Schüler im Haus haben wollen, will Gabi Kammerer wissen. Sie hat in Weißbach wenige Schüler, viele Zimmer und sieht damit ausreichend Sicherheit, zu unterrichten. Die Schulleiter wünschen Regeln und eine Übernahme der Veranwortung durch das Ministerium, erklärt die Ministerin. Sie wisse aber, dass es unter den 4500 Schulstandorten im Land - darunter 2000 Grundschulstandorte - einige Möglichkeiten gäbe, zu unterrichten. Dass sie im Gespräch mit Ministerpräsident Winfried Kretschmann eine andere Entscheidung zu den Schul- und Kita-Öffnungen gewünscht hätte, daran lässt sie keinen Zweifel. Auch daran nicht, dass sie ihn beerben will.

Ganz unterschiedliche Fragen

Das würde auch Arnulf von Eyb gerne sehen. Er erinnert daran, dass er schon seit zehn Jahren in Stuttgart sei, aber noch nicht mit einem Ministerpräsidenten seiner Couleur. Auch Hermine Roths Ehemann, Claus Bernhold, hört zu und, kritisiert, dass die Senioren nicht mit Infos zum Impfen angeschrieben werden. Das soll sich ändern, sagt die Ministerin.

Stockende Impfungen kann Eisenmann nicht schönreden

Nach dem Beschuss vor allem mit bildungspolitischen Fragen, geht es tatsächlich um die Jagd: Welche Haltung sie dazu habe, will ein Chat-Teilnehmer wissen. Da muss die Ministerin fast ein bisschen lachen ob der Steilvorlage. Sie habe seit 25 Jahren den Jagdschein, erklärt sie und hat eine klare Haltung zu Natur- und Artenschutz.

Einen Pass spielen die beiden CDU-Politik bei der nächsten Frage. Die kommt von Arnulf von Eybs Herausforderer Rüdiger Volk zur Landwirtschaft. Hier gibt Eisenmann zu von Eyb weiter, "da er sich in diesem Themenfeld doch gut auskennt".

Nicht schönreden kann Eisenmann die stockenden Impfungen und sie weiß auch um die härteren Zeiten für die Wirtschaft. Doch es gibt auch Dinge, die sie nicht weiß. Beispielsweise, wie es um den anstehenden Ausbau der Autobahn A6 geht. Oder um die Rückerstattung von Schülerbeförderungskosten. Da sagt sie: "Schlichtweg überfragt."


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Yvonne Tscherwitschke

Yvonne Tscherwitschke

stv. Redaktionsleiterin Hohenloher Zeitung

Yvonne Tscherwitschke ist seit 1994 bei der Heilbronner Stimme. Als gebürtige Hohenloherin weiß sie, welche Geschichten die Hohenloher interessieren.

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