Konflikt von Landwirtschaft und Gesellschaft überwinden

Hohenlohe  Der virtuelle Frühlingsempfang des Kreisverbands der Grünen dreht sich um regionales Agrarwesen, Mobilität und Windenergie.

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Bundestagsabgeordneter Harald Ebner und Landtagskandidatin Catherine Kern beim virtuellen Frühlingsempfang des Kreisverbands der Grünen.

Foto: privat

Die Übertragung läuft flüssig beim digitalen Frühlingsempfang des Hohenloher Kreisverbands der Grünen. Technisch hat Harald Ebner, Bundestagsabgeordneter im Wahlkreis Schwäbisch Hall-Hohenlohe, kein Problem, die live von den Zuhörern per Mail gestellten Fragen zu beantworten.

Diese drehen sich vor allem um die regionale Landwirtschaft. "Haben sie konkrete Vorschläge, wie Agrarsubventionen an Hohenloher Bauern verteilt werden?", lautet eine Frage. "Welche Möglichkeiten gibt es konkret, von konventioneller auf biologische Landwirtschaft umzustellen?" und "Wie stehen die Chancen, Gentechnik in der Landwirtschaft zu verhindern?"

Diese Fragen bilden das erste Paket, das Catherine Kern, Landtagskandidatin der Grünen, für den Bundestagsabgeordneten geschnürt hat. Als "Wettbewerbsverzerrung" bezeichnet Ebner die bisherige Verteilung des Agraretats. "Ein Großteil wird nach Fläche ausbezahlt." Dies benachteilige Betriebe in Baden-Württemberg, die knapp halb so große Flächen bewirtschafteten wie im Bundesvergleich. Der Abgeordnete fordert, die "Agrargelder für Allgemeinwohlmaßnahmen wie sauberes Trinkwasser und Kulturleistungen" einzusetzen.

Landwirte beim Umstieg auf Ökolandbau begleiten

Beim Umstieg auf Ökolandbau müsse mit den Landwirten gearbeitet werden. Ebner hält daher an den Umstellungsprämien auf ökologische Landwirtschaft fest. Den Landwirten müsse mehr Handwerkszeug für die Veränderungen durch die Klimakrise wie Extremwetterereignisse und Wasserknappheit an die Hand gegeben werden. "Bisher gehen nur zwei Prozent der Agrarforschungsgelder in die Ökozüchtung", so Ebner. Der Rest fließe in chemische Lösungen. Würde der Anteil erhöht, und zum Beispiel mehr zu Technologien wie Unkrautjätrobotern geforscht, dann profitierten vom neuen Wissen auch kleine und ökologische Betriebe sowie landwirtschaftliche Schulen.

Unterstützung für Hofnachfolger

"Wir müssen vor allem den Konflikt zwischen Gesellschaft und Landwirtschaft aus der Welt schaffen", so Ebner. Nicht nur der Ökolandbau, sondern auch ein allgemein naturverträglicher Anbau sei Teil der Lösung. Das müssten sich die Betriebe auch leisten können. Unterstützen möchte Ebner vor allem die Hofnachfolger. "Wir benötigen gute Beratungsprogramme und Anpassungskonzepte für alle Produktionsformen." Damit Baden-Württemberg auch weiter frei von Gentechnik bleibe, müssten entsprechende Nachweisverfahren entwickelt werden. Auch eine Kennzeichnung von durch Gentechnik entstandene Lebensmittel wird gefordert. "Damit die Verbraucher eine Wahl haben."

Ebner für Zubau bei der Windenergie

Gestellt werden auch Fragen zum Ausbau der Windkraft. "Ich gehe von einem nötigen Zubau aus", sagt Ebner. Geeignet seien hierfür eben windreiche Regionen wie Hohenlohe, das bereits viel zur nötigen Energiewende geleistet habe. "Um die Klimaziele zu erreichen, müssen aber auch in anderen Bereichen Emissionen eingespart werden." Dazu zählten die Landwirtschaft mit CO2-intensiver Tierhaltung und auch der Verkehr.

ÖPNV fördern und Elektromobilität ausbauen

"Wir müssen den ÖPNV fördern und die Elektromobilität ausbauen." Baden-Württembergs "Big Player" hätten sich zu spät auf den Weg gemacht, andere ihnen daher den Rang abgelaufen, so Ebner.


Daub

André Daub

Volontär

André Daub arbeitet seit Oktober 2019 als Volontär bei der Heilbronner Stimme.

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