Hohenlohekreis steht kurz vor der kritischen Corona-Marke

Hohenlohe  Die Sieben-Tage-Inzidenz klettert im Hohenlohekreis auf 47,9 und steht damit kurz vor der kritischen Marke von 50. Eine Grundschulklasse und eine Kindergartengruppe in Bretzfeld müssen in häusliche Quarantäne.

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Im Hohenlohekreis wurden am Mittwoch 21 neue Corona-Fälle gemeldet. Das teilt das Landratsamt mit. In der vergangenen Woche waren es damit 56 Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Kreis klettert von 32,0 am Dienstag auf jetzt 47,9 pro 100.000 Einwohner. Damit ist der Wert von 35 erstmals seit dem Frühjahr wieder überschritten worden, die Zahl liegt aber noch knapp unter der kritischen Marke von 50.

Landrat Matthias Neth appelliert: "Es gilt jetzt, für alle Verantwortung zu zeigen und unbedingt die aktuell geltenden Regelungen der Corona-Verordnung zu beachten."

Fälle in Grundschule und Kindergarten

Zu den am Mittwoch positiv getesteten Personen zählen ein Grundschulkind in Bitzfeld und eine Erzieherin des Kindergartens Regenbogen in Rappach. Die betroffene dritte Klasse der Grundschule in Bitzfeld befindet sich nun laut Landratsamt in häuslicher Isolation. Vorsorglich wurden hier die ganze Schulkasse sowie zwei Lehrer als K1-Kontaktpersonen eingestuft.

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Ein weiterer Fall trat in einer Gruppe des Kindergartens in Rappach auf, was die Quarantäne von 15 Kindern und ihren Erzieherinnen mit sich brachte. Häusliche Isolation wurde zudem für eine Fußballmannschaft in Bitzfeld angeordnet. Allen K1-Personen wurde vom Gesundheitsamt eine Testung empfohlen.

"Wir beobachten die Lage stets mit sehr wachsamem Blick", erklärt Landrat Neth. Das Augenmerk liege besonders auf dem Infektionsgeschehen im westlichen Gebiet des Landkreises. Für eine verlässliche Aussage zu möglichen Infektionsherden sei es aber noch zu früh. "Bereits vor Ausrufen der Pandemiestufe 3 für Baden-Württemberg haben wir uns auf das Erreichen der Vorwarnstufe eingestellt und hatten Allgemeinverfügungen zur Verschärfung der Maskenpflicht und Beschränkungen bei privaten Feiern und Veranstaltungen vorbereitet", so der Landrat.

Einführung einer Sperrstunde nicht ausgeschlossen

Mit Ausrufen der dritten Pandemiestufe hat das Land folgende verschärfte Maßnahmen angeordnet: Wenn der Abstand nicht eingehalten werden kann, gilt Maskenpflicht in Fußgängerzonen und auf Marktplätzen, ebenso in öffentlichen Einrichtungen. Ansammlungen und private Veranstaltungen sind auf zehn Personen begrenzt. Ausnahme: Es handelt sich um Personen maximal zweier Haushalte oder sie sind miteinander verwandt. Die Teilnehmerzahl für sonstige Veranstaltungen ist auf 100 begrenzt.

Der Landrat erklärt: "Sollte der Inzidenzwert in kürzester Zeit weiterhin exponentiell steigen und sich das Infektionsgeschehen verschärfen, werden wir prüfen, ob wir weitere lokale Maßnahmen ergreifen. Dies könnte zum Beispiel die Einführung einer Sperrstunde sein."

In Bretzfeld bleibt es ruhig

"Wir tun das, was notwendig ist", sagt Bretzfelds Bürgermeister Martin Piott auf Anfrage der Hohenloher Zeitung zur Lage in der Gemeinde. Nach seinem Eindruck greifen an den Schulen die Maßnahmen wie die strikte Trennung der einzelnen Klassen "relativ gut". Deshalb sei es nach aktuellem Stand ausreichend, nur die betroffene Klasse in häusliche Quarantäne zu schicken.

An der Grundschule in Bitzfeld hat es einen Corona-Fall gegeben. Eine dritte Klasse und zwei Lehrer sind in Quarantäne. Foto: Archiv/Stegmüller

Da der Fall erst am Mittwochnachmittag bekannt wurde, seien besorgte Nachfragen im Rathaus bislang ausgeblieben. "Ich gehe davon aus, dass wir das geordnet über die Bühne bringen", sagt Piott. Das gilt nach seinen Worten auch für den zweiten Corona-Fall in der Kommune.


Armin Rössler

Armin Rößler

Armin Rößler, geboren in Heilbronn, aufgewachsen in Untereisesheim, schreibt nach über dreißig Jahren im badischen Exil seit 1. Juli 2020 für die Hohenloher Zeitung.

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