Eiscafé Simonetti ist laut Stimme-Lesern die beste Eisdiele in Hohenlohe

Öhringen  Das Öhringer Eiscafé Simonetti gewinnt bei unserer Leser-Abstimmung die Wahl zur besten Eisdiele in Hohenlohe. Bereits in der dritten Generation wird am Oberen Tor nach dem bewährten Familienrezept Eis gemacht. Um Platz zwei gab es ein Kopf-an-Kopf-Rennen.

Von Sebastian Kohler

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Daumen hoch für die Wahl zur besten Eisdiele in Hohenlohe. Eigentümer Maros Zammatteo (rechts) freut sich über 46 Prozent der Stimmen.

Foto: Sebastian Kohler

Knapp zwei Wochen ist es her, dass Heilbronner Stimme und Hohenloher Zeitung zur Wahl der besten Eisdiele aufriefen. 2378 Stimmen gingen online auf stimme.de für die Region Hohenlohe ein. Mit 1087 Stimmen und damit überwältigenden 46 Prozent errang das Eiscafé Simonetti in Öhringen einen Erdrutschsieg. Eigentümer Maros Zammatteo betreibt die Süßspeisen-Institution am Oberen Tor bereits in der dritten Generation. Seit über 60 Jahren vertraut das Unternehmen auf die bewährte Erfolgssformel: "Das traditionelle Familienrezept."

Nur hier gibt es Löwenzahneis

Denn bei Simonetti wird das Speiseeis noch von Hand gemacht, Früchte geschnitten, Nüsse zerkleinert, Milch gerührt. Selbst manche Zutat sammelt die Familie am Montag, dem Ruhetag im Geschäft, ab und zu noch in Eigenregie von Feld, Wald und Wiesen der Region . "Das Holundereis, das wir anbieten, haben wir zum Beispiel aus dem Wald geholt", erklärt der 48-Jährige. Zwar sei die Holunderblütensaison vorbei, aber "der Sirup, den ich daraus herstelle, lässt sich länger verarbeiten."

Ausgefallene Sorten sind das Steckenpferd der bereits seit 1960 bestehenden Traditions-Eisdiele. Löwenzahneis, Rote Mirabelle, Ananas-Salbei, Duplo oder Mieze Schindler gehören zu den teils saisonabhängigen Spezialitäten, die schwer woanders als im Eiscafé Simonetti zu finden sind. "In einigen Wochen beginnen wir dann mit Zwetschgen und Kürbissen." 28 Eissorten in ständig variierenden Geschmacksrichtungen sind stets im Angebot. Mit ausgefallenen Kreationen wolle er seine Kunden verwöhnen und sich selbst die Spannung am Alltag erhalten. Dass das Eiscafé zur Nummer eins der Region gekürt wurde, ist für Zammatteo "absoluter Wahnsinn. Schließlich gibt es einige andere sehr gute Eisdielen."

Aus dem Mekka des Speiseeis

2014 übernahm Maros Zammatteo die Eisdiele von einem Cousin. Eine Herzensangelegenheit, denn sein Großvater hatte das Geschäft 1960 eröffnet. Dass die Leidenschaft für "Gelato", wie der Italiener sagt, sich in der Familie gehalten hat, ist keine Überraschung, denn die Wurzeln reichen tief. Aus Val di Zoldo, der Wiege des Speiseeises, stammt die Familie Simonetti. "Vor mehr als 100 Jahren sind meine Vorfahren von dort nach Österreich als Eismacher ausgewandert. Nachdem sie, gezwungenermaßen durch den Krieg, zurückkehrten, wanderten meine Großeltern nach Deutschland ein und ließen sich hier in Öhringen nieder." Kein ungewöhnliches Schicksal, stammen doch rund 3000 Gelateri, so der Fachbegriff für italienische Speiseeisproduzenten, aus dem kleinen Tal in den Dolomiten.

Doch die Region hat noch mehr als Eis zu bieten. Und zwar steile Pisten und jede Menge Schnee. "Zwischen Oktober und April bin ich mit meiner Frau und meinen beiden Kindern in Val di Zoldo und arbeite dort als Skilehrer", beschreibt Zammatteo seinen zweigeteilten Lebensstil zwischen Schnee und Eis. Über den Sommer widmet er sich dann seiner kulinarischen Leidenschaft. Dabei bleibt nichts dem Zufall überlassen. "Meine Hauptzutaten sind regional und handverlesen, die Milch kommt vom Hofladen Metz aus Neufels", erklärt der Eismacher. "Dazu kommen natürlich Pistazien aus Sizilien und Nüsse aus dem Piemont." Manchmal muss er die Zutaten gar nicht selbst suchen. "Die roten Mirabellen hat uns eine langjährige Kundin und Freundin des Hauses gebracht und gesagt, dass wir mal etwas daraus machen sollen."

Originalität ist Trumpf

Tradition verpflichtet, und das gilt auch für die Kunden des Eiscafés. "Simonetti ist ein Muss", sagt zum Beispiel Bernd Rudolf aus Waldenburg. Der langjährige Stammkunde begnügt sich heute zwar mit dem "hervorragenden Espresso", aber bei den Milcheissorten "und vor allem beim Mangoeis" werde er schwach. Zivana Ivic ist mit ihren Kindern ebenfalls oft gesehener Gast. "Das Eiscafé ist ein richtiger Treffpunkt und aus Öhringen nicht wegzudenken."

Als größten Trumpf bezeichnet Zammatteo die Originalität seiner Ware: "Die Leute schmecken und verstehen, dass alles handgemacht ist. Sie wollen keine industrielle Produktion, sondern Frische. Dafür bekommen wir viel Lob." Auch wenn die ausgefallenen Kreationen Neugierige anlocken. Die meistgefragten Sorten bleiben dennoch: "Erdbeere, Schokolade und Vanille."

Kopf-an-Kopf-Rennen um Platz zwei: Hohenloher Landeis schlägt Eiscafé Spuntino

Hinter dem Eiscafé Simonetti lieferten sich zwei Konkurrenten ein Kopf-an-Kopf Rennen. Das Hohenloher Landeis liegt mit 17 Prozent der Stimmen nur knapp vor dem Eiscafé Spuntino, das mit 16 Prozent auf Rang drei landete.

Mit 410 Stimmen für das Hohenloher Landeis haben die Stimme-Leser eine Eisdiele mit ungewöhnlichem Geschäftsmodell auf Platz zwei gewählt. Thorsten Bissantz erklärt: "Wir waren ursprünglich auf Catering spezialisiert und haben viele Firmen beliefert, bis hinunter nach Stuttgart und darüber hinaus." Nachdem die Corona-Pandemie zur Homeoffice-Pflicht führte und die meisten Veranstaltungen zunichte machte, "mussten wir eben umdenken". Heraus kam die Idee mit der Drive-in-Eisdiele. Nun können sich Eisliebhaber in Künzelsau-Unterhof bequem mit dem Auto die Köstlichkeiten abholen.

Zudem tourt Landeis mit einem mobilen Trailer im schicken Retro-Look durch Dörzbach, Krautheim und Mulfingen. Neu ist auch die Niederlassung in Waldenburg. Thorsten Bissantz, der die Firma 2018 von seinem Vater Klaus übernahm, schwört auf frische Zutaten und regionale Milch als Grundlage. "Bei uns müssen die Früchte zu einhundert Prozent perfekt sein, damit sie es ins Eis schaffen", erklärt er. "Künstliche Aromen mit Wasser anrühren, gibt es bei uns nicht." Im Vergleich zu vielen Eisdielen, die mit genau abgewogenen Fertigpasten arbeiten, schmeckt das Hohenloher Landeis so "von Tag zu Tag verschieden", sagt Bissantz.

Nur 120 Meter trennen den Erst- vom Drittplatzierten. Das Öhringer Eiscafé Spuntino liegt gleich um die Ecke von Sieger Simonetti. Deutlicher ist der Unterschied in der Endabrechnung um die beste Eisdiele. "Wir haben um Gold gekämpft, Bronze ist aber auch toll", findet Verkäuferin Christine Feist.

Immerhin 383 Stimmen konnte Spuntino auf sich vereinigen. Auch bei der Abstimmung mit den Füßen schneidet die Eisdiele erfolgreich ab. Neben 24 wechselnden Eissorten sorgen auch Eisbecher-Kompositionen, belgische Waffeln und Pommeswaffeln für regen Andrang. Passend daher der Name des Drittplatzierten: Spuntino bedeutet "Snack". Feists Kollegin Norshan Najar sagt: "Wir sind eben keine normale Eisdiele", so gebe es am Wochenende Törtchen und Kuchen. Im Kerngeschäft muss sich Spuntino auch nicht verstecken. Neben Vanille und Zitrone gibt es nämlich auch Ausgefallenes wie "Avola Mandelmilch", "Tropische Früchte mit Aloe Vera" und sogar "Jacky-Cola".


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